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Neusäß/Leitershofen

09.12.2020

Ehemaliger Rockmusiker Marcus Langguth leitet die Realschule in Neusäß

Der neue Schulleiter der Realschule Neusäß, Marcus Langguth.
Bild: Marcus Merk

Plus Lange sah es so aus, als würde Marcus Langguth aus Leitershofen Rockgitarrist werden. Jetzt hat er eine Leitungsfunktion in Neusäß übernommen.

Marcus Langguth stand in jungen Jahren regelmäßig mit seiner E-Gitarre auf der Bühne, war Begleitmusiker des bayerischen Liedermachers Georg Ringsgwandl. Doch dann hat die Liebe zum Unterrichten von Kindern und Jugendlichen über die Liebe zur Bühne gesiegt. Er wurde Lehrer und seit diesem Schuljahr leitet der 53-jährige Marcus Langguth als Rektor die Realschule Neusäß mit rund 800 Schülern und 70 Lehrkräften.

Marcus Langguth: Musikgeschäft ist hart und unsicher

Wenn man ihn zu seiner früheren Karriere als Musiker befragt, gibt sich der gebürtige Leitershofer Marcus Langguth bescheiden: "Ja, ich war früher mal ziemlich viel als Gitarrist unterwegs“, sagt er dann. Das klingt ein wenig untertrieben, war er doch in den 80er-Jahren unter anderem mit der erfolgreichen Augsburger Rockband Real Deal (Band des Jahres 1988) sogar in Russland auf Tour und eine Zeit lang Begleitmusiker des bayerischen Liedermachers Georg Ringsgwandl. "Aber wenn man jeden Tag einen Auftritt hat, dann verfliegt nach und nach die Leidenschaft und es wird mit der Zeit einfach ganz normale harte Arbeit“, sagt Langguth rückblickend.

Zudem sei es ein sehr unsicheres Geschäft. Und weil er immer schon gerne Musikunterricht gegeben hat und ihm die Arbeit mit Kindern genauso viel Spaß gemacht hat, entschied er sich für den Lehrerberuf. Marcus Langguth ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt immer noch in Leitershofen.

Eines hat er aber aus seinem Musikerleben mitgenommen: Das Verständnis für Schüler, denen halt mal was anderes wichtiger ist als ihre Noten. "Mir war oft die Musik auch wichtiger als die Schule, das kann ich also gut nachfühlen“, sagt der Realschulrektor mit einem Schmunzeln. Er hat sein Abitur auch in Neusäß gemacht, am Justus-von-Liebig-Gymnasium. Dort hat er als Schüler in der Jazzband gespielt.

Der gebürtige Leitershofer Marcus Langguth muss nicht mehr pendeln

Nach dem Studium und verschiedenen Stationen in Wertingen, Schrobenhausen und zuletzt Thannhausen, wo er acht Jahre lang Rektor an der Christoph-von-Schmid-Realschule war, hatte der 53-Jährige irgendwann genug vom Pendeln und wechselte nach Neusäß, als sich die Möglichkeit ergab. Thannhausen zu verlassen, fiel ihm dennoch schwer. Er wäre auch nicht irgendwohin in den Augsburger Raum gegangen. Es sollte schon eine besondere Schule sein, und dies sei in Neusäß der Fall. "Ich genieße es sehr, jetzt täglich zur Schule radeln zu können."

Hier könne er auch weitere Fortschritte bei der Digitalisierung an der Schule einleiten. Denn neben der Musik ist nämlich die IT seine große Leidenschaft. Langguth war schon sehr früh Systembetreuer und hat großen Spaß daran, "moderne Schule zu gestalten“, das heißt, Schüler und Lehrer mit den nötigen Computerprogrammen auszustatten. Damit sei man auch besser für den Unterricht zu Hause gerüstet, der in der Corona-Pandemie jederzeit nötig sein kann. Was die IT-Ausstattung angeht, "sind wir schon relativ weit“, berichtet Langguth.

An der Neusässer Realschule laufen nun MS Teams und ein Schulmanager zum besseren Kontakt mit den Eltern und als Organisationstool. Der Schulleiter schätzt es sehr, dass er seinen IT-Support selbst machen und Fehler rasch beheben kann.

Marcus Langguths nächstes Projekt: iPad-Klassen

Außerdem wolle er das Angebot von E-Books ausbauen, damit die Schüler nicht so viele Bücher schleppen müssen. Auch iPad-Klassen möchte Langguth in den kommenden Jahren anbieten. Wobei ihm wichtig ist, dass die klassischen Methoden wie der Hefteintrag nicht verschwinden. "Beides ist wichtig. Man muss es halt dort einsetzen, wo es sinnvoll ist“, meint der Schulleiter.

Und auch wenn er sich selbst gegen eine Musikerkarriere entschieden hat: Sein Sohn Lukas liebäugelt schon damit. Er ist Jazzpianist, studiert in Nürnberg und wurde gerade mit dem Augsburger Kunstförderpreis 2020 ausgezeichnet.

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