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Kutzenhausen/Dinkelscherben

27.11.2018

Ein Umweg führt zum neuen Radweg in Dinkelscherben 

Nach zehn Jahre währenden vergeblichen Bemühungen scheint jetzt die Bahn frei für den Bau eines Radweges zwischen Agawang und Häder.
Bild: Jochen Tack (Symbolbild)

Zehn Jahre lang schien es unmöglich eine Verbindung zwischen Agawang und Häder zu bauen. Warum es nun auf einmal doch geht.

Nach zehn Jahre währenden vergeblichen Bemühungen scheint jetzt die Bahn frei für den Bau eines Radweges zwischen Agawang und Häder. Am Montagnachmittag stimmte der Kreisbauausschuss einer Regelung zu, wonach der Radweg ein Stück weit über einen Wirtschaftsweg führen darf.

Unter dem Strich kalkuliert das Tiefbauamt des Kreises mit 100000 Euro

Die bei Radlern beliebte Kreisstraße zwischen Agawang und Häder ist bei Einheimischen berühmt-berüchtigt. Insgesamt drei Autounfälle forderten dort in den vergangenen Jahren mehrere Menschenleben, eine Steigung gilt als sehr glatteisanfällig. Der Bau eines Radweges stand deshalb bereits seit 2008 auf der Prioritätenliste des Landkreises ganz oben.

Geholfen hat das nichts. Der ursprüngliche Plan, den Radweg entlang der Kreisstraße A1 zu bauen, scheiterte am Grunderwerb, der nicht zustande kam. Andere Modelle kamen nicht zum Tragen, weil die Gemeinden Kutzenhausen und Dinkelscherben unterschiedliche Vorstellungen hatten. Der Radweg schien gescheitert.

Inzwischen aber sind sich die Kommunen einig. Der Radweg soll nun überhaupt nicht an der Kreisstraße entlang führen, sondern von Häder bis Schempach auf einer Gemeindeverbindungsstraße. Von dort soll es auf einem Wirtschaftsweg bis Agawang gehen. Ein Teil der Strecke, etwa ein Kilometer, ist nicht asphaltiert. Das muss nachgeholt werden. Der Wirtschaftsweg soll wie bisher befahren werden dürfen. Unter dem Strich kalkuliert das Tiefbauamt des Kreises mit 100000 Euro, von denen der Landkreis rund 80 Prozent übernehmen müsste, der Rest bliebe an den Gemeinden hängen.

Gerade einmal 20 Kilometer neuen Radweg habe der Landkreis in den vergangenen zehn Jahren gebaut

Diese Lösung hat der Kreisbauausschuss jetzt einmütig zugestimmt und musste dafür einen alten Grundsatz über Bord werfen. Eigentlich nämlich fördert der Landkreis nur Radwege, die an Kreisstraßen entlang laufen. Doch diesmal wird eine Ausnahme gemacht. Allerdings bekommt der Kreis sein Geld zurück, falls es doch noch irgendwann den Radweg entlang der A1 geben sollte.

Landrat Martin Sailer (CSU) und Vertreter aller Fraktionen bezeichneten den Beschluss als vernünftigen Kompromiss im Sinne der Verkehrssicherheit. Kutzenhausens Bürgermeisterin Silvia Kugelmann warb für eine „pragmatische Lösung für mehr Verkehrssicherheit“, Stefan Steinbacher (FW) brachte es kurz auf den Punkt: „Besser diese Lösung als gar keine.“ Hannes Grönninger (Grüne) sah in der Ausnahmeregelung sogar ein Modell, auf das man auch anderorts ausweichen könnte, ehe sonst gar nicht mehr geht.

Gerade einmal 20 Kilometer neuen Radweg habe der Landkreis in den vergangenen zehn Jahren gebaut, klagte erst Anfang dieses Jahres Kreisrat Joachim Schoner (Grüne): „Das ist fast gar nichts mehr“. Nach Angaben der Tiefbauverwaltung verzögern sich die Vorhaben oft wegen fehlender Grundstücke.

Im Landkreis gilt die Vereinbarung, dass der Kreis zum Radwegebau schreitet, wenn es den örtlichen Bürgermeistern gelungen ist, die Grundstücke zu sichern. Das aber sei oft schwierig, sagt die Verwaltung.

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