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Westendorf

03.07.2017

Ein ganzes Dorf feiert die renovierte Kirche

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2 Bilder
Der Musikverein führte den Kirchenzug am Sonntag zum Festgottesdienst in der Pfarrkirche an.
Bild: Foto: Sonja Diller

Zum Abschluss der umfangreichen Arbeiten gibt es einen besonderen Gottesdienst und ein großes Fest. Warum dennoch nicht alle Arbeiten termingerecht fertig wurden

Von bedrohlich-dunklen Wolken ließen sich die Westendorfer die Freude an den Feierlichkeiten zum Abschluss der Renovierung ihrer Pfarrkirche Sankt Georg nicht nehmen. Am Freitag begann das Festwochenende mit einer Sternwallfahrt zur Lourdesgrotte im Kirchhof, am Samstag und Sonntag folgte das Straßen- beziehungsweise Georgifest.

Mit wehenden Vereinsfahnen und herausgeputzten Kommunionkindern führte der Musikverein Westendorf den Kirchenzug am Sonntag vom Pfarrhof zur Pfarrkirche an. Welch besonderes Ereignis dieser Abschluss der Renovierung darstellt, zeigt auch ein Blick auf die Gästeliste. Bürgermeister Steffen Richter begrüßte den Landtagsabgeordneten Georg Winter, den stellvertretenden Landrat Heinz Liebert und seine Kollegen Michael Higl aus Meitingen sowie Iris Harms aus Kühlenthal.

Allem Anfang wohne ein Zauber inne, zitierte Bürgermeister Richter den Dichter Hermann Hesse. Der Zauber und die Ausstrahlung einer neu renovierten Kirche werde gefeiert, so Richter. Damit dieser Zauber bleibe, bat er Generalvikar Harald Heinrich, der in Vertretung des Bischofs erschienen war, um Unterstützung nach dem bevorstehenden Weggang von Pfarrer Andreas Jall. „Bitte helfen sie, dass die Menschen mitgenommen werden auf dem Weg“, so sein Appell.

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Die Kirche ist fertig, die Außenanlagen sind noch im Werden. Doch das sei kein Beinbruch, denn Kirche müsse immer auch Baustelle sein, so Generalvikar Heinrich in seiner Begrüßung zu Beginn des Festgottesdienstes. Den Einsatz der Gemeinde für ihr Gotteshaus bezeichnet er als beispielhaft.

Doch so voll wie an diesem Sonntag seien die Kirchen selten; nur eine Minderheit der Christen habe feste Bindungen zur Kirche. „An Immobilien fehlt es uns nicht“, so der Monsignore, „aber an Menschen um diese zu füllen“. Als stille Orte der Ruhe und als Orte, die mit Taufen, Hochzeiten und Totenmessen für die Lebensgeschichte der Menschen stünden, seien Kirchen auch heute noch die Mittelpunkte der Städte und Dörfer. Mit lebendiger Gemeinschaft, so wie in Westendorf, müssten die Kirchen gefüllt werden um ihren Sinn als Haus Gottes und der Menschen zu erfüllen. Für den Festgottesdienst hatte der Kirchenchor mit der Mozartmesse Missa brevis in G Dur etwas ganz Besonderes präsentiert und heimste damit einige überraschte Blicke zur Orgel hinauf ein.

Die Pfarrei Westendorf gibt es wohl schon seit dem siebten Jahrhundert. Eine Kapelle zu Ehren der heiligen Maria und der heiligen Gertrud ist für das Jahr 1070 verzeichnet. Der romanische Kirchenbau wurde im fünfzehnten Jahrhundert durch ein Gebäude im gotischen Stil ersetzt, der Neubau der Kirche im heutigen Erscheinungsbild wird auf das Jahr 1741 datiert. Immer wieder wurde repariert und renoviert bis 2007 nach den Ursachen von Rissen im Gewölbe des Kirchenschiffes gesucht wurde. Das Schwingen der Glocken war es nicht, so Architekt Anton Kriesch. Die Standsicherheit des Gebäudes wurde überprüft, schließlich stellte sich heraus, dass die Ursache der Risse ein Fehler aus der Entstehungszeit der Raumschale war.

In zwei Bauabschnitten wurden die gefundenen statischen Mängel im Dachstuhl behoben und eine bewegliche Fuge eingebracht. Durch eine neue Gasheizung wurde Platz gewonnen für eine Toilette im Keller. Eine energiesparende LED Beleuchtung für die Fresken, Verbesserungen an der elektrischen Anlage und eine induktive Höranlage für Besucher mit Hörbehinderung in den beiden vorderen Bankblöcken komplettierte den Stand der Technik. In harmonischer Verbindung mit der von der Gemeinde neu gestalteten Hauptstraße soll die Außenanlage der Kirche offene Räume schaffen. Das wird allerdings noch etwas dauern. Auf dem Weg zum Festgottesdienst gingen die Kirchenbesucher noch über holprige Wege vorbei an freigelegten, unverputzten Mauern und gestapeltem Baumaterial.

Zum traditionellen Georgifest mit gutem Essen und schmissiger Musik der Westendorfer Musikanten lud die Pfarrgemeinde im Anschluss an den Gottesdienst ein.

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