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Bonstetten

12.04.2017

Eine der reichsten Gemeinden im Landkreis

Bonstetten hat hohe Rücklagen. (Symbolfoto)
Bild: Anne Wall

Bonstettens Haushalt hat gute Zahlen – dank sprudelnder Steuereinnahmen und höher Erlöse durch neues Bauland. Warum in der Gemeinderatssitzung trotzdem die Fetzen fliegen.

Eigentlich hätte der Bonstetter Gemeinderat bei der Verabschiedung des 6,4-Millionen-Euro-Haushalts Grund zum Feiern gehabt, denn er beinhaltet viele positive Entwicklungen und ermunterte selbst die Opposition zu lobenden Passagen. Doch in der Sitzung gab es dennoch Krach. Nicht einmal das Donnergrollen draußen vermochte den zeitweilig hohen Lärmpegel im Raum zu übertönen.

Im Mittelpunkt der mit zehn Tagesordnungspunkten reichlich gefüllten Sitzung stand mit Günther Tauber der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Welden. Unter den vier Mitgliedsgemeinden der VG rangiert der 1351-Einwohner-Ort zumindest haushaltstechnisch an der Spitze. Die Rücklagen, also das Vermögen, bezifferte Tauber auf etwa vier Millionen Euro. Eine Tatsache, wodurch Bonstetten laut Leo Kränzle von den Grünen „zu den reichsten Gemeinden des Landkreises“ zählt. Bevor er zu einer Generalabrechnung mit dem Etat anhob, hatte er noch darauf hingewiesen: „Ein Haushalt fast ohne Schulden und einer solchen Rücklage erfreut sicher das Herz eines jeden Kämmerers.“

Dieser spulte jedoch sachlich-nüchtern wie ruhig das umfangreiche Zahlenwerk ab und beließ es bei Hinweisen etwa auf „die beachtliche Steigerung bei dem Lohn- und Einkommensteueranteil“ der Kommune: „Da werden wir im kommenden Jahr die Millionengrenze überschreiten.“ Im Rückblick auf das Jahr 2007 bedeute das eine Verdoppelung.

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Als dicksten Brocken im Vermögenshaushalt stellte Tauber den Betrag von 2,3 Millionen Euro für den Grunderwerb im neuen Baugebiet Steinhalde sowie weiterer Baulandausweisungen vor. Die Gemeinde kann ihre Geschäfte wiederum ohne Kreditaufnahme erledigen, 2018 könnte sie dann sogar beinahe schuldenfrei werden.

Des einen Freud’, des anderen Leid: Weil man mehr einnahm, sank auch die sogenannte Schlüsselzuweisung durch den Freistaat. Die eher ungeliebte Kreisumlage stieg und beförderte Bonstetten von Platz 28 auf Rang 20 der Beitragszahler. Einen Anstieg gibt es außerdem im Verwaltungshaushalt bei den Personalkosten.

Die Harmonie ob der zahlreichen guten Werte fand spätestens dann ihr Ende, als Leo Kränzle nach seinem positiven Eingangsfazit vorsorglich schon mal die Ablehnung des Papiers ankündigte. Zwar habe sich Bonstetten in dieser Hinsicht „vom Armenhaus zur Landkreisspitze“ und von der „beinahe pleite gegangenen“ zur „hervorragenden Gemeinde“ entwickelt. Allerdings wollte Kränzle, den Bürgermeister Anton Gleich zwischendurch ermahnte, „nicht zu dramatisieren“, auch Schattenseiten erkennen. Etwa beim Bauboom, der von der Gemeindeführung „ohne klare städtebauliche oder soziale Zielsetzung“ beantwortet werde. Mitfeiern wollte auch Grünen-Kollegin Gertrud Wagner kaum, die sich über den Verlauf der vorbereitenden Haushaltsberatungen im Finanzausschuss enttäuscht zeigte: „Da war kaum Einvernehmliches, was jetzt behauptet wird.“ Wie Kränzle regte auch sie die Erstellung eines Straßenkatasters durch ein Fachbüro für die längst fälligen Reparaturen der in die Jahre gekommenen Straßen an.

Um gleich auf den Verkehrswegen zu bleiben: Nachdem der Etat 2017 mit 10:2 Stimmen verabschiedet worden war, folgte wegen des Antrags der Grünen auf Tempo 30 in der Bahnhof- und Hauptstraße das Verbal-Gewitter, das von stürmischem Läuten der Sitzungsglocke begleitet wurde. Hintergrund für die lautstarke Auseinandersetzung zwischen dem Bürgermeister und Ratsmitglied Kränzle war zum einen, dass sich die Grünen-Fraktion bei der Kommunalaufsicht beschwert hatte. Zudem wies Anton Gleich darauf hin, das Ansinnen sei schon im Rahmen von Sitzungen zur örtlichen Verkehrsberuhigung abgelehnt worden. Auch die zwei Stimmen der Vertreter der Freien Wähler konnten die Ablehnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung nicht verhindern. Die Kontroversen blieben fast den ganzen Abend, den die Stauffersberger Musikanten beim Üben im Nebenraum mit dem eher romantisch-melancholischen Song „My Bonnie Is over the Ocean“ eingestimmt hatten.

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