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Thierhaupten

25.06.2017

Eine geistige Tankstelle für die Dörfer

Die Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) in Thierhaupten feiert Jubiläum. Der Festakt fand im Kapitelsaal des ehemaligen Benediktinerklosters statt.
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Die Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) in Thierhaupten feiert Jubiläum. Der Festakt fand im Kapitelsaal des ehemaligen Benediktinerklosters statt.
Bild: Foto: Benedikt Siegert

Die Schule der Dorf- und Landentwicklung feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Wie die Ideenschmiede hilft, dass Menschen nicht zu Wutbürgern werden

Was macht Dörfer attraktiv? Wie kann man den ländlichen Raum fit für die Zukunft machen? Um diese und viele andere Fragen geht es bei den Veranstaltungen in der Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) in Thierhaupten.

Seit 25 Jahren gibt es diese Denkfabrik für die Dörfer in den Räumen des ehemaligen Benediktinerklosters. Dieses Jubiläum wurde am Freitag mit rund 100 Gästen – darunter auch der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner – gefeiert.

Wie angesehen die Bildungseinrichtung ist, machte die große Zahl prominenter Gäste deutlich, darunter Landtagsabgeordnete, Landräte, Kreis- und Bezirksabgeordnete, Bürgermeister und verschiedene Fachleute.

Seit ihrer Gründung haben 37500 Teilnehmer in über 1600 Veranstaltungen vom Wissen der Schule profitiert. Die SDL sei ein Musterbeispiel dafür, wie Menschen Initiativen entwickeln lernen, um ihr Dorf und ihre Heimat gemeinsam zu gestalten, erklärte Minister Brunner in seiner Ansprache. Profitiert hätten davon besonders die kleineren Gemeinden, die sich keine professionelle Hilfe leisten können.

Hauptaufgabe der Schule ist es, Bürger und Kommunalpolitiker durch Information, Motivation und Qualifikation in die Lage zu versetzen, die Entwicklung im ländlichen Raum eigenverantwortlich und konstruktiv mitzubestimmen. Da-für werden Schlüsselqualifikationen wie Methoden zur Entscheidungsfindung in Gruppen vermittelt oder Leitbilder erarbeitet.

Außerdem will man die Bürger für ihre Heimat sensibilisieren und für den Dialog mit den Planungsexperten schulen. Oberstes Ziel sei die Hilfe zur Selbsthilfe, sagte der Minister, der die SDL auch als „geistige Tankstelle für die Dörfer“ bezeichnete. Dabei solle den Teilnehmern aber nicht ein Konzept von oben übergestülpt werden, sondern diese sollen sich selbst eine Lösung erarbeiten.

SDL-Geschäftsführerin Gerlinde Augustin und ihr Team hatten für den Festakt ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. So wurden die Möglichkeiten und die Entwicklung der SDL auf eine besondere Art und Weise erläutert. Wolfgang Schneider vom Bayerischen Rundfunk interviewte dazu verschiedene Teilnehmer der SDL. Anhand dieser Beispiele wurde klar, wie die Seminare sich konkret in den Orten auswirken und wie sich im Laufe der Zeit die Themen verändert haben. Betty Mehrer aus Weyarn, die eine der ersten Veranstaltungen besuchte, berichtete beispielsweise, dass es für alle Beteiligten ein völliges Umdenken bedeutete, dass nicht nur gewählte Personen bei der Entwicklung des Ortes mitreden durften.

Dr. Peter Jahnke, Vorsitzender des Fachbeirats der SDL, erinnerte an die ersten Seminare. Der Andrang sei groß gewesen. Es habe damals so ausgesehen, als hätten die Leute auf solch ein Angebot gewartet.

Auch in Zukunft wird der ländliche Raum vor einigen Herausforderungen stehen. SDL-Geschäftsführerin Augustin erklärt: „Der gesellschaftliche Wandel macht nicht Halt vor unseren Kommunen. Schnell mutiere ein sogenannter Schlafbürger zum Wutbürger.“ Deshalb sei es wichtig, das Miteinander zu pflegen und die Bindungskräfte in der Kommune zu stärken.

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