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Dinkelscherben/Ursberg

10.10.2019

Eltern aus Dinkelscherben müssen plötzlich für Schulweg bezahlen

Auf das Ringeisen-Gymnasium in Ursberg im Landkreis Günzburg gehen traditionell auch Schüler aus dem westlichen Landkreis Augsburg.
Bild: Hans Bosch

Bisher hat der Kreis Augsburg für den Bus bezahlt, der Schüler aus Dinkelscherben nach Ursberg bringt. Jetzt werden Eltern beteiligt - wegen einer ganz anderen Schule.

Für viele Eltern aus dem westlichen Landkreis Augsburg ist das Gymnasium in Ursberg die erste Anlaufstelle. Klar: Die Privatschule der St.-Josefskongregation Ursberg ist für sie eine der nächstgelegenen Einrichtungen. Bislang übernahm der Landkreis die Buskosten in den Nachbarlandkreis. Jetzt hat sich die Situation geändert – zumindest für Familien aus Dinkelscherben. Sie fielen aus allen Wolken, als ihnen das Landratsamt erklärte, dass die Kosten nur noch anteilig übernommen werden. Das hat einen besonderen Grund.

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Seit dem Schuljahr 2017/2018 nimmt das Maria-Ward-Gymnasium in Günzburg auch Buben auf – bislang waren es nur Mädchen. Laut Behörde sei die Schule jetzt vergleichbar mit dem Gymnasium in Ursberg, weil es auch dieselben Ausbildungsrichtungen anbietet. Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber: Die jährlichen Fahrtkosten von Dinkelscherben nach Ursberg sind höher. Sie belaufen sich auf rund 1400 Euro. Mit der Bahn von Dinkelscherben nach Günzburg zu fahren, kostet aber nur rund 1200 Euro, was einen Unterschied von 200 Euro ausmacht. Und genau darum geht es. Der Landkreis übernimmt nur den "geringsten Beförderungsaufwand".

Deshalb werden die Fahrtkosten nicht übernommen

Derzeit sind von der Regelung die Eltern von neun Fünftklässlern betroffen. Künftig könnten es laut Landratsamt bis zu 40 Eltern sein. Und: Sollte die Differenz der Fahrtkosten einmal höher als 20 Prozent liegen, dann müssten Eltern nach der aktuellen Rechtslage den gesamten Betrag übernehmen. Derzeit sind es 17 Prozent.

Eltern aus Dinkelscherben müssen plötzlich für Schulweg bezahlen

Diese 20-Prozent-Regelung, die jüngst im Schul- und Kulturausschuss des Kreistags Thema war, soll Eltern entgegenkommen, erklärte Fachbereichsleiter Armin Falkenhain. Sie soll Eltern Sicherheit geben. Denn: Was wäre, wenn es unerwartet zu einer Tariferhöhung kommen würde? Und im Folgejahr wieder? Müssten dann die Eltern dann die vollen Fahrtkosten tragen? Oder nicht? Oder müssten dann die Kinder ständig die Schule wechseln?

Das steckt hinter der Regelung

Im vergangenen Jahr wurden die Fahrtkosten nach Ursberg noch voll übernommen, weil weder der Landkreis noch die Eltern bei der Schulanmeldung ihrer Kinder über die Veränderungen im Günzburger Gymnasium im Bilde waren. Und: Viele Eltern hatten die Günzburger Schule nicht auf dem Schirm, weil sie ihren Nachwuchs traditionell nach Ursberg geschickt hatten.

Eine ähnliche Konstellation gibt es übrigens aktuell auch bei der Wirtschaftsschule Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu und beim Gymnasium Buchloe, die von Schülern aus dem südlichen Landkreis besucht werden. Auch für sie gilt: Der Landkreis übernimmt in Zukunft grundsätzlich bis zum Schulaustritt oder bis zu einem Umzug anteilig die Fahrtkosten zur nächstgelegenen Schule – sofern die die 20-Prozent-Regelung greift. Stichtag ist jeweils der 1. August zu Beginn eines Schuljahres.

Die Schulbeförderung im Überblick

Grundsätzlich werden die Beförderungskosten zur nächsten Schule übernommen. Als nächstgelegene Schule gilt diejenige, die mit den geringsten Fahrtkosten erreichbar ist. Eine Ausnahmeregelung in der so genannten Schülerverordnung ermöglicht es dem Landkreis Augsburg, zumindest die anfallenden Kosten von Dinkelscherben zum Günzburger Gymnasium zu übernehmen. Die Differenz müssen die Eltern tragen.

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