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Kind & Kegel

05.11.2018

Eltern brauchen Zeit zu zweit

Auch wenn ein Kind da ist, sollten junge Eltern etwas für ihre Beziehung tun und manchmal etwas zu zweit unternehmen, wie etwa eine kleine Wanderung.

Die Geburt eines Babys ändert vieles. Ratschläge, damit es nicht zu viel wird

Die Geburt ihres Sohnes Elias war für Vater Thomas und Mutter Antonia das größte Glück auf Erden. Zumindest war es das, was die Gesellschaft den frischgebackenen Eltern suggerierte. Und obwohl sie natürlich glücklich über ihren kleinen Schatz waren, erlebten sie beinahe gleichzeitig, was es auch bedeutet, dieses Glück zu haben: Schlaflose Nächte, das Gefühl von Überforderung und totaler Erschöpfung machte sich breit.

Helga Simon-Saar, die Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen beim Bistum Augsburg weiß: „Dieser Zustand ist total normal.“ Keiner muss deswegen glauben, den falschen Partner zu haben oder gar in die Rubrik „schlechte Eltern“ zu gehören. Und genau das ist auch die wichtigste Botschaft ihres Vortrags zum Thema „Auch als Eltern Paar bleiben“. Es geht darum, Anregungen zu liefern auf die Frage: Wie können Eltern diese Herausforderung meistern?

Statistisch belegt ist, dass die Zufriedenheit mit der Partnerschaftsqualität nach der Geburt des ersten Kindes sinkt. Häufig geht das Auseinanderdriften der Paare auch auf das Auseinanderdriften der unterschiedlichen Lebenswelten zurück. Denn in der Regel kommt es bei den meisten Paaren erst einmal zu einer traditionellen Rollenaufteilung: Väter arbeiten mehr, Mütter sind zu Hause. Wann es hingegen passiert, dass Eltern als Paar auseinanderdriften, kann nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt werden. Stattdessen bezeichnet die Diplom-Psychologin Simon-Saar den Prozess als „schleichend“. Ehepartner fühlen sich allein, unglücklich, sprechen wenig miteinander oder streiten mit der Zeit immer häufiger.

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„Eltern sollten sich auf den Kern der Familie besinnen – und das ist ihre Partnerschaft“, rät die Psychologin. Wohlwollen und Wertschätzung sind dabei die Verhaltensgrundregeln in einer Partnerschaft, die auch auf das Familienleben und die Eltern-Kind-Beziehung einen großen Einfluss haben. Krankt es an Wertschätzung und Freundlichkeit in der Beziehung, kann es auch nötig werden, die Rollen zu Hause neu auszuhandeln.

Helga Simon-Saar rät zur Präventionsarbeit, bevor eine Eskalation zu Hause droht. Eltern sollten sich dazu mit der Frage auseinandersetzen, wie sie gemeinsame Paarzeit je nach ihren individuellen Möglichkeiten aufrechterhalten können. „Auch kurze Zeit zu zweit ist besser als keine“, verrät die Psychologin. Auch rät sie, wachsam zu bleiben. Kleine Gesten im Alltag zeugen von Zuneigung, Liebe und Wertschätzung. Auch wer sich gegenseitig den Rücken freihält und individuell nutzbare Freiräume schafft, unterstützt den Partner. Ist Unterstützung seitens einer Beratungsstelle nötig, rät die Psychologin dazu, diese rasch anzunehmen. Je länger diese Verletzungen die Partnerschaft beeinträchtigen, desto größer ist die Verbitterung – und desto schwieriger ist der Weg zurück in eine gesunde Partnerschaft.

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