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Unternehmerporträt

02.01.2019

Er ist der Meister des Lichts

Über 100 von diesen LED-Panels hat Christoph Klimesch im Naturmuseum in Augsburg angeschlossen. Für gewöhnlich haben die Panels eine quadratische Form und werden in Büros verbaut.
Bild: Steffi Brand

Christoph Klimesch stemmt in seinem kleinen Laden große Projekte. Dafür reist er auch nach China

Wenn Unternehmer Christoph Klimesch in seinem Laden in der Meitinger Schloßstraße sitzt, wartet er nicht etwa auf Laufkundschaft. Diese machen nur etwa fünf Prozent seines Umsatzes aus. Stattdessen steuert, ordert und managet der 49-Jährige von Meitingen aus Belichtungskonzepte und den Einkauf der dafür nötigen Waren aus China – und zwar für Unternehmen aus dem Lechtal und andernorts.

Sein bisher herausforderndstes Projekt – ein Beleuchtungskonzept für das Naturmuseum in Augsburg – ist aktuell auf der Zielgeraden. 900 LED-Lampen hat er dort eingesetzt und damit auf sieben Stockwerken für neuen Lichtglanz gesorgt. Sogenannte LED-Tracklights und Panels kommen in Augsburg zum Einsatz. Künftig soll noch der Feinschliff folgen, was bedeuten könnte, dass über eine Steuerung gedimmt wird, der die Exponate im Naturmuseum vor allem dann hell beleuchtet, wenn Besucher den Raum betreten. Ohne Besucher im Raum reduziert sich das Belichtungsniveau auf eine Grundbeleuchtung. „So können die Exponate geschont und Kosten gespart werden“, erklärt der Licht-Experte.

Zu diesem wurde Klimesch auf ganz ungewöhnlichen Wegen, denn eigentlich hat der 49-Jährige einst die Wirtschaftsschule besucht und anschließend eine Kochausbildung in Donauwörth absolviert. Nur kurze Zeit blieb er in der Gastronomie.

Wenige Monate nach seiner Lehre ging er zur Bundeswehr und arbeitete anschließend in einem Fensterfachgeschäft in Thierhaupten im kaufmännischen Bereich. Durch nebenberufliche Fortbildungen im Bereich EDV wurde er nach sechs Jahren in Thierhaupten Programmierer in einer Augsburger Firma, die jedoch in Konkurs ging. Anschließend habe er sich auf LED-Technik eingeschossen und bemerkt: „LEDs im Online-Shop zu vertreiben ist recht schwierig.“

Vorsichtig justierte er nach und bietet seit 2013 vor allem eins an: Beratung in puncto Licht.

Seine Kunden sind Autohäuser, Optiker, Modehäuser, Sanitätshäuser und Ärzte. Und sie alle haben ihre ganz eigenen Ansprüche an die Beleuchtung in ihren Unternehmen. Wenn Klimesch ein Belichtungskonzept zu erstellen hat, dann achtet er auf den Abstrahlwinkel, das Lichtspektrum und auf die Wirkung der Lichtfarbe: Weißes Licht ermuntere zum Arbeiten und ist fürs Büro gut geeignet. Warmes Licht ist eine Erinnerung an das Lagerfeuer der Vorfahren, gilt als warm und empfiehlt sich für die Beleuchtung von Wohnräumen.

Ein großer Unterschied bestehe auch in der Beleuchtung von einer Industriehalle und einem Büro. „In der Fertigung gibt es Standards, die eingehalten werden müssen, in Büros zählt auch das persönliche Empfinden“, erklärt der 49-Jährige.

Was in seinem Unternehmen im Jahr 2019 ansteht, das verrät Klimesch bereits jetzt. Er plant ein Warenlager in der Region, um flexibler und schneller reagieren zu können, wenn sein selbst konzipiertes Beleuchtungskonzept steht, und um die Kosten für den Transport zu reduzieren. Auch ist der 49-Jährige auf der Suche nach einem Vertriebsmitarbeiter für seine Firma.

Dass in seinen Plänen für die Zukunft China eine große Rolle spielt, hat mehrere Gründe. Zum einen hat er mittlerweile gute Connections zu den Zulieferern aus Asien, die er seit 2015 bereits achtmal besucht hat. Zum anderen hat er sich direkt bei seinem ersten Aufenthalt in China im Jahr 2015 in eine Chinesin verliebt, die ihm von einem Foto von der Wand im Meitinger Büro immer über die Schulter sieht. Beraten kann sie vom Foto aus natürlich nicht.

Allerdings tut Klimesch das auch selbst ganz gerne, wenn sich doch ein Privatkunde in den Laden in der Meitinger Schloßstraße verirrt und sich dann eine besondere Beratung in puncto LED-Beleuchtung wünscht.

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