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Politik

09.03.2017

Er will mit 31 Jahren an die Spitze der Stadt

Glückwünsche zur Bürgermeisterkandidatur bekam Peter Rauscher (Dritter von links) von Martina Bauer, Paul Reisbacher und Herlinde Schmid.
Bild: Maximilian Czysz

Die Grünen nominieren in Stadtbergen Peter Rauscher, der der CSU Zynismus vorwirft

„Mann muss nicht alles verändern, das gut läuft. Aber es gibt vieles, das man besser machen kann“: Was genau das ist, erläuterte Peter Rauscher am Dienstag bei der Nominierungsversammlung der Stadtberger Grünen, die offiziell ihren Bewerber für das Bürgermeisteramt kürten. Mit seinen 31 Jahren ist Rauscher der jüngste Herausforderer von Paul Metz (CSU). An politischer Erfahrung fehlt es dem Rettungsassistenten beim Bayerischen Roten Kreuz deshalb aber nicht. Seit September ist Rauscher Vorsitzender der Augsburger Grünen. Zuletzt war er mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth, unterwegs.

Schon als Kind hatte ihn Politik fasziniert. Mit zwölf Jahren habe er das Ende der Ära Helmut Kohl gefeiert, sagte er am Dienstag bei seiner Vorstellung. Damals wurde er auch Mitglied der Feuerwehr in Inningen. Die Faszination für das Ehrenamt hat ihn nicht losgelassen. Rauscher sei immer noch Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Der gebürtige Augsburger lebt mit seinem Partner, fünf Hühnern und seinen Bienen in Inningen.

Die Insekten waren es, die ihn zu den Grünen brachten. Rauscher studierte sie und versuchte die Zusammenhänge in der Natur zu verstehen. Irgendwann sei für ihn immer deutlicher geworden: „Da läuft einiges schief.“ Und: Um Fehlentwicklungen zu korrigieren, braucht es eine politische Lösung. Mit 21 Jahren wurde er Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Wenn er mit 31 Jahren nach der Wahl am 24. September Bürgermeister werden sollte, will er „Politik mit und für die Menschen“ machen. Rauscher will sich dafür einsetzen, dass die Stadtberger frühzeitig und mit offenen Karten beteiligt und mitgenommen werden. Damit schnitt er das Thema Bürgerbegehren an: Rauscher findet es zynisch, wenn Paul Metz angesichts des Votums von seiner Partei als „einziger Garant“ bezeichnet wird, der Politik für alle Menschen in der Stadt mache.

Schlechte Noten für die CSU gab es auch bei der Finanzpolitik. Sie sei zu kurz gedacht, sagte Rauscher. „Ich will, dass wir Stadtbergen langfristig auf eine solide Finanzkraft heben, die nicht auf den Verkauf von Tafelsilber angewiesen ist.“ Das Argument von Metz, ein Gewerbegebiet an der B300 diene dazu, heimische Firmen zu halten, lässt Rauscher nicht gelten. Er versprach: Mit ihm als Bürgermeister werde es einen Weg geben, auf Stadtberger Flur zu bleiben. Rauscher: „Wir gehen andere Wege der Flächennutzung, die für alle Akteure mittel- bis langfristig den meisten Nutzen bringen.“ Wie das konkret aussehen soll, ließ er offen. Dafür ging er in seiner Bewerbungsrede auf die Themen Verkehr, Wohnungsbau und Stadtentwicklung ein. Rauschers Worte kamen bei der Versammlung an: Er wurde mit zwölf Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.

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