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Brauchtum(Serie Teil 1)

26.11.2011

Erinnerungen an die Schäfflertänzer

4 Bilder

Das Heimatmuseum Dinkelscherben eröffnet am Sonntag eine Sonderausstellung über den Schäfflertanz. Der nächste Schäfflertanz findet 2012 statt

Dinkelscherben Zwei Wochen lang wurde im Heimatmuseum im Zehentstadel gewerkelt, sortiert und poliert, bis nun an diesem Sonntag während des Marktes ab 10 Uhr die Sonderausstellung über den Schäfflertanz in Dinkelscherben eröffnet wird. Die Ausstellung bietet mit zahlreichen Exponaten und Bildern einen umfangreichen Einblick in das über einhundert Jahre alte Schäfflertreiben in der Gemeinde.

Schon beim Eintreten in das Museum sticht sofort einer der Blickfänge der Ausstellung ins Auge. Ein Puppenmodell zeigt die Schäfflertänzer bei ihrer wohl berühmtesten Tanzfigur, der Krone. Daneben läuft ein kleiner Stoffclown mit buntem Gewand und Saublase. Dieses liebevoll ausgearbeitete Modell fertigten Anni Viehauser und andere fleißige Damen bereits vor vielen Jahren für einen Dinkelscherber Markstoi an. „Das Exponat lag lange unentdeckt im Dachboden des Zehentstadels“, so Konrad Niederhuber, Vorstand des Heimatvereins.

Doch im Heimatmuseum ließ sich sonst nur recht wenig Material finden, weshalb die Dinkelscherbener Bürger aufgefordert wurden, sich an der Sonderausstellung mit ihren Erinnerungsstücken zu beteiligen. Und so sichteten Niederhuber und sein Team über 1500 Fotos von vergangenen Schäfflertänzen. Eine Auswahl hängt nun vergrößert an den Wänden des Museums. Neben echten Clowns- und Trachtgewändern fanden auch alte 16mm-Filmrollen sowie Video- und Tonkassetten einen Weg in die Ausstellung. „Hier sind wir noch dabei, geeignete Abspielgeräte zu finden“, so Niederhuber. Gut möglich also, dass es in Bälde auch einmal einen Filmabend geben wird, bei dem auf großer Leinwand die Schäfflertänzer von 1977 und 1984 zu sehen sein werden.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist das eigentliche Schäfflerhandwerk. So zeugen alte Handwerkzeuge und eine große Fügenbank von den Anstrengungen und der Kunst des Berufes der Fassmacher. Gleich nebendran grinst frech das Bild eines Clowns, denn diesem ist auch eine Wand mit Fotos und Schriftstücken gewidmet. Wie auch bei den vielen anderen Bilddokumenten liegt hier die Freude beim Betrachter, das ein oder andere bekannte Gesicht aus alten Zeiten darauf zu entdecken.

Das Konzept der Ausstellung basiert auf einer sehr schön hergerichteten und bunten Sammlung von Exponaten, Bildern und auch Zeitungsartikeln sämtlicher Jahre, die das Spektakel „Schäfflertanz“ in Dinkelscherben darstellen möchte. „Die Ausstellung soll kein chronologischer Rückblick sein, sondern eine Begleitung für den kommenden Schäfflertanz im Jahr 2012“, so Niederhuber. Dennoch lässt sich dabei einiges über die Geschichte und Tradition des Tanzes in Dinkelscherben erfahren. Eine Fotowand zeigt beispielsweise Gruppenbilder der letzten 14 Tanzsaisonen, seit dem ersten Schäfflertanz im Jahre 1893. Gleich nebenan finden sich handgemalte Nachkriegszeichnungen der verschiedenen Tanzfiguren und ein besonders wertvolles Sammlungsstück aus dem Jahre 1949. In dem noch gut erhaltenen Tanzbuch wurden handschriftlich alle Tänze und sogar die Sprüche der Reifenschwinger eingetragen.

Doch trotz aller sorgfältigen und liebevollen Aufbereitung der über 100 Jahre alten Schäfflertanzgeschichte beschäftigt Niederhuber noch ein großes Rätsel. Ein abgegebenes Exponat war eine alte Schranktür. Dort finden sich Verzierungen eines Fasses, die Zahl 1893 für das erste Dinkelscherbener Tanzjahr und die Initialen „UN“. „Wir wissen immer noch nicht, woher dieses Stück kommt und wem es einmal gehörte“, so Niederhuber. Eines Tages sei es plötzlich auf einem Sperrmüllhaufen aufgetaucht. Ein Geheimnis, welches vielleicht während der Ausstellung gelüftet wird, möglicherweise auch mithilfe der Besucher.

Eröffnung der Sonderausstellung zum Schäfflertanz ist am morgigen Sonntag, 27. November, um 10 Uhr. Sonst hat das Heimatmuseum jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

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