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Ausstellung

14.09.2019

Erinnerungen an einen Meister der Lithografie

Das Werk „Radeltour“von H Kiesling, das in der Ausstellung in Neusäß zu sehen ist.
Bild: Sybille Schiller

Die Werke von H Kiesling lösen bei der neuen Schau im Neusässer Rathaus Bewunderung und Freude aus

Soll das Oeuvre des Augsburger/Stadtberger Künstlers H Kiesling (1939-2013) gewürdigt werden, muss als Erstes das Gefühl der Freude über sein Können genannt werden. Nachzusehen ist das in der Retrospektive im Rathaus Neusäß. Zur Freude gesellt sich dort auch die Bewunderung für – so formulierte es Laudatorin Sylvia Jäkel – den „Meister der Lithografie“, mit der er seine Kunst gewordene Ironie dank der Technik des Steindrucks festgehalten hat.

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Und schließlich blitzt aus manchen von H Kieslings Arbeiten auch eine gewisse „Schadenfreude“. Als Beispiel sei hier „Kopf bei Föhn“ genannt, weil darauf farblich plakativ festgehalten ist, wie sich jemand bei Föhnwetter mitunter fühlt. Für diese Situationsbeschreibung bedarf es nicht einmal der sonst so perfekt schnellen Kiesling-Strich- und Pinselführung. Nicht weit entfernt vom „Kopf bei Föhn“ tummeln sich „Engel“, von denen einer „im Anflug“, ein anderer „restlos zufrieden“ ist. Über diese „englischen“ Ausflüge freuen sich die Betrachter wie auch über „Guru 3“. Nein, H Kiesling – um nochmals Sylvia Jäkel zu zitieren – „hatte kein Problem damit, Themen zu finden für ein Bild oder Serien“. Für Letztere variierte er gerne je nach Stimmung das gewählte Motiv.

Für diesen Künstler wäre auch der „Klimawandel“ ein brisantes Thema gewesen, dem er sich mit seinem Interesse und dem auf vielen Arbeiten erkennbaren gesellschaftlichen Engagement bestimmt gewidmet hätte, vielleicht mit Lithos, die zum Beispiel die Serie „Rauchzeichen“ fortgeführt, die Serie der Engel aber mit einem „Engel restlos unzufrieden“ beendet hätten.

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Für Veranstaltungen wie die „Augsburger Radlnacht“ könnte durchaus H Kieslings Acrylgemälde (und darauf erweist er sich als Meister) „Radeltour“ eine Super-Plakat-Vorlage sein, die alle Radelwilligen ermuntert, in die Pedale trappen.

Die „Radeltour“ gehört zu jenen unverkäuflichen Arbeiten, die im oberen Umgang des Rathauses unweit der drei blauäugigen „Clowns“ hängen, mit denen auf dem Flyer für die Retrospektive geworben wird. Hier wird der H Kiesling, der im Dezember 80 Jahre alt geworden wäre, noch einmal lebendig. Freunde und Kunstlieber konnten auf der Vernissage Erinnerungen mit H Kieslings Witwe Hanne und seinem Sohn Hans Kiesling auffrischen.

Zu den Erinnerungen gehörte auch die Umrahmung durch Ursula Dumberger (Gesang) und Bernd Rathgeber (Gitarre), denn das Duo war stets die akustische Begleitung auf allen H-Kiesling-Ausstellungen.

Nochmals zurück zu den Werken dieser Retrospektive, denn es gibt dort, das sei erneut betont, farbliche und gestalterische Kostbarkeiten zu entdecken. Auch die überarbeite Lithografie-Montage seiner Arbeit „Ich war noch nie am Königssee“, für die H Kiesling 2001 den Neusässer Kunstpreis erhalten hat, gehört dazu. Am 25. September führt H Kieslings Sohn, Hans Kiesling um 17 Uhr durch die Schau.

Rathaus Neusäß, Hauptstraße 28, bis 29. Oktober, geöffnet Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr.

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