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Beratung

22.05.2020

Familienstation: Hilfe gibt’s jetzt telefonisch

Auch wenn die Gersthofer Einrichtung für Besucher geschlossen ist, sind viele Angebote weiter verfügbar

Auch wenn die Familienstation in Gersthofen derzeit für Publikumsverkehr geschlossen ist, so bleibt ihr Angebot – wenn auch ausgedünnt – bestehen. Dies wollen das Team der Station sowie die Stadtverwaltung auch dokumentieren. So wurde das Plakat „Gersthofen bleibt stark!“ entworfen: Auf diesem wird in klarer, einfacher Sprache gezeigt, was alles zur Unterstützung der Menschen geleistet wird.

Die Familienstation ist ein sozialer Knotenpunkt für Beratung, Begegnung, Unterstützung und Bildung. Dort gibt’s unkompliziert Hilfe bei allen Fragen rund um die Familie, bei Erziehung und Integration, Umgang mit Behörden, Krankheit und Behinderung. Die Angebote sind kostenfrei, unabhängig von Religion und Herkunft und unterliegen der Schweigepflicht.

„Die Anregung für das Plakat kam sowohl von der Familienstation als auch aus dem Helferkreis für die Flüchtlinge, erklärt Stefan Krug, Sachgebietsleiter Soziales bei der Gersthofer Stadtverwaltung. Es sei notwendig geworden, auf die weiterhin bestehenden Möglichkeiten hinzuweisen, betont Integrationslotsin Christine von Gropper vom Diakonischen Werk: „Seit dem 30. März gibt’s Integrations- und Flüchtlingsberatung nur noch per Telefon.“ Lediglich dringende Papiere können seitdem noch zur Bearbeitung ins Gersthofer Trettenbachhaus – das derzeitige Domizil der Station – gebracht werden.

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Und weil sie und ihr Team häufig mit Menschen zu tun haben, die nicht so gut Deutsch können, wurde bei dem Plakat auf einfache Aussagen geachtet, die jeweils auch durch ein Bild illustriert werden. Auf dem Plakat genannt werden auch weitere Angebote der Stadt, zum Beispiel auch des Freiwilligenzentrums Zebi. „Wir haben die Idee aufgegriffen, wollten da sein, wo sich die Menschen aufhalten und haben auch auf die örtlichen Geschäfte hingewiesen“, so Stefan Krug. Schließlich wollte man zeigen, dass die verschiedenen Angebote trotz der derzeitigen schwierigen Situation nicht ganz verschwunden sind. „Es ging darum zu demonstrieren: Wir sind noch da – nur anders als bisher.“

Zudem holte Krugs Team auch die Kirchengemeinden, den sozialpsychologischen Dienst sowie die Ehe-, Familien- und Lebensberatung mit ins Boot. „Dabei haben wir nicht zuletzt beim Aufhängen der Plakate viel Unterstützung bei der Geschäftswelt bekommen.“

Stefan Krug nennt ein Beispiel für eine Aussage auf dem Plakat: „Wir dürfen nicht raus – Wir kaufen für Sie ein, holen Rezepte und Medikamente.“ Bei jeder Aussage ist die Telefonnummer angegeben, an die sich Betroffene wenden können.

Geändert werden mussten allerdings manche Angebote: So werden die Einkäufe für Menschen, welche die Wohnung nicht verlassen können, jetzt kontaktlos erledigt: Der Einkaufszettel wird inklusive Geld in einer Tüte außen an die Tür gehängt. Nach dem Einkaufen bringt der Helfer sie vor die Tür und wartet aus der Distanz, bis die Ware beim Besteller angekommen ist. „Allerdings nehmen wir niemanden mehr mit ins Auto“, betont Krug.

Viele ältere Menschen wollten aber nach all der Zeit raus und selbst einkaufen gehen. „Da versuchen wir sie davon zu überzeugen, dass sie besser unseren Einkaufsdienst nutzen, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten.“ Eines fügt Krug hinzu: „Um den Einkaufsdienst dauerhaft aufrechterhalten zu können, brauchen wir dringend Freiwillige.“ Diese können sich gerne und jederzeit im Rathaus oder dem Freiwilligenzentrum melden.

Freiwillige wiederum stehen als telefonische Ansprechpartner für Menschen zur Verfügung, die darunter leiden, dass sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen dürfen. „Wir wollen ihnen das Gefühl geben, dass sie immer noch wahrgenommen werden“, sagt Krug.

Christine von Gropper hat im Zuge der derzeit nur telefonisch möglichen Beratung eines festgestellt: „Da werden, wohl wegen der Anonymität, oftmals Themen angesprochen, die in direkten Gesprächen unter vier Augen nicht kommen.“ Deswegen überlegen sie und das Team der Familienstation derzeit, in welcher Form das telefonische Beratungsangebot auch in einer Zeit nach der Corona-Pandemie aufrechterhalten bleiben soll.

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