1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Feuerwehren rücken jetzt gemeinsam aus

Ehrenamt

17.08.2019

Feuerwehren rücken jetzt gemeinsam aus

In Meitingen gibt es ein Pilotprojekt, damit die Mannschaftsstärke größer wird. Welche Idee dahintersteckt

Es ist ein Problem, das viele freiwillige Feuerwehren umtreibt: Während des Tages sind viele aktive Mitglieder nicht im Ort, weil sie andernorts arbeiten. Bricht dann ein Feuer aus oder werden die Floriansjünger zu einem Unfall alarmiert, fehlt es an der Mannschaftsstärke, um ausrücken zu können. Die Folge: In der Integrierten Leitstelle (ILS), in der der Einsatz gemeldet und disponiert wird, wird die Auswahl an alarmierbaren Feuerwehren immer geringer – und das, obwohl der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Kommune ist (siehe Infobox).

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

In Meitingen gibt es deshalb nun ein Pilotprojekt. Wie dieses aussieht, erläuterte Bürgermeister Michael Higl in der Sitzung des Gemeinderates. Er berichtete, dass man in allen Ortsteilen vor allem tagsüber an der Grenze der Einsatzbereitschaft sei. Das bedeutet: Die Ortsteilwehr wird zwar alarmiert, wenn es im jeweiligen Ortsteil einen Einsatz gibt, allerdings erkennt der Computer in der Leitstelle auch direkt, dass noch weitere Feuerwehren alarmiert werden müssen, um den Einsatz bewerkstelligen zu können.

Ein Beispiel: Gesetzt den Fall, in Meitingen ereignet sich ein Zimmerbrand, der im Fachjargon der ILS als „Brand-3“ eingestuft wird. Der Computer der Leitstelle weiß mit dieser Alarmstufe bereits, dass er mindestens 12 Leute alarmieren muss, um die benötigte Mannschaftsstärke zu stellen. Hat die Freiwillige Feuerwehr Meitingen acht Personen gemeldet, fehlen dem Computer (rein rechnerisch) noch vier Personen, die dann der Bereichsfolge entsprechend alarmiert werden.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Das bedeutet: Im Norden der Gemeinde würden die Ortsteilwehren von Ostendorf und Waltershofen alarmiert, im Süden Herbertshofen und Erlingen und im Westen Langenreichen. Da es allerdings in den Ortsteilwehren tagsüber an aktiver Mannschaftsstärke krankt, was in der ILS hinterlegt ist, ging dort eher selten ein Alarm ein. Ein Ausrücken war – nach dem alten Prinzip – nämlich erst mit der Mannschaftsstärke einer Staffel (sechs Personen) oder einer Gruppe (neun Personen) möglich.

Das neue Konzept sieht die Freiwillige Feuerwehr Meitingen und die Ortsteilwehren künftig als Gruppe. Je nachdem, wo ein Feuer ausbricht oder ein Unfall passiert, schrillen nun zusätzlich zu Meitingen die Sirenen in Herbertshofen, Erlingen und Langenreichen beziehungsweise in Waltershofen und Ostendorf. Diese gemeinsame Alarmierung in zwei Gruppen erfolgt laut Higl tagsüber zwischen 7 und 18 Uhr. In der Probephase soll nun getestet werden, ob dieses Konstrukt funktioniert.

Ziel sei, mehr Feuerwehrleute zu alarmieren, sodass auf die Gruppe gesehen genügend Männer und Frauen zur Verfügung stehen, um den Einsatz zu bewerkstelligen. Außerdem solle damit auch der Feuerwehrdienst für die Aktiven attraktiver gestaltet werden, erklärt Higl. Der Grund: Im Falle eines Alarms können so diejenigen ausrücken, die gerade im Ort sind – auch wenn sie alleine weder Staffel noch Gruppe stellen würden. Laut Higl laufe diese Alarmierung zunächst einmal in einer Probephase. Laut Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister könne das System auf Wunsch auch an anderen Stellen umgesetzt werden.

Doch nicht nur das System der Alarmierung hat sich geändert, sondern auch die Anzahl und die Standorte der Sirenen. In Herbertshofen gibt es zwei neue. Die Standorte sind das Feuerwehrgerätehaus und die Mendelstraße. Die Anlage auf dem Schulgebäude bleibt bestehen. Ein Beschallungsgutachten habe gezeigt, dass die Sirene nicht überall im Ort gehört werde, sagte Higl. Das sei für die Feuerwehr schlecht. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass die Sirenen auch für den Katastrophenschutz nötig sind, um die Bevölkerung warnen zu können. Auch in Waltershofen gab es Veränderungen. Dort wurde die Sirene von einem Privathaus abmontiert. Es gibt nun einen Sirenenmast am Bürgerhaus.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren