1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. „Fridays for Future in Altenmünster: Staunen bei den Anwohnern

Altenmünster

24.08.2019

„Fridays for Future in Altenmünster: Staunen bei den Anwohnern

Copy%20of%20IMG_1009.tif
2 Bilder
Rund 50 Schüler haben vor dem Rathaus in Altenmünster demonstriert. Als Zeichen für die Dringlichkeit ihres Anliegens formierten die Schüler sich zu einem Kreis, legten sich nieder und schwiegen für mehrere Minuten.
Bild: Brigitte Mellert

In der 4000-Einwohner-Gemeinde gehen 50 Schüler auf die Straße, um für das Klima zu demonstrieren. Damit locken sie die Bürger aus ihren Häusern.

So etwas haben die Anwohner in Altenmünster noch nicht in ihrer Gemeinde erlebt. Am Freitagnachmittag haben mitten in der Ferienzeit rund 50 Schüler vor dem Rathaus für den Klimaschutz demonstriert: Fridays for Future – und das außerhalb der Schulzeit.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Organisiert hat die Demonstration Franziska Kaiser. Die Zehntklässlerin vom Maria-Stern-Gymnasium in Augsburg ist zusammen mit rund 150 weiteren Schülern eine Woche lang in einem Feriencamp in Violau. Bayernweit sind die Schüler in das Schullandheim ins Augsburger Land gekommen, um gemeinsam Mathe zu büffeln – und um für das Klima zu demonstrieren. Die Köpfe dahinter sind Franziska Kaiser, die 16-jährige Chiara Knöpfle aus dem Landkreis Neu-Ulm und die 14-jährige Benedikta Seitz aus Schrobenhausen. Die Idee dazu hatten die Schülerinnen am Sonntag, lange gezögert haben sie nicht und auch schnell ihre Mitschüler für die Idee begeistern können. „Zusammen mit unseren Betreuern haben wir im Landratsamt die Demonstration angemeldet“, erklärt Kaiser. Eigentlich war diese bereits für Mittwoch geplant, doch wegen des schlechten Wetters haben sie die Demonstration auf Freitag verschoben.

Schüler haben die Demonstration alleine organisiert

Den Ablauf der „Fridays for Future“ Demos kennt Kaiser bereits aus Augsburg. Drei bis vier Mal hat die Schülerin dort für das Klima demonstriert. In Altenmünster ist sie nun verantwortlich für den Ablauf: Von Violau aus kommend setzen sich die Schüler langsam in Bewegung in Richtung Rathaus. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ rufen die Schüler im Chor, während Franziska Kaiser mit einem Megafon den den Sprechtakt vorgibt.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg
Rund 50 Schüler haben vor dem Rathaus in Altenmünster demonstriert. Als Zeichen für die Dringlichkeit ihres Anliegens formierten die Schüler sich zu einem Kreis, legten sich nieder und schwiegen für mehrere Minuten.

Mehrere Anwohner bleiben neugierig angesichts der Menschenschlange am Wegesrand stehen oder begleiten die Schüler die letzten Meter bis zum Rathaus. Hubert Micheler ist zufällig mit dem Fahrrad unterwegs, als er stehen bleibt, um die Kundgebung vor dem Rathaus zu verfolgen. „Ich finde das gut, so etwas gab es vorher nicht.“ Von der Lokalpolitik erwartet er jedoch das Gleiche. Dem Gemeinderat sollte der Umweltschutz wichtiger sein, fordert der Unterschöneberger. Auch Egon Brell aus Altenmünster schließt sich der Schülerdemo an. „Das war unglaublich“, lobt er den Einsatz der Schüler. So sieht es auch Nils Neubauer aus dem benachbarten Eppishofen. Auch er hat sich die Kundgebung vor dem Rathaus nicht entgehen lassen.

Vor dem Rathaus empfängt Altenmünsters Bürgermeister Bernhard Walter die Schüler und überlässt ihnen den Vortritt. Als Zeichen für die Dringlichkeit, für den Klimaschutz etwas zu unternehmen, formieren die Schüler sich zu einem Kreis, legen sich nieder und schweigen für mehrere Minuten.

Die Wirtschaft richtet sich nach dem Konsumverhalten der Menschen

So ruhig bleibt es aber nicht lange. Chiara Knöpfle stellt sich vor die Menge und formuliert in einer Rede ihre Ziele: „Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen“, sagt sie frei nach Franz Kafka zitiert. Auch in einer kleinen Gemeinde wie Altenmünster können viele Menschen viele kleine Dingen an kleinen Orten bewegen, sagt Knöpfle.

Den Schülern ist es wichtig, kein Feindbild des Politikers zu kreieren. Benedikta Seitz hat die Rede verfasst und sagt: „Die Wirtschaft richtet sich nach dem Konsumverhalten der Menschen.“ Dazu müsse aber jeder bei sich anfangen und das Konsumverhalten überdenken, ergänzt Knöpfle.

Bürgermeister Walter teilt die Ansicht der Schüler, zeigt sich aber auch überrascht, dass die Schüler sich Altenmünster ausgesucht haben. In seiner Rede an die Schüler lobt er das Engagement der Schüler, stellt aber auch klar: „Die Gemeinde setzt sich schon seit über 15 Jahren für ökologische und nachhaltige Ressourcen ein.“ Photovoltaik- und Hackschnitzelanlage, Solarstrom – dem Bürgermeister sei die ökologische Ausrichtung seiner Gemeinde wichtig.

In Altenmünster ist in nächster Zeit keine Demo geplant. Die Schüler setzen sich weiter für das Klima ein – aber erst zu Schulbeginn.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

25.08.2019

Auf den, die Punkte getroffen. Ich bin genau ihrer Meinung, könnte es nicht besser darstellen. Hinzufügen möchte ich folgendes:
Wenn die Schule diese "DEMO" schon veranstaltet, dann doch bitte in ihren Heimatgemeinden oder am Schulort, warum hier bei uns, wo sie doch zuerst mal her gekarrt werden müssen. Zu dem bin ich der Meinung, das die Überschrift dieses Artikels das ganze eigentlich falsch darstellt, also Altenmünster eigentlich nur der "Austragungsort der Demo" von Schülern des Maria-Stern-Gymnasium in Augsburg.

Permalink
24.08.2019

Genau das sind die Kinder die für den Klimaschutz nichts machen,fragen sie mal die Kinder wo sie im Urlaub waren und mit welcher Dreckschleuder sie an ihrem Urlaubsland sie angekommen sind. Klimaschutz hat auch was micht dem Verzichten zu tun.,wie zum Beispiel, keine Klassenfahrten mehr. Gerade in den Schulen wird der Klimaschutz mit den Füßen getretten. Da werden jedes Jahr tonnenweise Lebensmittel in den Abfall geworfen. Wie viele Plasitikflaschen werden in die Schulen mit gebracht und dann im Schulhof entsorgt.Viele Kinder lassen sich von ihren Eltern zum Sportplatz fahren weil das bequemer ist. Es gäbe genügent Anhaltspunkte wo sich die Kinder einbringen könnten .was den Klimaschutz anbelangt,doch welches Kind möchte schon auf was verzichten. Die Lehrer in den Schulen sollten mal den Kindern erklären wo das Papier herkommt,das sie jeden Tag oft sinnlos in den Papierkorb schmeißen. Welches Kind möchte schon auf sein Handy verzichten.dann aber dann auf die Straße gehen und über den Electrosmog zu demonstrieren. In Deutschland wurde schon viel gemacht was den Klimaschutz anbelangt,doch darüber wird nicht berichtet. Liebe Kinder nicht demonstrieren für den Klimaschutz,sondern fangt bei euch selber an,das unser Klimaschutz besser wird.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren