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Energie

24.07.2019

Für ihn ist mehr Solarstrom sonnenklar

W. Thiergärtner

Walter Thiergärtner hat vor zehn Jahren die Bürgersolaranlage auf dem Schuldach in Welden aufgebaut

Schon vor zehn Jahren war für ihn sonnenklar: Mehr grüner, günstiger und regionaler Strom muss her. Der pensionierte Agraringenieur Walter Thiergärtner stellte deshalb die Bürgersolaranlage in Welden auf die Beine. Seine Bilanz nach zehn Jahren, in denen mit der Anlage etwa etwa 1000 Tonnen Kohlendioxid eingespart wurden eingespart: „Es waren immer mehr neue Photovoltaikanlagen im Dorf zu sehen und es haben sich vermehrt Bürger mit dem Thema beschäftigt.“ Thiergärtner sieht aber noch Luft nach oben.

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Immer wieder fielen Thiergärtner früher beim Spazieren in Welden die Dächer ohne Photovoltaik auf. „Ich dachte mir, das steckt Potenzial drin.“ Er kam auf die Idee, eine Bürgersolaranlage zu gründen. Im Februar 2009 besuchte er Bürgermeister Peter Bergmeir. Dann startete er einen Aufruf – zur Infoveranstaltung kamen zwölf Interessierte. Nach weiteren Versammlungen gründeten 17 Gesellschafter Mitte April eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Schlag auf Schlag ging es weiter. Schon im Juni 2009 wurden die letzten Teile der Anlage in Betrieb genommen. Eine halbe Million Euro investierten die Gesellschafter.

Die Anlage produziert jetzt zwischen 130000 und 138000 Kilowattstunden pro Jahr. Kalkuliert worden sei mit etwa 126000 Kilowattstunden. Thiergärtner: „ Sie läuft also besser als ursprünglich vermutet. Wenn man davon ausgeht, dass ein Vier-Personen- Haushalt durchschnittlich 3000 bis 3500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, können mit dem Strom aus der Bürgersolaranlage etwa 30 bis 40 Haushalte versorgt werden.“ Die beste Leistung bringen solche Photovoltaikanlagen an Tagen mit kühlem Wind und viel Sonne – meist im April oder Mai. Scheint zu viel Sonne, dann würden die Module zu heiß und die Leistung verringere sich. Thiergärtner: „Wenn Sie da ein Spiegelei braten möchten, dann verdampft es sofort.“ Die Materialien, die bei den Modulen verwendet werden, seien übrigens fast komplett recycelbar.

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Anders ist es bei Modulen, die jüngst im Marktgemeinderat von Dinkelscherben Thema waren, als es um die Änderung des Flächennutzungsplan für zwei neue Anlagen an der Bahnlinie bei Fleinhausen ging. Gemeinderat Peter Kraus (Freie Wähler) warnte vor so genannten Dünnschichtmodulen. Zu ihnen gehörten Cadmium-Tellurid-Module, deren Bestandteile nach der „Non-Toxic Solar Alliance“, einer Initiative von Forschern und Branchenvertretern, hochgiftig sind. Kraus: „Wenn es da zu einem Brand kommt, dann Gnade Gott.“ (AL, mcz)

Das Entwicklungsforum Holzwinkel und Altenmünster will herausfinden, wo und was alles zu den Themen Ökologie und Nachhaltigkeit in der Region schon alles passiert. Zum Start der neuen Informationsreihe wurde Walter Thiergärtner befragt, der auch beim von ihm gegründeten Energiestammtisch im Herbst allen Interessierten hilft.

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