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03.07.2019

Gemeinde zahlt für Führerschein

Die Gemeinderäte in Biberbach wollen den Freiwilligen Feuerwehren die Kosten nicht zumuten

Wer fährt künftig die Feuerwehrautos? Wie finanzieren sich die Vereine? Und warum müssen Abonnenten des Amtsblattes künftig etwas mehr für die wöchentlich frei Haus zugestellten Ortsnachrichten zahlen? Über eine ganze Reihe von Bürgeranliegen hatte der Biberbacher Gemeinderat in jüngster Sitzung zu beraten.

Wenn die Feuerwehr ausrückt, ist meist schweres Gerät an Bord. Um die Einsatzfahrzeuge zu steuern, muss der Fahrer im Besitz des dafür vorgeschriebenen Führerscheins sein. Früher wurde die Fahrerlaubnis häufig während des Wehrdienstes erworben. Heute haben nur noch die alten Hasen unter den Feuerwehrleuten den kostenlosen Schein vom Bund. Und die verlassen die Wehren langsam aus Altersgründen. Der Kommandant der Biberbacher Freiwilligen Feuerwehr, Rainer Würz, hatte auf das Problem aufmerksam gemacht. Der Gemeinderat fand eine Lösung, erklärte Bürgermeister Wolfgang Jarasch auf Nachfrage. Die Kosten für den Führerschein übernimmt künftig die Gemeinde. „Zwischen 3000 und 4000 Euro kostet die Fahrerlaubnis für Lastkraftwagen heute.“ Es sei den ehrenamtlichen Helfern nicht zuzumuten, das aus eigener Tasche zu bezahlen. Wenn der Führerschein auch beruflich genutzt wird, werde man sich sicher gütlich einigen und eine Kostenteilung vereinbaren, so der Rathauschef. Auf alle Fälle gilt: drei Jahre lang sollte der Feuerwehrmann mit dem neuen Lkw-Führerschein mindestens weiterhin als Maschinist Dienst tun – lieber natürlich länger.

Eine Erhöhung für Verpflegungskosten nach Großübungen, Leistungsabnahmen und Inspektionen von sechs auf zehn Euro pro Einsatzkraft wurde beschlossen. Nicht mehr möglich ist die Weitergabe von Zahlungen für Einsätze an die Feuerwehren. Bei Brandeinsätzen oder für die Personenrettung muss kein Bürger bezahlen. Wenn eine zugefallene Tür geöffnet oder eine ängstliche Katze aus dem Baum geholt werden muss, schreibt die Gemeinde allerdings eine Rechnung. Dieses Geld reichte die Gemeinde bisher an die Wehren weiter. „Das ist leider aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich“, so der Bürgermeister. Doch die Feuerwehren sollen deshalb nicht schlechter gestellt sein. Man sei gewillt, über Zuschüsse die Verluste aufzufangen, so das Signal aus dem Gemeinderat.

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Neuigkeiten erfahren die Biberbacher zuverlässig aus ihrem Amtsblatt. Für 18 Euro im Jahr konnte man das Heft bisher jeden Freitag im Briefkasten finden. Etwas mehr kostet es künftig, nämlich 24 Euro, beschloss der Gemeinderat. Die Printausgabe kostet im Jahr 32000 Euro. 16000 Euro werden durch die Gebühren gedeckt, die andere Hälfte übernimmt die Gemeinde.

Jedes Jahr gibt es für die Vereine Zuschüsse. In diesem Jahr wurden 12 Anträge gestellt und nur einer abgelehnt. Traditionell bekommt die weit über Biberbach hinaus bekannte Musikschule einen Zuschuss pro Unterrichtsstunde für Biberbacher Schüler. Insgesamt sind das in diesem Jahr gut 21 000 Euro. Dem Sport Club Biberbach (SCB) als größtem Verein werden 5759 Euro überwiesen, der Bund Naturschutz erhält 1000 Euro und die Jugendorganisation FAEMB, die keine eigenen Beiträge erhebt, bekommt als einzige Gruppierung einen 1500-Euro-Zuschuss für laufende Kosten. Insgesamt fördert die Gemeinde ihre Vereine in diesem Jahr mit 32 000 Euro.

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