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Dinkelscherben-Ettelried

11.08.2020

Geplanter Windpark: Ettelried hat jetzt ein Protest-Windrad

Mit diesem Modell wird der Protest gegen den geplanten Windpark versinnbildlicht.
Bild: Alfred Erdt

Plus Eine Bürgerinitiative wehrt sich mit ungewöhnlichem Bauwerk gegen den geplanten Windpark bei Ettelried. Doch das soll erst der Anfang sein.

Gegenwind für den geplanten Windpark für Ettelried: Letzten Samstag wurde auf dem Dorfplatz ein etwa sechs Meter hohes Modell-Windrad aufgestellt. Das Bauwerk trägt die „Schnurbeinschen Farben“ Schwarz-Gold und stellt so einen Bezug her zu den Besitzern des Waldstücks, in dem der Windpark entstehen soll.

Die Windräder im neuen Windpark sollen 250 Meter hoch werden

Bei Ettelried plant die Firma Juwi AG zehn Windrad-Riesen. 250 Meter hoch sollen die Anlagen werden. Zum Vergleich: Der Augsburger Hotelturm misst – einschließlich Antenne – 167 Meter. Die Windkraftanlagen im Scheppacher Forst bei Zusmarshausen sind 191 Meter hoch. Insgesamt soll der Windpark 140 Hektar einnehmen. Dauerhaft gerodet werden müsste eine Fläche von 0,5 Hektar je Anlage.

Das Millionenprojekt, das Strom für 25.000 Haushalte verspricht, steht am Anfang des Genehmigungsverfahrens und hat bereits reichlich Widerstand hervorgerufen. Am Samstag waren nach Angaben der Veranstalter etwa 100 Menschen zu der Protestveranstaltung gekommen.

Geplanter Windpark: Modell zeigt die Größenverhältnisse

Das sechs Meter hohe Windrad steht nun in Ettelried an dem Platz, an dem ansonsten im Advent der große Christbaum steht. Die Bürgerinitiative „Lebenswerte Reischenau“ pflanzte zudem drei kleine Bäume vor dem Modell-Windrad, die den Wald und das Landschaftsschutzgebiet symbolisieren sollen. Modell-Häuser stehen stellvertretend für das Dorf Ettelried und sollen die Größenverhältnisse zu den 250 Meter großen Windrädern zeigen. Diese wären nach Angaben der Bürgerinitiative dann die höchsten Windräder in ganz Bayern.

Die Bürger aus Ettelried und Engertshofen fordern auf dem Plakat mindestens die Einhaltung der 10-H-Regel. Viele zweifeln auch an der Sinnhaftigkeit des Windparks, da vor Ort das Windenergiepotenzial nach dem Energieatlas Bayern allenfalls mittelmäßig sei. Die gesundheitlichen Folgen des Infraschalls seien nicht auszuschließen. Die Protestaktionen sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. (AZ, cf)

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