Newsticker
EU kauft bis zu 1,8 Milliarden weitere Biontech-Impfdosen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Gersthofen: Digitalisierung? Die Gersthofer gehen lieber selbst ins Rathaus

Gersthofen
11.03.2021

Digitalisierung? Die Gersthofer gehen lieber selbst ins Rathaus

Großzügig und hell präsentiert sich das neue Bürgerservicezentrum im Gersthofer Rathaus. Es ist seit einem Jahr in Betrieb.
Foto: Marcus Merk

Eine Auswertung aus Gersthofen zeigt: Die digitalen Angebote der Verwaltung wären zwar praktisch, werden bislang aber kaum angenommen.

Seit gut einem Jahr hat Gersthofens Rathaus hat Gersthofens Rathaus ein Bürgerservicezentrum und damit ein einzigartiges Angebot im Landkreis Augsburg, wie sich die Stadt rühmt. Wie aber sind die Erfahrungen damit, den Publikumsverkehr im Rathaus zentral über eine Stelle abzuwickeln? Eine lautet: Um die digitalen Angebote der Verwaltung macht der Bürger eher einen Bogen.

Susanne Hafner konnte das bei ihrem Bericht vor dem Finanz- und Ordnungsausschuss mit ganz konkreten Zahlen aufwarten. Mehr als 3000-mal hätte es im vergangenen Jahr die Möglichkeit gegeben, die Anliegen online abzuwickeln. Doch das wurde nur in exakt 3,62 Prozent der Fälle in Anspruch genommen. Die ganze große Mehrheit der Kundschaft erscheint lieber noch persönlich im Rathaus, um dort zum Beispiel ein Formular abzugeben.

Gersthofer Rathaus: Elf Besucher pro Stunde

Das bedeutet nicht nur fürs Personal mehr Kundenkontakte - in diesem Fall mehr als 3000 vermeidbare - sondern auch für die Betroffenen mehr Aufwand. Statt von zu Hause vom Sofa aus zu einer ihnen genehmen Zeit ihre Amtsgeschäfte zu erledigen, müssen sie sich persönlich "aufs Amt" bemühen. Darauf wies Bürgermeister Michael Wörle hin.

Und so herrscht im Servicezentrum das Rathauses durchaus Betrieb. Im Schnitt elf Besucher pro Stunde wurden gezählt in einem Jahr, in dem es Corona-bedingt auch Einschränkungen gab. Den zweiten Lockdown allerdings ging das Team nicht mehr mit und entschied laut Hafner: "Wir lassen auf." Die Einrichtung verfüge über ein gutes Hygienekonzept, Corona-Fälle unter den Beschäftigten habe es nicht gegeben.

Fahrkarten für den Bus, Tickets fürs Freibad oder ein Ausweis sind nur drei Beispiele: Im Servicezentrum lassen sich viele Dinge erledigen, und es ist zu erwarten, dass der Betrieb mit dem Abflauen der Pandemie zunimmt. 2020 sei in Gersthofen im Vergleich zu den sonstigen Jahren nur die Hälfte an Reise- und Kinderpässen beantragt worden, erzählt Hafner. Rund 60 Prozent der Besucher hätten Dinge auf dem Einwohnermeldeamt zu erledigen.

Gibt es irgendwann auch Geld im Rathaus?

Gersthofens Stadträte nahmen den Bericht mit Wohlwollen zur Kenntnis. Mit der Einrichtung sei man auf dem richtigen Weg, so der Tenor, und die Nachfrage nach den digitalen Diensten werde im Laufe der Jahre sicher wachsen. Markus Brem (Bewegung Zukunft) brachte sogar eine neue Aufgabe ins Spiel: Nachdem die Banken sich mehr und mehr zurückzögen und Filialen, könne das Servicezentrum eines Tages doch auch hier die Lücke schließen, fand Brem. Derzeit, darauf wies Hafner hin, führe dorthin kein Weg. Es fehle schlicht die gesetzliche Grundlage.

Lesen Sie dazu auch

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren