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Gersthofen

02.12.2019

Gersthofen blitzt die Temposünder korrekt

Über 2000 Mal blitzte es im Jahr 2018, weil Autofahrer auf den Gersthofer Straßen zu schnell unterwegs waren. Dennoch ist die Zahl der erwischten „Temposünder“ nach einem Bericht der Straßenverkehrsbehörde zurückgegangen.
Bild: Marcus Merk

Auch wenn die Stadt die Tempo- und Parkkontrollen ausgelagert hat, müssen Verkehrssünder ihre Knöllchen weiter zahlen. Gewinn macht Gersthofen dabei aber kaum.

 Damit sich die Autofahrer an die geltenden Geschwindigkeiten halten, wird auch in Gersthofen geblitzt. Dafür arbeitet die Stadt mit der Stadt Mindelheim sowie der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft zusammen. Dies wird auch weiterhin so sein, betonte eine Vertreterin der Stadtverwaltung im Sozial- und Ordnungsausschuss.

„Wer in Gersthofen beim zu schnellen Fahren geblitzt wird, muss weiter zahlen, wenn er danach zur Kasse gebeten wird“, erklärte Yasemin Buchler von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt. Wie berichtet, urteilte ein Gericht in Hessen, dass Gemeinden die Verkehrsüberwachung nicht an private Organisationen auslagern dürfen. „In Bayern ist die Rechtslage anders“, erklärte Yasemin Buchler: „Hier darf die Überwachung durchaus Privaten übertragen werden – solange die Kommune Herrin des Verfahrens ist.“ Und da die Stadt Gersthofen festlege, wann, wie oft und wo geblitzt werde, sei dies absolut der Fall.

Unterstützung von der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft

Die Abwicklung des Innendienstes – also vor allem die Auswertungen der Messungen und die Zustellung der „Knöllchen“ – liegt seit 2013 bei der Stadt Mindelheim. Die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft unterstützt die kommunale Verkehrsüberwachung – welche Gersthofen gemeinsam mit Meitingen betreibt – als Dienstleister mit Personal und Technik. „Die Standorte und Zeitpunkte der Messungen werden von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Gersthofen

Gersthofen blitzt die Temposünder korrekt

Weiter erläuterte Buchler den Bericht aus dem Jahr 2018. „Es wurde verstärkt ein Augenmerk darauf gelegt, Messungen bei Straßen mit Tempo-30-Beschränkung durchzuführen. Während der insgesamt 270 Stunden passierten 44.413 Fahrzeuge die Blitzstellen – ein Jahr zuvor noch 61.000. Buchler: „Jedes vorbeifahrende Auto – auch diejenigen, die sich an die Geschwindigkeit halten – wird gezählt.“ Der Rückgang von 2017 auf 2018 lasse sich möglicherweise damit erklären, dass es wegen Kanal- und Umbauarbeiten 2018 in der Augsburger Straße monatelange Sperrungen gab.

Zahl der geblitzten Fahrer geht zurück

Es wurden insgesamt 2358 Verfahren wegen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen eröffnet. Im Jahr 2017 waren es noch 3369 Verfahren gewesen. „Die Zahlen der geblitzten Fahrer gehen also eindeutig zurück.“ Die Einnahmen bei den Tempomessungen sanken von knapp 70.000 Euro (2017) auf gut 50.000 Euro. Rechnet man die Ausgaben dagegen, wurde Yasemin Buchler zufolge ein Gewinn von 841 Euro erzielt. 2017 waren es noch 8600 Euro gewesen.

Bei der Parküberwachung wurden im Jahr 2018 in Gersthofen 78.900 Euro eingenommen (2017: 58.000). Demgegenüber stehen allerdings deutlich größere Kosten in Höhe von 121.400 Euro. Die höheren einnahmen erklärte Yasemin Buchler damit, dass die Mitarbeiterinnen sehr viel im Bereich der Sportallee unterwegs gewesen seien. Dort wird vor allem in der Freibadsaison an schönen und heißen Tagen häufig „wild geparkt“. „Fast ein Viertel aller Verwarnungen in diesem Jahr kamen dort zustande.“

Der Verkehrsüberwachung ist mit vier Mitarbeiterinnen besetzt. Eine Mitarbeiterin mit 25 Wochenstunden ist überwiegend für den Markt Meitingen zuständig, bist zu acht Stunden wöchentlich aber auch in Gersthofen unterwegs. Zwei Mitarbeiterinen mit 30 und eine mit 35 Wochenstunden betreuten Gersthofen und wickeln den Innendienst ab. Zusätzlich ist ein Mitarbeiter der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft mit durchschnittlich 30 Stunden im Monat im Einsatz – ausschließlich in den Industrie und Gewerbegebieten.

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