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Entwicklungshilfe

15.01.2019

Gersthofen sorgt für sauberes Wasser in Kenia

Governor Kiptis Stanley probiert die vorgestellte tragbare Wasseraufbereitungsanlage aus.
Bild: Ann-Christin Joder, Stadt Gersthofen

Die Stadt unterstützt Baringo County beim Aufbau einer modernen Versorgung. Kontakte werden vertieft

Ein kenianischer Governor pumpt selber an einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage: Außergewöhnliche Begegnungen gab’s beim jüngsten Besuch einer Delegation aus der Provinz Baringo County, Kenia, mit der die Stadt Gersthofen einen regen Kontakt pflegt. Doch nicht nur auf politischer Ebene finden Begegnungen statt.

Es begann mit der Stiftung eines ausgemusterten Feuerwehrfahrzeugs bis hin zum kompletten Schulbänkesatz aus der alten Mittelschule: Inzwischen ist aus der Beziehung zwischen der Stadt Gersthofen und der Provinz Baringo County in Kenia eine Freundschaft entstanden, welche die Menschen in Afrika unterstützen soll. Der Quell dieser Zusammenarbeit ist das Projekt Pro Kapsogo, initiiert durch Klaus Schwenk (Zoogaststätte Augsburg) – über diese Initiative spendete die Stadt vor genau einem Jahr Hunderte Tische und Stühle aus der alten Mittelschule in Gersthofen in acht Schiffscontainern nach Kenia.

Drei Vertreter der Region Baringo County im ostafrikanischen Kenia, Governor Kiptis Stanley und die Parlamentsmitglieder Joshua Kandie und Daniel Tuitoek waren nun in den vergangenen Tagen in Gersthofen zu Gast. Sie informierten sich unter anderem über die Möglichkeiten, wie in ihrem Land mit relativ wenig Aufwand Wasser geklärt werden kann. Dazu gab’s eine Vorführung im Rathaussitzungssaal. „Wir haben verunreinigtes Wasser durch eine mobile Pumpe geklärt und das Ergebnis gleich selbst ausprobiert“, erklärt Bürgermeister Michael Wörle auf Anfrage.

Der Besuch war ein erster Teil des Projektes „Kommunale Klimapartnerschaft“. Dessen Grundgedanke ist es, die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte mit Kommunen im globalen Süden in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zu stärken. „Gersthofen ist eine der wenigen deutschen Kommunen, die bisher ausgewählt worden sind.“ Es läuft über zwei Jahre und wird vom Bund finanziert und von der Servicestelle „Kommunen in der einen Welt“ koordiniert.

Gersthofen kam Michael Wörle zufolge zum Zug „wegen seiner Kompetenz in der Wasserversorgung und der Wasseraufbereitung“. So war Markus Tittel, Mitarbeiter der Gersthofer Kläranlage mehrfach in Kenia, um vor Ort Menschen auszubilden. „Dabei geht es um Themen wie Wassergewinnung, zum Beispiel über Dachrinnen.“ Diese wiederum instruieren Berufschullehrer, wie eine vernünftige Wasserversorgung errichtet werden kann.

Im Zuge des Kommunale Klimapartnerschaftsprogramms konnten die Gersthofer auch bewirken, dass ein Vertreter aus Baringo County eine entsprechende Ausbildung erhält. In mehreren internationalen Treffen sollen dann in den kommenden beiden Jahren konkrete Projekte entwickelt werden, die vor Ort realisiert werden. Auch mit den Augsburger Innungen wird zusammengearbeitet.

Doch die Freundschaft Gersthofens mit Baringo County umfasst weit mehr: Während ihres Besuchs trafen die Politiker auch Vertreter des Jugendorchesters Gersthofen. Dabei wurde eine Benefiz-Konzertreise nach Kenia abgestimmt. „Die herzliche Atmosphäre und das Programm lassen Vorfreude aufkommen“, so der Vorsitzende Andreas Landau, der mit seiner Frau Sabine die zwölftägige Reise organisiert. In den Faschingsferien fährt das Gersthofer Jugge nach Kenia.

Governor Kiptis Stanley betonte in einem Grußwort zum Gersthofer Bürgerempfang: „Investoren sind willkommen in Baringo County.“ Die Klimapartnerschaft „ist für die Menschen in Baringo County ein großes Glück“ sagte der Abgeordnete Kandie auf Deutsch. Auszeichnungen sind bei solchen Besuchen nicht unüblich: Daher bekamen beim Neujahrsempfang die drei ausländischen Gäste von der Faschingsgesellschaft Lechana dann noch augenzwinkernd den Faschingsorden überreicht.

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