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Gersthofen

14.05.2020

Größte Fraktion bleibt außen vor: Für die Gersthofer CSU wird es schwer

Bürgermeister Michael Wörle (Mitte) nach der Wahl und Vereidigung seiner Stellvertreter (von links) Sigrid Steiner, Karl-Heinz Wagner, Peter Schönfelder und Reinhold Dempf. Beim Bündnis ist die CSU außen vor.
Bild: Marcus Merk

Plus Die größte Fraktion im Gersthofer Stadtrat, die CSU, stellt nach vielen Jahren erstmals keinen Bürgermeister mehr. Denn bei den Zielen gibt’s Unterschiede.

Niederlage für die CSU-Fraktion: Das von Bürgermeister Michael Wörle im Vorfeld der konstituierenden Sitzung des Gersthofer Stadtrats geschmiedete Bündnis von Freien Wählern, SPD, Grünen, W.I.R. und Pro Gersthofen hat seine erste Bewährungsprobe bestanden: Bei der Wahl der stellvertretenden Bürgermeister blieb die CSU als größte Fraktion des neuen Stadtrats erstmals seit vielen Jahren unberücksichtigt. Nach sechs Jahren ist nun wieder eine Frau unter den Bürgermeistern.

Gersthofen: Am Positionspapier scheiden sich die Geister

Wenige Tage vor der konstituierenden Sitzung des Stadtrates haben Vertreter von Freien Wählern, SPD, Grünen, W.I.R. und Pro Gersthofen unter Federführung Wörles ein Positionspapier verhandelt und unterzeichnet, das die wichtigsten Ziele der Stadtpolitik in den kommenden sechs Jahren beschreibt. Dieses Bündnis gibt dem Bürgermeister im Stadtrat eine Mehrheit von 19:11 Stimmen. Die CSU hatte das Papier nicht unterschrieben.

Der neue CSU-Fraktionsvorsitzende Frank Arloth schlug vor der Wahl des ersten Stellvertreters Stefan Buck vor: „Er war sechs Jahre lang bereits Zweiter Bürgermeister, erzielte ein hervorragendes Wahlergebnis und versteht etwas von Finanzen und Personal.“ Bei insgesamt 31 Stimmen war am Ende eine ungültig, eine entfiel auf Markus Brem (BewegungZukunft), elf auf Buck und 18 auf Reinhold Dempf.

Gersthofer CSU verweist auf Unterstützung der SPD-Kandidatin im Jahr 2008

Bei der Wahl des zweiten Stellvertreters schlug Arloth zusätzlich zur von Herbert Lenz (FW) als Kandidatin nominierten Sigrid Steiner die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Sandra Meitinger vor. „Die CSU hat im Jahr 2008, als es um den Dritten Bürgermeister ging, die absolute Mehrheit gehabt. Dennoch haben wir Annegret Kirstein (SPD) unterstützt.“ Die CSU sei die größte Fraktion, und ihr Bürgermeisterkandidat Max Poppe habe bei der Stichwahl fast 50 Prozent eingefahren. Letztendlich machte Sigrid Steiner das Rennen mit 17 Stimmen, Sandra Meitinger kam auf zwölf, bei einer Stimme für Markus Brem und einer Enthaltung. Weitere Stellvertreter sind Karl-Heinz Wagner (CSU) und Peter Schönfelder (SPD/Grüne).

 

Bürgermeister Wörle will gestalten und verwalten

Zuvor hatte Bürgermeister Michael Wörle noch seine Ziele für die nächsten Jahre umrissen. „Es wird eine arbeitsreiche Periode werden, in dem es nicht nur um das Gestalten, sondern auch ein gutes Verwalten geht.“ Er kündigte an: „Im zweiten Halbjahr wird es infolge von Corona einen Nachtragshaushalt geben, bei dem wir alles Beschlossene noch einmal finanziell hinterfragen müssen.“ Weitere zentrale Herausforderungen seien ein Mobilitätskonzept, die Wasserversorgung, die Ansiedlung von Medizinunternehmen. „Erstmals wird auch die Überprüfung aller Beschlüsse auf Nachhaltigkeit in die Geschäftsordnung aufgenommen“, so Wörle. Besonders wichtig seien die Wirtschaftsförderungen und die Klimaziele.

Kritisch äußerte sich Arloth dazu: „Das entsprechende Papier mit den Zielen für diese Ratsperiode haben wir nicht unterschrieben, denn neben vielen Punkten, bei welchen wir übereinstimmen, gab’s Dinge, bei denen kein Konsens möglich ist.“ Keinesfalls sei dies mit der Frage verbunden gewesen, ob ein CSU-Kandidat Zweiter Bürgermeister wird. „Aber wenn man 20 Millionen für ein Loch ausgibt, muss man anderweitig auch sparen - und ein Park auf der Potenzialfläche ist zu wenig.“ Auch die von Michael Wörle gewünschte Straßenbahnverbindung nach Augsburg sei Utopie.

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