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Haben wir beim Mauerfall alle richtig gehört?

Haben wir beim Mauerfall alle richtig gehört?
Kommentar Von Maximilian Czysz
02.10.2019

Ein Gänsehautmoment der Geschichte: Vor 30 Jahren trat Hans-Dietrich Genscher auf den Balkon der Prager Botschaft und sprach, was Deutschland verändern sollte.

Den zweiten Teil seines Satzes zur Ausreise hatten damals wie heute aber nur die wenigsten an den Fernsehbildschirmen verstanden. Denn das „Möglich geworden ist“ ging im großen Jubel der 4000 ausharrenden Menschen auf den Gelände der Botschaft unter. Was für ein Glück, dass alle vor Ort die Ohren gespitzt hatten.

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Denn nur allzu oft passiert’s, dass uns das Gehör einen Streich spielt. Aus „Kyrie eleison“ macht unsere Fantasie dann „Kühe reden leise“. Und der Popsong „I shot the sheriff“ von Bob Marley und dessen Band The Wailers wird zum „Eichhörnchensheriff“. Es gibt noch mehr dieser Verhörer, die bei manchen Zeitgenossen für arge Verwunderung sorgen. Warum muss der bekannte Tischsegen „Komma Jesus, sei unser Gast“ ausgerechnet mit einem Satzzeichen beginnen?

Diese Missverständnisse, die jeden Tag passieren, können die unterschiedlichsten Ausprägungen haben. Abschalten lassen sie sich kaum. Denn: Wenn zwei scheinbar vom Gleichen sprechen, meinen sie nicht unbedingt Dasselbe. Zum Glück waren die Menschen vor 30 Jahren einer Meinung. Und hatten richtig gehört.

Wie Zeitzeugen aus dem Augsburger Land aus der DDR flüchteten, lesen Sie hier.

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