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Unterhaltung

05.11.2019

Hainhofer setzen alles auf eine Karte

Ein ordentliches Durcheinander gab es auf der Bühne in Hainhofen. Großbauer Bachmeier (rechts), gespielt von Jens Pasig, wollte seine Stieftochter Afra (links) durch einen Spielbetrug unter die Haube bringen und war dabei noch selbst auf Brautschau.
Foto: Sigrid Wagner

Die Theaterspieler des Männergesangsvereins Liederkranz zeigen ein herzhaftes Mundarttheater

„Spielschulden sind Ehrenschulden“, darum dreht es sich beim Bühnenstück „Der Kartlbauer“, geschrieben von Ralph Wallner. Beim ländlichen Schwank in drei Akten gab es reichlich Verwirrung auf der Bühne des ehemaligen Gasthofs Lamm in Hainhofen.

Hofbesitzer Martin Kirchbauer, gespielt von Günther Uhrle, kann die Finger nicht vom Kartenspiel lassen und „verzockt“ sogar seine künftige Braut, die Aushilfsmagd Christl aus Agawang. Wie soll er sich aus dem Schlamassel retten? Natürlich noch ein letztes Kartenspiel, mit vollem Risiko, und das ausgerechnet gegen die Pfarrersköchin Zenzi. Die Theatergruppe des Männergesangsvereins Hainhofen führt ein herzhaftes Bauerntheaterstück auf. Die Lachmuskeln der Zuschauer kamen zum Einsatz, ein kollektiver Seufzer beim ersten Kuss auf der Bühne und auch Mitleid mit verliebten Junggesellen und der „Ratschkattl vom Schmuttertal“, der Pfarrersköchin Zenzi, gespielt von Jutta Dornberger.

Den Auftakt in den Theaterabend gab der Männergesangsverein Liederkranz Hainhofen mit vier Liedern, deren Texte sich rund ums Wirtshaus- und Theaterleben drehten. Begleitet wurden die Sänger von Hans-Ulrich Höfle am Klavier. Danach drehte sich auf den Theaterbrettern alles um die Spielsucht des Bauern Martin, dessen Schwester Anna, dem verliebten Knecht Gustl, um alte Versprechen und Ehre. Um seine Spielschuld einzulösen, soll Bauer Martin die „schiache“ Stieftochter des Großbauern Bachmeier heiraten. Sabine Dornberger spielte die Rolle der jungen, naiven Braut überzeugend. Kostümiert mit dicker Hornbrille, grünen Wollwadenstrümpfen und altbackener Frisur schauspielerte sie dazu noch die Jungbäuerin mit schlichtem Gemüt, sodass das Ausmaß der Spielkatastrophe dem Publikum sofort klar war. Eine Lösung musste gefunden werden, doch wie? Wieder wird zum Kartenspiel gegriffen, und das Dilemma nimmt erneut seinen Lauf. Bauer Martin verliert ein zweites Mal, doch diesmal war das Faustpfand die eigene Schwester. Nachdem Bauer Martin Haus und Hof verspielt hatte, nahmen nun die Frauen das Ruder in die Hand. Noch ein allerletztes Kartenspiel soll es richten, und die ganze Hoffnung liegt auf der Trumpfkarte Herz-Ass, um doch noch das Blatt zu wenden.

Das Mundartstück kommt beim Publikum gut an, und es quittierte es mit kräftigem Beifall. Auch die jüngste Zuschauerin, die neunjährige Emma Mayser, findet es „total klasse“ und sitzt auch noch nach drei Stunden aufmerksam in vorderster Reihe.

Das Laientheater hat in Hainhofen eine lange Tradition. „Ganz früher war die Theatergruppe unter dem Dach des Schützenvereins und wechselte Anfang der 60er-Jahre zum Männergesangsverein Liederkranz“, erklärt Vorstand Johannes Assum. Seither wird mit großer Schauspielleidenschaft jedes Jahr wieder ein neues Stück auf die Bühne gebracht.

Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr; Samstag, 9. November, um 19.30 Uhr; Sonntag, 10. November, um 17.30 Uhr

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