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Neusäß

21.11.2017

Igelmädchen Irma hat eine neue Familie

Raphael Greiner aus Neusäß hat gemeinsam mit seinem Freund Adam ein kleines Igelmädchen gerettet. Jetzt wird er es gemeinsam mit seinen Eltern Brigitte und Richard über den Winter bringen.
Bild: Michael Wagner

Zwei Buben retten das Tier, das sich in einem Zaun verfangen hatte. Jetzt darf es beim Neusässer Bürgermeister überwintern. Warum die Säuger ein Lauftraining brauchen.

Irma hat ihnen ihr Leben zu verdanken: Raphael Greiner, der Sohn des Neusässer Bürgermeisters, und sein Freund Adam retteten das kleine Igelmädchen. Es hatte sich in einem Maschendrahtzaun verfangen und war mit Kopf und Ärmchen festgesteckt. Die beiden Buben erkannten die Situation und holten sofort einen Seitenschneider, um Irma zu befreien. Anschließend legten sie den leicht unterkühlten Igel mit viel Laub unter die Heizung. „Vermutlich hat sie schon die ganze Nacht im Zaun gesteckt“, erinnert sich Mutter Brigitte Greiner, die zusammen mit ihrer Familie dann Rat bei der Igelstation Neusäß suchte.

Igel Irma muss noch 300 Gramm zunehmen

Hannelore Pentenrieder von der Igelhilfe Schwaben übernahm die Erstversorgung und erklärte den Greiners, wie sie das kleine Igelmädchen wieder auf die Beine bringen. Schließlich ist Irma zu leicht. Sie muss noch 300 Gramm zunehmen, um gut durch den Winter zu kommen. Unterernährt könnte sie jedenfalls im anstehenden Winterschlaf verhungern. Doch das wird bei der Bürgermeisterfamilie nicht passieren.

Auf dem Speiseplan von Irma stehen Igel- und Katzenfutter sowie Wasser. „Auf keinen Fall Milch“, sagt Brigitte Greiner. Die ist nämlich tabu. Von Milch bekommen Igel Magenschmerzen und Durchfall. Im schlimmsten Fall werden sie geschwächt.

Igel sind wahre Gourmets

Auch bei anderen Häppchen ist Vorsicht geboten: Nämlich bei Hühnerfleisch, das Igel gerne fressen, wie Brigitte Greiner erfahren hat. „Igel sind richtige Gourmets. Wenn sie so einen Leckerbissen vorgesetzt bekommen, dann rümpfen sie allerdings über alles andere Essen die Nase.“ Wenn Irma aufgepäppelt ist, wird sie in den Winterschlaf versetzt, um dann im nächsten Jahr gezielt ausgewildert zu werden. Igel-Expertin Hannelore Pentenrieder rät, dem Igel vor Abschied ein Lauftraining in einem Freigehege im eigenen Garten zu verpassen. Denn: Wenn Igel in menschlicher Obhut gut genährt werden und durch den geringen Auslauf einen Bewegungsmangel haben, nehmen sie sehr schnell ab. Pentenrieder: „Sie können Igel im Frühjahr, sobald der Boden zum Bau eines Geheges wieder offen ist, im Freigehege weiterfüttern, bis er sein Gewicht erreicht hat.“

Die Säugetiere sollten keinesfalls irgendwo frei gelassen werden. Sie würde sich sonst nur schwer zurechtfinden. Igelmama Hannelore Pentenrieder hat noch einen weiteren Tipp: Vor der Auswilderung müssen die langen Nägel geschnitten werden. Andernfalls würde sich der Igel verletzen.

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