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Oberschönenfeld

26.06.2020

Im Staudenhaus summt und brummt es unterm Strohdach

Eine Nisthilfe zeigt, wie man selbst ein Insektenhotel bauen kann.
Foto: Ried

Im Bauernmuseum Staudenhaus nisten hunderttausende Insekten, vor allem Wildbienen.

Das Bauernmuseum Staudenhaus am Kloster Oberschönenfeld mit seinem markanten Strohdach zeigt, wie die Menschen vor hundert Jahren gewohnt und gelebt haben. Dass in diesen Häusern auch Tiere wie Kühe, Schweine, Hühner und Enten vorzufinden waren, ist dem Umstand der Selbstversorgung mit Lebensmittel geschuldet gewesen. Aber neben diesen Nutztieren gab es in zahlreichen Hofstellen noch weitere Mitbewohner. Und jetzt das Überraschende: Diese Mitbewohner leben noch heute im Staudenhaus, und zwar versteckt und wohlbehütet im Strohdach, das aus langstieligem Roggenstroh besteht. Es sind Hunderttausende Insekten, vor allem Wildbienen, die dort nisten.

„Alle wohnen mietfrei, dennoch beschenken sie uns mit einer immensen Bestäubungsleistung für unsere Obstkulturen“, sagt Museumsleiterin Claudia Ried. „Bei Bestäubung denken wir ja immer zuerst an die Honigbiene, das ist auch richtig.“ Aber was weniger bekannt ist: Die Wildbienen fliegen schon ab vier bis sechs Grad Celsius, die Hummeln schon knapp über null Grad, wohingegen die Honigbienen länger im Stock kuscheln und erst ab zwölf bis 15 Grad ausfliegen, um fleißig Pollen, Wasser und Nektar zu sammeln.

Das Aufstellen von Insektenhotels hilft entscheidend weiter

Wenn wir uns also gut bestäubte Beerensträucher und Obstbäume im eigenen Garten wünschen, dann sollten wir den fleißigen Helfern auch Nisthilfen anbieten, die wir ihnen vorher durch unser ordentliches Auf- und Ausräumen im Garten weggenommen haben. Da es abgesehen vom Staudenhaus in Oberschönenfeld landkreisweit inzwischen keine Strohdächer mehr gibt, hilft den Insekten in unseren heimischen Gärten bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft das Aufstellen von Insektenhotels ganz entscheidend weiter. Diese artgerechten Nisthilfen können mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst gebaut werden und sorgen für den Erhalt der Artenvielfalt.

Darüber hinaus bieten natürliche Nisthilfen wie alte Beerensträucher-Stängel, die im Garten oder am Zaun platziert werden, für zahlreiche Insekten einen willkommenen neuen Lebensraum, der mit wenig Aufwand auch auf den kleinsten Gartengrundstücken geschaffen werden kann.

Eine neu gestaltete Nisthilfe inspiriert zum Nachbau

Obwohl die Pforten des Staudenhauses derzeit aufgrund der Corona-Pandemie noch geschlossen bleiben müssen, vermittelt ein Blick auf das Strohdach auch von außen einen guten Eindruck von dem geschäftigen Treiben seiner zahlreichen kleinen Bewohner und der damit verbundenen Artenvielfalt. Außerdem inspiriert eine neu gestaltete Nisthilfe am Gartenzaun zum Nachbau und macht Lust, sich auf einen Ausflug in die Welt unserer kleinen Helfer zu begeben. (AL)

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