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Bundeswehr-Feuerwehr Lagerlechfeld

15.08.2011

Immer einsatzbereit dank neuer Feuerwache

Das neue Feuerwehrhaus der Bundeswehr in Lagerlechfeld.
Bild: Katharina Beck

Mit der neuen Feuerwache ist die Arbeit für die Männer der Bundeswehr-Feuerwehr in Lagerlechfeld um einiges angenehmer geworden.

Rauch und Qualm steigen aus einem verwitterten Bunker. In der Ferne sind Martinshörner zu hören. Wenige Sekunden später biegen zwei riesige Feuerwehrfahrzeuge um die Ecke. Einsatz für die Fliegerhorst-Feuerwehr des Bundeswehrstandortes Lagerlechfeld.

Sechs Feuerwehrmänner springen aus den Fahrzeugen. Die Aufgaben sind klar verteilt: Einer begutachtet die Brandstelle. Zwei andere ziehen die 16 Kilogramm schweren Atemgeräte an, während der Rest die Schläuche ausrollt. Zwei Feuerwehrmänner verschwinden wenig später mit einem Schlauchende im Rauchnebel.

Alles nur Übung

Die Einsatzkräfte sind konzentriert und furchtlos, auch wenn der Kommandant jetzt bestätigt: Es ist nur eine Übung. Den seit Langem ungenutzten Bunker bekam die Feuerwehr als Übungsobjekt. „Der Bunker hat kein Fenster, deshalb steht der Rauch darin. Außerdem ist es dunkel. Das sind erschwerte Bedingungen, die eine gute Übung für uns sind“, erklärt der Feuerwehrchef Peter Knoller.

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Die beiden Feuerwehrmänner im Bunker suchen Raum für Raum mit einer großen Lampe und dem Wasserschlauch ab. Überall ist Rauch. Es ist aber kein beißender Qualm, sondern ein süßlicher Duft. Dieser kommt aus der bundeswehreigenen Disconebelmaschine. Denn mit offenem Feuer darf die Feuerwehr aus Umweltschutzgründen nicht mehr üben.

Die Übung verläuft nach Plan. Jetzt geht es zurück, über die Startbahn, vorbei an den Bunkern, in denen die Tornados stehen, zum neuen Feuerwehrhaus. Erst vor einem Monat wurde das rund 5,5 Millionen teuere Gebäude eingeweiht. Der Neubau mit der roten Einsatzzentrale fällt aus dem Muster der beigefarbenen Bundeswehrgebäude heraus. Knoller ist froh: „Der Umzug war wirklich nötig, denn das alte Gebäude stammte aus dem Jahr 1937, der Anbau aus den Sechzigern.“

Neues Gebäude bietet viele Vorteile

Auch die zwei großen Löschfahrzeuge kommen zurück. Problemlos parken sie rückwärts in die Garage ein, in der Platz für neun Spezialwagen ist. Die großen Garagen sind einer der vielen Vorteile, die das neue Gebäude gegenüber dem Alten hat. Früher mussten die Feuerwehrmänner die Spiegel der Fahrzeuge einklappen – so eng waren die Garagen. Trotzdem haben auch im neuen Gebäude noch nicht alle Fahrzeuge Platz. Die zwei ganz neuen Autos stehen vorerst im alten Gebäude. Sie sind zu hoch. Die Absauganlage an der Decke der neuen Garage muss erst versetzt werden.

Dennoch wollen die Berufsfeuerwehrmänner die neue Halle nicht mehr missen. Sie ist hell und sonnendurchflutet. Es gibt einen eigenen Garagenplatz zum Waschen der Fahrzeuge und endlich auch eine Absauganlage für die Abgase. Die Schläuche, die gerade noch im Einsatz waren, müssen auf Schäden geprüft und gewaschen werden. „Dafür waren früher drei Männer nötig“, erklärt Peter Knoller.

Heute kann die Anlage, die wie eine große Waschmaschine mit einer Spirale im Inneren aussieht, von einem bedient werden. Darin wird der Schlauch geprüft, gewaschen und getrocknet. Ebenfalls neu ist eine Wasch- und Trockenanlage für die Giftschutzanzüge. Draußen an einem Gang ist die Schutzbekleidung untergebracht. So wird der Schmutz nicht durch das ganze Haus getragen. Jeder der 56 Feuerwehrmänner hat seinen eigenen Spind.

56 Mann auf 2000 Hektar

Zuständig sind die 56 Mann für das gesamte 2000 Hektar große Bundeswehrgelände mit Kasernen, Freiflächen und Lechau. In besonderen Fällen hilft die bestens ausgerüstete Fliegerhorst-Feuerwehr auch außerhalb des Bundeswehrstandortes.

Plötzlich fahren wieder vier Fahrzeuge mit Blaulicht aus der Garage. Diesmal ist es keine Übung. Jedoch auch kein Notfall. Es ist ganz normales Tagesgeschäft: Einige Tornados wollen starten. Dazu stehen die vier Fahrzeuge mit insgesamt zehn Mann neben der Startbahn bereit. Mindestens zehn weitere Männer müssen sich im Feuerwehrgebäude bereithalten, damit der Flugbetrieb stattfinden kann. Bei Starts und Landungen der Tornados sind die Feuerwehrmänner immer dabei, um im Notfall Piloten zu retten und zu verhindern, dass Treibstoff explodiert.

Apropos Männer: Feuerwehrfrauen gibt es im Bundeswehrteam noch nicht. Wohl aber Toiletten und Duschen für Frauen im neuen Feuerwehrhaus. Es könne ja durchaus sein, dass er einmal eine Frau ins Team bekomme, sagt Knoller. Mitbestimmen könne er dies allerdings nicht.

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