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Meitingen

29.07.2020

In Meitingen sucht die Industrie schlaue Mädchen

In Bayern wird die Akademie seit 2013 durchgeführt, inzwischen haben bereits über 1000 Schülerinnen an dem Projekt teilgenommen.
Bild: Eva Dillitz

Plus In Meitingen sollen Realschülerinnen für Metall- und Elektroberufe begeistert werden. Warum die Branche viele Vorteile zu bieten hat.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – Bereiche, die in der Arbeitswelt auch als MINT-Berufe bekannt sind. Für die meisten Mädchen mögen sie auf den ersten Blick eher uninteressant wirken. Doch die Macher der „Girls’Day-Akademie“ (GDA) sehen das anders: Ein Schuljahr lang haben sie sich mit wöchentlichen Aktionen darum bemüht, 15 Schülerinnen der Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule in die Welt der Technik einzuführen. Nun wurde Bilanz gezogen.

Irgendwie passte es dann auch zu dem MINT-Projekt, dass die Abschlussveranstaltung coronabedingt via Videokonferenz stattfinden musste – das fand jedenfalls Schulleiter Michael Kühn, der bei dem virtuellen Zusammentreffen ein paar Grußworte sprach. Er bedankte sich für die tolle Betreuung und Durchführung des Projekts, auch wenn ab der zweiten Hälfte des Schuljahres aufgrund der Pandemie andere Richtungen eingeschlagen werden mussten. Seiner Meinung nach sei die „Girls’Day-Akademie’ ein Türöffner mit extrem hohem Praxisbezug.

Über 1000 Schülerinnen haben in Bayern an dem Projekt teilgenommen

Das Projekt des Bayerischen Verbands für Metall- und Elektro-Arbeitgeber (bayme vbm) wird gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. In Bayern wird die Akademie seit 2013 durchgeführt, inzwischen haben bereits über 1000 Schülerinnen an dem Projekt teilgenommen. Im Schuljahr 2019/20 gab es neben dem Standort in Meitingen noch 18 weitere Schulen, die mit der GDA zusammenarbeiteten. An der Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule nahmen 15 Mädchen von der siebten bis zur zehnten Klasse teil und erhielten ein Schuljahr lang eine vertiefte Berufsorientierung im MINT-Bereich.

Durch die digitale Abschlussveranstaltung führte Andrea Kraus als Betreuerin des Projekts. Sie bedankte sich bei allen Mitwirkenden, darunter unter anderem bei SGL Carbon in Meitingen und der Audi AG in Ingolstadt. In die Videokonferenz eingewählt hatten sich auch die GDA-Teilnehmerinnen selbst und die Lehrerinnen Heide Severing und Gabriele Hüttl, die das Projekt an der Meitinger Realschule unterstützt hatten. Die Agentur für Arbeit wurde von Julia Sönning vertreten. Sie empfahl den Schülerinnen in Bezug auf die Berufsorientierung: „Scheuklappen ablegen und stöbern!“ Das Wichtigste dabei sei, zahlreiche Praktika zu absolvieren. Insgesamt erhoffe man sich von dem Projekt einen „Zugewinn guter Azubis unabhängig vom Geschlecht.“

Eine hervorragende Bezahlung in der Metall- und Elektrobranche

Auch Stephanie Ammicht als Geschäftsführerin des bayme vbm-Standorts Schwaben wandte sich an die Schülerinnen. Sie betonte die hervorragende Bezahlung in der Metall- und Elektrobranche und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ihre Zertifikate erhielten die Mädchen gemeinsam mit dem Schulzeugnis.

Im Laufe des Schuljahres zählten zu den Aktionen der GDA unter anderem die Herstellung von Naturkosmetika, die Teilnahme an Programmierkursen und die Arbeit mit einer Fräsmaschine. Außerdem besuchten die Mädchen einen digitalen Escape Room und experimentierten mit einer fliegenden Drohne, die Bilder aus der Luft aufnahm. Bei einer Lötübung im bfz Augsburg bauten die Teilnehmerinnen ein blinkendes LED-Herz; bei Audi in Ingolstadt erhielten sie eine ausführliche Betriebsführung. Der Bau einer „leuchtenden Rainbowkugel“ im Juli musste coronabedingt mit Anleitung per Videokonferenz stattfinden. Abgerundet wurde das Programm durch ein allgemeines Bewerbungstraining.

Auch im kommenden Schuljahr wird das Projekt wieder angeboten

Die Teilnehmerinnen selbst zeigten sich begeistert vom Projekt. Für Laura Liepert war der Ausflug in den digitalen Escape Room das Highlight aller Aktionen. In diesem Schuljahr konnte sie einen neuen Berufswunsch für sich entdecken: Sie möchte sich um einen Ausbildungsplatz zur Chemielaborantin bewerben. Ihre Mitschülerin Julia Schwab interessiert sich hingegen für die Arbeit als Verfahrensmechanikerin. Sie schwärmte vor allem von der Führung im Audi-Werk: „Da wäre ich ohne die GDA nie hingekommen.“ Alles in allem können die beiden Neuntklässlerinnen die „Girls’ Day-Akademie“ nur weiterempfehlen. Auch im kommenden Schuljahr wird das Projekt wieder an der Realschule in Meitingen angeboten werden.

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