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Stadtbergen

11.11.2020

Jetzt ist das Aus für die Landwirtschaftsschule in Stadtbergen amtlich

Nach mehr als 150 Jahren von der Auflösung bedroht: die am Landwirtschaftsamt angesiedelte Landwirtschaftsschule in der Bismarckstraße von Stadtbergen.
Bild: Marcus Merk (Archivbild)

Plus Das Ende der Landwirtschaftsschule in Stadtbergen ist besiegelt. Der Ausschuss im Landtag bestätigt die Entscheidung des Ministeriums.

Abgelehnt hat der Landtagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am Dienstag einen Antrag des früheren Stadtberger Bürgermeisters Ludwig Fink, der den Erhalt der Landwirtschaftsschule in der Stadt zum Ziel hatte. Damit ist klar: Die Schüler, die im Herbst in Stadtbergen ihre Ausbildung begonnen haben, sind die letzten in der mehr als als 150-jährigen Geschichte der Landwirtschaftsschule Augsburg, die ihren Sitz am Stadtberger Landwirtschaftsamt hat.

Es habe noch einmal eine "Riesen-Diskussion" gegeben, so die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr. Letztendlich aber hätten sich CSU, Freie Wähler und FDP hinter die Haltung des Ministeriums gestellt. Diese ist: Weil es zu wenig Schüler gibt, werden in Schwaben zwei von fünf Landwirtschaftsschulen geschlossen. Eine davon ist Stadtbergen, das in diesem Fall den Konkurrenzkampf gegen Wertingen verloren hat. Die dortige Landwirtschaftsschule schwächelt ebenfalls und soll nun auch mit Schülern aus dem Raum Augsburg gestärkt werden.

Warum sich Wertingen durchgesetzt hat

Zum Verhängnis geworden seien Stadtbergen die schlechteren Durchschnittszahlen im Vergleich zu Wertingen, so Strohmayr. Die Abgeordnete machte aber auch deutlich, dass sie einen Erhalt der Schule für machbar hält. Fragwürdig sei für sie einmal, dass zwei von drei verbleibenden schwäbischen Landwirtschaftsschulen im Allgäu liegen.

Eine weitere Möglichkeit wäre laut Strohmayr gewesen, die Lerninhalte der Landwirtschaftsschule neu aufzustellen, damit sie an Attraktivität gewinnt. Dazu sei das Landwirtschaftsministerium aber nicht bereit. Strohmayrs Kritik: "Da hätte man sich früher darum kümmern müssen." Auch der Vorstoß des früheren SPD-Kommunalpolitikers Fink hatte in diese Richtung gezielt. Er hatte sich für einen Schwerpunkt ökologische Landwirtschaft stark gemacht.

Anfang Juli hatte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) Pläne vorgelegt, die das Kabinett in München gebilligt hat. Demnach werden in Schwaben zwei von fünf Landwirtschaftsschulen geschlossen. Begründet wird dieser Schritt mit rückläufigen Schülerzahlen.

Das Amt selbst bleibt in Stadtbergen

Das Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft Augsburg (wie es hochoffiziell heißt) mit Sitz in Stadtbergen soll ansonsten nicht betroffen sein. Die Behörde mit 110 Mitarbeitern bleibt in Stadtbergen, die Außenstellen in Schwabmünchen und Friedberg bleiben erhalten. Das gilt auch für die Hauswirtschaftsschulen in beiden Städten, die an das Amt angegliedert sind.

Die seit 1868 bestehende Landwirtschaftsschule Augsburg ist eine der traditionsreichsten in Bayern und an das Landwirtschaftsamt in Stadtbergen angeschlossen. Dieses ist zuständig für knapp 3000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe im Wittelsbacher Land sowie in Stadt und Kreis Augsburg. An der Landwirtschaftsschule legten 2019 41 Prüflinge die Prüfung erfolgreich ab. 21 Prüfungsteilnehmer kamen aus Stadt und Landkreis Augsburg, zehn aus Aichach-Friedberg und zehn aus anderen Landkreisen. Besucht wird die Schule von 15 bis 25 Schülern pro Jahrgang.

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