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Gemeinderat

25.11.2019

Kinderbetreuung in Agawang ohne Türen und Wände

Waldkindergärten sind angesagt, wie hier in Friedberg. Nun soll auch in Agawang einer errichtet werden.
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Waldkindergärten sind angesagt, wie hier in Friedberg. Nun soll auch in Agawang einer errichtet werden.
Foto: Heike John

Bei Agawang soll ein Waldkindergarten errichtet werden. Ausgerüstet werden soll er mit einem Tipi und einem beheizbaren Bauwagen. Doch zunächst muss dafür ein Verein gegründet werden

Auf offene Ohren stieß bei der jüngsten Gemeinderatssitzung das von Judith Schneider und Andreas Langenmair vorgestellte Konzept eines Waldkindergartens in der Gemeinde Kutzenhausen. Die Einrichtung soll in einem Waldstück im Staatsforst bei Agawang entstehen und Platz für 20 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt bieten.

Gleich eingangs der Konzeptvorstellung verwies Schneider auf die Vorteile eines Waldkindergartens: „Täglich verbringen die Kinder mehrere Stunden an der frischen Luft.“ Das trage zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden und Stressabbau bei, zur Förderung im Umgang mit der Natur sowie zur Stärkung des Immunsystems. Die Einrichtung, die von qualifiziertem Personal betreut werde, bezeichnete sie als „Kindergarten ohne Türen und Wände“.

Träger wird der noch zu gründende gemeinnützige Elternverein Waldkindergarten Westliche Wälder. Favorisierter Standpunkt sei ein Waldstück, das im Staatsforstgebiet bei Agawang liegt, verdeutlichte Andreas Langenmair. „Er verfügt neben ausreichendem Platz zum Spielen zwischen den Bäumen auch über eine kleine Lichtung“, ergänzte Schneider.

Ein fester Schutzraum für Unwetter und Sturm

Dort soll als Rückzugsort ein beheizbarer Bauwagen entstehen. In einem installierten Tipi kann im Winter über einem Feuer Suppe zubereitet und Stockbrot gegrillt werden. Für den Toilettengang steht eine Trocken- oder Komposttoilette zur Verfügung. Zudem sei man auf der Suche nach einem festen Schutzraum, etwa bei Unwetter und Sturm, der kurzfristig vom Waldstück aus aufgesucht werden kann. Das Konzept ging auch auf die Öffnungszeiten ein. „Die Kinder können montags bis freitags zwischen 7.30 und 8.30 Uhr gebracht werden“, so Schneider. Abholzeiten seien zwischen 12 und 12.30 oder um 13.30 Uhr. Entsprechend resultieren daraus die Buchungszeiten. Die Finanzierung des Waldkindergartens erfolgt über Elternbeiträge und öffentliche Fördergelder.

Der Tagesablauf sieht einen gemeinsamen Morgenkreis vor. Daran schließt sich freies Spielen an. Dies stärke Fantasie und Kreativität der Kinder und erfülle das Bedürfnis nach Autonomieerleben, sagte Schneider. Zu einer selbstbestimmten Zeit kann der Nachwuchs seine mitgebrachte Brotzeit essen. Der Abschiedskreis, der den gemeinsamen Vormittag nochmals Revue passieren lässt, findet vor der ersten Abholzeit statt. Danach können sich die Kinder noch mal in kleinen Gruppen zu verschiedenen Aktivitäten zusammenfinden.

Bis zum tatsächlichen Start müsse allerdings noch etliches geklärt werden, so der tatsächliche Standort und auch der Schutzraum, verdeutlichte Schneider. Alles sei zunächst nur eine Information.

Die Gemeinderäte reagierten auf das geplante Kinderbetreuungsangebot durchweg positiv. Ein Waldkindergarten sei eine unheimlich gute Sache, so Johannes Spatz. Damit seien die Organisatoren auf einem guten Weg, pflichtete Rudolf Kaiser bei.

Franz Bossek regte Schutzmechanismen für Bauwagen und Tipi gegen eventuellen Vandalismus an. Bürgermeisterin Silvia Kugelmannn forderte auf, die geplante Einrichtung nicht als Konkurrenz zum bereits bestehenden Kindergarten St. Nikolaus zu betrachten, sondern als Alternative. „Beiden Betreuungsstätten liegen grundverschiedene Konzepte zugrunde“, machte sie aufmerksam.

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