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Neusäß

10.11.2017

„Köpfe“ und „Wellenreiter“ überzeugen

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2 Bilder
Freude im Doppelpack: Gisela Frank und Petrus haben den 19. Neusässer Kunstpreis gewonnen: (von links) Bürgermeister Richard Greiner, Fabian Härding (Kreissparkasse), die Preisträger Gisela Frank und Petrus, Kulturkreis-Vorsitzende Maria-Stephanie Kemmerling, hinten Richard Fank von der Kreissparkasse Augsburg und Bürgermeisterin Monika Uhl.
Bild: Thomas Hack

In Neusäß wurde der 19. Kunstpreis der Stadt sowie der Kunstförderpreis der Kreissparkasse verliehen: Ehrung für Petrus und Gisela Frank

Nicht weniger als 42 renommierte Künstler, ganze 52 eingereichte Werke und eine Jury von hochkarätigen Vertretern aus Kunst, Wirtschaft und Politik - selten zeichnete sich ein Wettbewerb so spannend ab wie der 19. Kunstpreis der Stadt Neusäß. Am Ende durften sich dann aber auch gleich zwei Teilnehmer über die heiß begehrten Auszeichnungen freuen: Die vielseitige Ausnahmekünstlerin Gisela Frank sowie ein Urgestein der Szene, das sich selbst den Namen Petrus gegeben hat.

Alles von Malerei bis zur Plastik war dabei

Der Neusässer Kunstpreis wird seit 1981 alle zwei Jahre vergeben, wobei Künstler aus der Region sowie Mitglieder des Neusässer Kulturkreises die Möglichkeit haben, ihre Werke einzureichen und diese im Rahmen einer gemeinschaftlichen Rathausausstellung auch dem breiten Publikum zugänglich zu machen. Daneben wird seit 15 Jahren zusätzlich seitens der Augsburger Kreissparkasse der Kunstförderpreis verliehen, sodass es bei der großen Ehrungsfeier grundsätzlich zwei große Gewinner gibt. Den Kunstpreis der Stadt Neusäß ging an Petrus aus Friedberg, der Kunstförderpreis der Kreissparkasse an Gisela Frank aus Augsburg. Und auch diesmal erstreckte sich das Spektrum der eingereichten Exponate von Malereien und Skizzen bis hin zu räumlichen Plastiken aus Ytong und Alabaster, was die Entscheidung der Juroren eigenen Angaben zufolge nicht wirklich leicht gemacht hatte.

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Bei der Preisverleihung im Rathausfoyer gab zunächst jedoch die musikalische Kunst die Töne an, indem das Bastian-Walcher-Trio mit angenehmen Jazzklängen den feierlichen Ehrungsakt anklingen ließ. Die Laudatio hielt Klaus Konze, einem weiteren Großkaliber der kreativen Szene und ebenfalls bereits Gewinner des Neusässer Kunstpreises. Mit knappen, aber markanten Worten zeichnete der Fachexperte ein Lebensbild der beiden diesjährigen Gewinner und stellte dabei insbesondere deren charakteristischen Eigenheiten heraus: „Gisela Frank arbeitet vielseitig und experimentierfreudig, ist ständig an Neuem interessiert. In ihren Objekten verarbeitet sie oft Fundstücke und alte Materialien.“ Die Künstlerin sei durch ihre facettenreiche Arbeitsweise insgesamt keiner Schublade zuzuordnen, so Konze weiter.

„Die Welt ist skurril, nicht meine Figuren.“

Als zweiter Gewinner des Abends wurde schließlich Petrus ausgezeichnet. Der Laudator hob vor allem hervor, dass seine bunt bemalten Skulpturen immer auch Geschichten erzählten, bei ihm zumeist der Mensch im Mittelpunkt stehe und sich seine Werke gerne zwischen Humor, Ironie und schonungsloser Gesellschaftskritik bewegen würden.

Petrus, der immer wieder mal mit kleinen Überraschungen von sich reden macht, antwortete nach der Urkundenübergabe mit ganzen drei Sätzen: „Danke an die Stadt. Danke, dass Sie gekommen sind. Aber nicht meine Figuren sind skurril, sondern die Welt ist skurril.“

Und so skurril die Welt mit ihren Gefilden der schönen Künste auch sein mag, so bunt präsentiert sich von nun an die Kunstausstellung im Neusässer Rathaus, in welcher neben den Gewinnerexponaten „Köpfe“ von Gisela Frank und „Die Weltenretter“ von Petrus auch die Werke sämtlicher anderer Wettbewerbsteilnehmer zu begutachten sind.

Und gerade weil die persönlichen Vorlieben von Kunstliebhabern sehr verschieden sind, stellt es auch für die kulturerprobte Stadt Neusäß etwas ganz besonderes dar, eine solch farbenfrohe Melange an Gemälden, Skizzen und Skulpturen an einem einzigen Ausstellungsort vereint zu haben. Maria-Stephanie Kemmerling vom Vorstand des Neusässer Kulturkreises hat in diesem Zusammenhang jedoch auch das Pragmatische nicht vergessen und mit einem augenzwinkernden Statement die Besucher zum Schmunzeln gebracht: „Kunst ist nicht nur zum Anschauen da. Nehmen Sie sie doch einfach mit nach Hause!“

Die Jury dieses Kreativwettbewerbs bestand dieses Jahr aus den ehemaligen Kunstpreisträgern Olli Marschall und Klaus Konze, der Kunsthistorikerin Sylvia Jäkel, Bürgermeister Richard Greiner sowie Andreas Jäckel von der Kreissparkasse Augsburg. Die Gemeinschaftsausstellung sämtlicher eingereichten Werke kann noch bis zum 3. Januar im Neusässer Rathaus besucht werden.

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