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Bürgerversammlung

09.04.2019

Kommt nun der Regenrückhalt in Lettenbach?

Die Eichen in Diedorf sollen gegen den Eichenprozessionsspinner behandelt werden. Kommt es dennoch zu einem Schädlingsbefall, sollen sie abgesaugt werden.

Bürgermeister Peter Högg berichtet von neuen Entwicklungen. Was sich bei der B-300-Umfahrung tut

Siegfried Welty war mittendrin, als es geschah. Im Frühsommer 2002 ließ starker Regen den Lettenbach im gleichnamigen Diedorfer Ortsteil derart ansteigen, dass in einem bis dahin ungekannten Ausmaß die Keller vollliefen. Zwei Männer starben unweit seines Zuhauses in einer Tiefgarage. Nun wollte er, im Namen von 16 weiteren Lettenbacher Familien, auf der Bürgerversammlung in Diedorf von Bürgermeister Peter Högg wissen, was sich denn nun beim zweiten Hochwasserrückhaltebecken tue, auf das man seit Jahren warte. Entstehen soll es am Waldrand zwischen Lettenbach und Diedorf und dem im Normalfall recht ruhigen und kleinen Bach genügend Retentionsfläche im Falle eines erneuten Starkregens bieten.

Jahrelang hatten sich die Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer hingezogen, doch nun konnte der Bürgermeister Neues berichten: „Die nötigen Flächen konnten getauscht werden“, sagte er, der Termin beim Notar zum rechtlichen Abschluss des Geschäfts stehe praktisch bevor. Dann könne man in die Planfeststellung gehen, „im Idealfall könnte in zwei oder drei Jahren Baubeginn sein“, so Peter Högg. Und von noch einem Schritt in Richtung einer weiteren Planfeststellung konnte er berichten: Bis zur Sommerpause rechnet die Marktgemeinde mit der genauen Berechnung, auch über die Kosten, für die drei Umfahrungsvarianten, für die sich der Gemeinderat vor einigen Monaten entschieden hatte. Auch das sei ein Schritt weiter in Richtung B-300-Umfahrung. Als einen ebensolchen sieht der Bürgermeister auch, dass das Bauamt noch in diesen Wochen mit Probebohrungen im späteren Baugrund beginnen möchte.

Ein Ende der Chlorung des Trinkwassers sieht der Bürgermeister für die Zeit der Sommerferien im Bereich des Möglichen. Im Moment, so berichtete er, werde unter anderem an den Hochbehältern der Marktgemeinde gearbeitet. Dass dafür jeweils einige der Wasserbehälter stillgelegt werden müssen, sei jetzt noch möglich. „Bis zum Sommer müssen die aber fertig sein“, so Högg. In Anhausen im Brunnen werde zudem eine UV-Anlage eingebaut, um zukünftig dort sofort einer möglichen Verkeimung entgegenwirken zu können. Im Juni will der Bürgermeister dann den Antrag auf ein Ende der Chlorung stellen, einige Wochen später könnte das umgesetzt werden.

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Bereits jetzt beschäftigt der Eichenprozessionsspinner die Marktgemeinde. In diesem Jahr sollen Eichen in der Nähe von Schulen, Kindertagesstätten und weiteren Treffpunkten in Diedorf vorsorglich behandelt werden, bei einem Befall könnten dann Eichen zusätzlich abgesaugt werden.

Durchaus selbstkritisch zeigte sich der Bürgermeister auf die Nachfrage von Florian Möckl, wie er denn den voraussichtlichen Anstieg der Schulden in der Marktgemeinde erkläre. Zuvor hatte Peter Högg berichtet, dass der Schuldenstand von derzeit einer halben Million Euro auf 12,7 Millionen Euro bis zum Jahresende ansteigen könnte. „Wir haben hier sicher einen Investitionsstau auch bei den Pflichtaufgaben, bei denen vieles auf die lange Bank geschoben wurde.“ Nun zwinge der starke Zuzug in die Gemeinde aber zum Handeln, sprach er vor allem die Investitionen in die Kinderbetreuung an. Diedorf hat aktuell knapp 11000 Einwohner.

Durch alle Bürgerversammlungen in der Marktgemeinde in der vergangenen Woche zog sich die Frage, ob Mitbürger nicht dazu gezwungen werden könnten, ihre überragenden Sträucher und Hecken regelmäßig zu schneiden. Da gebe es nicht viel Spielraum, sagte Peter Högg. Man tue aber, was man könne. Und auch die Frage nach einer Verbreiterung der Dammstraße als Zufahrt zum Wertstoffhof wurde immer wieder gestellt. Die werde wohl aus Mangel an geeigneten Grundstücken erst mit der Umfahrung kommen, so der Bürgermeister. Allerdings, so war aus dem Publikum ebenfalls zu hören: Wenn sich alle an das geltende Tempolimit von 30 Stundenkilometern hielten, dann würde die Fahrbahnbreite auch ausreichen.

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