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Stadtbergen

28.11.2017

Kripo nimmt falschen Polizisten fest

Die Polizei hat in Stadtbergen einen falschen Polizist festgenommen. (Symbolbild)
Bild: Alexander Kaya

Der 25-Jährige will einen Rentner abzocken. Der erkennt den Betrug und ruft die „echte“ Polizei. Doch Achtung: Solche betrügerischen Anrufe gehen auch nach der Festnahme weiter.

Auf dem Telefondisplay erscheint die 110, der Anrufer gibt sich als Polizist aus und erzählt von einer Straftat. „Es wurden Einbrecher festgenommen, die einen Zettel mit Ihren Personalien dabei hatten“ zum Beispiel. Oder „Ihr Konto wurde gehackt.“ Immer wieder rufen Betrüger mit dieser Masche an. Immer wieder funktioniert sie – die Opfer verlieren viel Geld. Am Dienstag nun hat die Polizei einen Ermittlungserfolg gemeldet: Sie hat einen 25-Jährigen festgenommen. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die Falle der Polizei schlug in Stadtbergen zu. Dort wurde ein 80-Jähriger mehrmals angerufen und schließlich dazu veranlasst, den mutmaßlichen Polizisten eine größere Geldsumme zu übergeben – laut Polizei ein fünfstelliger Betrag. Bei der Übergabe nahmen Beamte der Kripo dann zwei Männer auf frischer Tat fest. Der Senior hatte nämlich die Masche der Täter frühzeitig erkannt und zeitnah die „echte“ Polizei informiert. Die Polizisten legten sich also bei der Geldübergabe auf die Lauer und nahmen die beiden mutmaßlichen Betrüger fest. Sie sind nach Angaben der Polizei 24 und 25 Jahre alt, kommen aus Nordrhein-Westfalen und sind extra für die Tat angereist.

Nach der Vernehmung wurde der 24-jährige Student wieder entlassen. Der 25-jährige Arbeitslose, der türkischer Staatsbürger ist, wurde dagegen der Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Augsburg vorgeführt. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl wegen versuchten banden- und gewerbsmäßigen Betrugs erlassen.

Auch wenn die Polizei einen Betrüger geschnappt hat: „Die Anrufe von falschen Polizeibeamten werden deswegen nicht abrupt aufhören, da andere Tätergruppierungen auf die gleiche betrügerische Art ebenfalls Kasse machen“, betont Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Er erklärt, wie die Betrüger vorgehen: Sie wählen ihre Opfer meist aus öffentlichen Telefonverzeichnissen aus, rufen dort an und geben sich als Polizeibeamter (oder zum Beispiel auch als Gerichtsvollzieher) aus. Die Absender-Rufnummer wird dabei oft manipuliert. So wird auf dem Display dann die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle, der Polizeinotruf 110 oder die Zentralnummer des Bundeskriminalamts angezeigt, um den Anrufer glaubwürdiger zu machen.

Der Betrüger erzählt dann eine frei erfundene Geschichte, die suggeriert, dass das Vermögen in Gefahr ist. Zum Beispiel eben: Ein Einbrecher hatte Ihre Personalien dabei. Oder: Ihr Konto wurde gehackt. Diese Gefahr könne nur gebannt werden, wenn der Angerufene seine vorhandenen Geldbestände – manchmal geht es auch um Schmuck – zur Sicherheit einem Boten übergibt. Manchmal werden die Opfer sogar aufgefordert, ihr Geld von der Bank abzuheben.

Weil die Menschen für solche Betrügereien mittlerweile sensibilisiert seien, bleiben die meisten Anrufe erfolglos, sagt Polizeisprecher Hartmann. „Meist passiert nichts. Aber immer wieder fällt jemand darauf rein und verliert jede Menge Geld.“ Es sei deshalb weiterhin wichtig, vor diesen Gefahren am Telefon zu warnen. Häufig sind Senioren die Opfer. Da seien auch die Angehörigen gefragt, auf solche Tricks aufmerksam zu machen.

In letzter Zeit häufen sich die Anzeigen über Anrufe von falschen Polizeibeamten. „Wir haben jede Woche mindestens einen Fall“, sagt Hartmann, der für das Polizeipräsidium Schwaben-Nord spricht. Erst am Montagabend bekam eine 84-Jährige in Nördlingen wieder so einen Anruf. Sie fiel aber nicht darauf herein und beendete das Gespräch. Hartmanns Appell: „Seien Sie weiterhin misstrauisch und verständigen Sie bei derartigen Anrufen umgehend die echte Polizei.“

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