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Gersthofen

28.10.2017

Kühne  Konstruktionen aus Glas und Metall

Ein Hauch von Elbphilharmonie? Futuristisch mutet die Fassade des Dorotheen-Quartiers in Stuttgart an. Die komplette Außenverkleidung stammt von der Gersthofer Stahl- und Glasbaufirma Roschmann.
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Ein Hauch von Elbphilharmonie? Futuristisch mutet die Fassade des Dorotheen-Quartiers in Stuttgart an. Die komplette Außenverkleidung stammt von der Gersthofer Stahl- und Glasbaufirma Roschmann.
Bild: David Matthiessen

Firmenporträt Aus der einstigen Gersthofer Glaserei wurde die international gefragte Roschmann Group. Nicht nur die FCA-Fans und Einkaufskunden in Stuttgart sehen ihre Produkte.

  Gersthofen Für atemberaubende Glas- und Stahlkonstruktionen steht die Roschmann-Group aus Gersthofen: Vom Familienunternehmen stammt unter anderem das Geflecht aus Röhren, welches das Betonpfeiler-Gerippe der Augsburger Fußball-Arena an der B17 in rund vier Metern Höhe umgibt. Insgesamt wurden dort rund 20 000 Meter aluminiumeloxierte Einzelstäbe verbaut.

Bei vielen Projekten im Spiel

Der kleine Nachbar der Seele-Group – eines Global Players im Glasbau – ist als Familienunternehmen seit 1952 in Gersthofen angesiedelt und ebenfalls international bei vielen Projekten im Spiel, wie Carolin Roschmann erzählt. Sie ist im Jahr 2013 ins Unternehmen eingestiegen.

„Wir verbinden Konstruktionen aus Stahl, Blech, Aluminium und Glas oder Isolierglas, die auch von uns hergestellt werden.“ Das Motto sei dabei „Engineering meets design“ (Ingenieurskunst trifft auf hochwertige Gestaltung). Diese wurde auch schon ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Architekten und Bauträger hat das Unternehmen im Jahr 2015 den IDEAS² Award erhalten.

Diese Auszeichnung gibt’s für Projekte, bei welchen Baustahl in innovativer Weise verwendet wird. „In der Stahlindustrie gibt es für Bauvorhaben keine größere Ehre,“ so Carolin Roschmann. Die Gersthofer Firma baute im Zeitraum zwischen 2011 und 2012 in Chicago eine 30 Meter freispannende Fußgängerbrücke. Die gesamte Struktur der Brückenfassade und des Fußbodens hängt an einem Haupttragrohr. Außerdem hat der Übergang einen vollverglasten Gehweg. Die Brücke verbindet das „Hilton Columbus Downtown Hotel“ mit dem „Greater Columbus Convention Center“.

Bereits fertiggestellt ist das Dorotheen-Quartier in Stuttgart. „Hier waren wir bei drei großen Gebäuden komplett für die Außenverkleidung zuständig.“ Neben Stahl und Glas wurde dabei auch Stein mit in die Gestaltung einbezogen. Unter anderem entstand die Fassade einer Filiale der Luxuswarenkette Louis Vuitton.

Drei Museen gleichzeitig

In Washington sind die Gersthofer derzeit sogar an drei Museen beteiligt. „Besonders spannend ist hier das neue Museum of the Bible“, erzählt Carolin Roschmann. Eine Herausforderung gewesen sei dabei das gewölbte Glasdach. „Der Architekt wollte, dass es wie ein aufgeschlagenes Buch aussieht. Beim „International Spy Museum in Washington – das sich der Geschichte der Spionage und Agenten widmet, sind die Mitarbeiter gerade an der Montage. Außerdem ist auch der Auftrag für das National Air and Space Museum in dieser Stadt nach Gersthofen gegangen.

Gerne denkt Carolin Roschmann auch an einen der größten Aufträge des Unternehmens zurück – die Beteiligung am Bau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: „Da war ich ein halbes Jahr lang mit auf der Baustelle und habe so die Arbeiten live mitverfolgen können.“

Und wer den höchsten Punkt von Paris erklimmen möchte, der sieht auf dem Weg dahin auch durch Glas aus Gersthofen. „Beim Eiffelturm haben wir für Glasfassaden verantwortlich – die Herausforderung war hier, dass sie konkav und konvex sein mussten.“

Aus Gersthofen in die Schweiz 

Eine fast skurrile Architektur weist das neue Hauptquartier der Firma Swatch im schweizerischen Biel. Sie schlängelt sich wie ein Wurm übers Gelände. Der Holzbau wird mit verschiedenen Paneelen aus Glas, Folie und Solarzellen ausgestattet.

Das Unternehmen, das inzwischen auch mit zwei Tochterfirmen in den USA vertreten ist sowie im Jahr 2004 das Unternehmen Hefi in Frankreich übernommen hat, ist aber nicht nur im Ausland tätig. So waren die Gersthofer tätig beim Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. „Bei diesem Museum, das auf Tageslicht setzt, waren die drei Dächer immer undicht. Sie wurden saniert. Betroffen waren etwa 900 Glasscheiben“, sagt Carolin Roschmann. Und auch das 660 Meter lange Glasdach von „The Square“ am Flughafen Frankfurt fertigte das Unternehmen.

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