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Kutzenhausen

14.02.2020

Kutzenhausen vor der Wahl: Alle Kandidaten und die wichtigsten Themen

Die Bereitstellung von Bauland bei gleichzeitiger Erhaltung der dörflichen Struktur ist eines der politischen Ziele in Kutzenhausen. 
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Plus Auf den neuen Bürgermeister von Kutzenhausen wartet eine Aufgabe der Integration. Städtebau und Hochwasserschutz bleiben Themen.

Andreas Weißenbrunner (Freie Wähler) und Gregor Winkler (Miteinander umdenken) wollen beide auf den Chefsessel im Rathaus. Die amtierende Bürgermeisterin Silvia Kugelmann verzichtet nach zwei Legislaturperioden auf eine weitere Kandidatur.

Andreas Weißenbrunner positioniert sich dabei für eine kommunalpolitische Weichenstellung. „Ziel ist, Kutzenhausen auch in Zukunft als eine Gemeinde mit Wohlfühlgarantie aufzustellen“, betont der 36-Jährige. Ebenfalls ein Umdenken in der Kommunalpolitik strebt Gregor Winkler an. Er wünscht sich einen Prioritätenplan nach Pflichtaufgaben. Wichtig sei ihm unter anderem die Verbesserung des Miteinanders in der Gemeinde.

Ein Punkt, der in der Vergangenheit den Ort gespalten hat. Bürgermeisterin Silvia Kugelmann erhielt Hasskommentare und war auch Beschimpfungen, Sachbeschädigungen und Morddrohungen ausgesetzt. Auch Gemeinderäte fanden Briefe mit Drohungen gegen ihre Familien vor. Nun sollen die Karten neu gemischt werden.

Kutzenhausen vor der Wahl: Alle Kandidaten und die wichtigsten Themen

CSU sieht sich auf einem Kurs der Erneuerung

Die örtliche CSU sieht sich dabei auf einem Kurs der Erneuerung. „Weg von der Vergangenheit“, nennt es Ortsvorsitzender Dirk Pelzeter, der selbst kandidiert. Auf der Liste treten auch drei Nichtmitglieder an. Auch erfahrene Kommunalpolitiker wie Rudolf Kaiser und Michael Merk sind vertreten.

Bei den Grünen auffallend ist die geballte Frauenpower. Ziel sei es, weitere Sitze im Gemeinderat anzustreben, erklärt Franz Bossek. Dies soll unter anderem mit Klimaschutz, umweltfreundlichem Verkehr und nachhaltiger Landwirtschaft umgesetzt werden. Gleichzeitig will man die spezifischen Ortsthemen nachhaltig angehen.

Die Freie Wählerschaft Kutzenhausen (FWK) konzentriert sich in erster Linie auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Steuermitteln, eine solide Haushaltsführung, die Infrastruktur der öffentlichen Versorgung wie Kanal und Trinkwasser sowie die Schließung innerörtlicher Baulücken. Bei der Bereitstellung von Bauland will sie die dörfliche Struktur erhalten und dafür sorgen, dass auch für Einheimische finanzierbare Baugrundstücke vorhanden sind. Die 17-köpfige Liste geht an der Spitze mit Georg Rapp, Bernhard Strehle und Robert Rieger ins Rennen.

Neue Vereinsräume und Erhalt der Dorfstrukturen

Die Unabhängige Gesamtgemeinde (UG) setzt auf verlässliche, kontinuierliche und kostenbewusste Umsetzung der begonnenen Projekte. Darüber hinaus unterstützt sie die Schaffung notwendiger Vereinsräume und den Erhalt der gemeinschaftlichen Dorfstrukturen in allen Ortsteilen. Derzeit stellt die UG fünf Gemeinderäte: Christian Geßler, Rupert Kugelbrey, Ralf Leinauer, Maria Schedler und Johannes Spatz.

Die Freien Wähler Kutzenhausen (FW) haben ihre Standpunkte und Ziele wiederum in Themenblöcke gegliedert: die Gestaltung der Gemeindeentwicklung, Transparenz und Bürgerbeteiligung, generationenübergreifende Einrichtungen sowie solide Finanzwirtschaft. Die 21-köpfige Kandidatenliste wird von Andreas Weißenbrunner angeführt, gefolgt von Johann Rößle und Ralf Kramer. Die neu gegründete Wählergruppe Miteinander umdenken (MU) will im Gemeinderat eine nachvollziehbare Projektarbeit und transparente bürgernahe Politik betreiben. Weitere Ziele sind ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Kinderbetreuung und ein solider Haushalt mit durchführbaren finanziellen Planungen. Die 14-köpfige Liste führt Emil Mairhörmann vor Claus Schneider und Franziska Knöpfle an. Und welche Aufgaben warten auf den neuen Gemeinderat? Bereits vorbereitet sind der Neubau des Feuerwehrhauses und die Freibadsanierung. Die Raumnot in der Kinderbetreuung wird derzeit in einem Gesamtkonzept gelöst. Auch die Umsetzung des Hochwasserschutzes in Rommelsried und die Städtebauförderung stehen an.

UG will Sprachrohr aller Ortsteile sein

  • Gleichheit Die Unabhängige Gesamtgemeinde setzt sich auch weiterhin für Gleichberechtigung und Mitbestimmung aller Ortsteile und gesellschaftlichen Gruppen in der Gemeinde ein. Sie steht für einen ehrlichen, transparenten, kostenbewussten und in die Zukunft gerichteten Umgang mit den anstehenden Anforderungen.
  • Infrastruktur Im Vordergrund sieht sie die Weiterentwicklung und Umsetzung der beschlossenen Projekte, wie den Radweg nach Biburg, die Modernisierung des Freibads, den Bau von Feuerwehrhaus und Bauhof in Kutzenhausen und die Weiterentwicklung einer bedarfsangepassten Kinderbetreuung.
  • Vereine Außerdem unterstützt sie die Schaffung notwendiger Vereinsräume in der Gemeinde Kutzenhausen und den Erhalt der gemeinschaftlichen Dorfstrukturen in allen Ortsteilen.

CSU ist für offenen Austausch

  • Vereinsleben Vereine und Verbände leisten einen wesentlichen Anteil am gesellschaftlichen Leben in Bereichen wie Sportangebote, Feuerwehrdienst oder Kulturveranstaltungen. Ohne diese wertvolle Arbeit fehlt Menschlichkeit und Gemeinsinn, denn gerade dies zeichnet eine moderne Kommune aus. Ein ehrlicher und offener Austausch ist der CSU hier wichtig.
  • Kinder Der Kindergarten benötigt eine dringende Erweiterung. Außenstellen und Container sind Zwischenlösungen. In enger Abstimmung mit dem Kindergarten muss eine zukunftsfähige Lösung erarbeitet werden, die den räumlichen und pädagogischen Ansprüchen genügt.
  • Entscheidungen Neue Ideen sind wichtig. Jedoch muss der Zeitraum bis zur Realisierung optimiert werden. Was bringt es, wenn sie nicht umgesetzt oder durch persönliche oder parteipolitische Gründe blockiert werden. Ein Miteinander in den Gremien ist genauso wichtig wie eine klare und effiziente Aufgabenstruktur in der Verwaltung.

Grüne wollen mehr Kinderbetreuung

  • Umwelt Die Grünen wollen eine lebenswerte Umgebung schaffen: Die Flächenversiegelung muss gestoppt werden, Wohnraum kann durch Innenraumverdichtung entstehen. Sie wollen ökologisch wertvolle Flächen auf dem Gemeindegebiet schaffen und darauf drängen, auf Pestizide und Gülle für den Trinkwasser- und Insektenschutz weitestgehend zu verzichten.
  • Klimaschutz Die Gemeinde muss regenerative Energie erzeugen und verbrauchen. Es muss auf ein ökologisch ausgelegtes Energiemanagement gesetzt werden, das alle gemeindlichen Anschaffungen und Verbrauche dem Klimaschutz unterordnet. Dazu gehört auch eine Förderung des ÖPNV.
  • Familien Die Grünen wollen das Ganztagesangebot in Kindergarten und Schule bedarfsgerecht ausbauen. Die Versorgung der Kinder soll möglichst ökologisch, regional und gesund sein. Das dörfliche Leben soll für Vereine, Organisationen, Veranstaltungen und einen Wochenmarkt gefördert werden.

Freie Wählerschaft will Verlässlichkeit

  • Bürger Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren stehen für die Freie Wählerschaft im Mittelpunkt. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger engagieren sich in Vereinen, Kirchen und anderen Organisationen und tragen so wesentlich zum guten Gelingen des dörflichen Zusammenlebens bei. Ihnen soll auch zukünftig die notwendige Aufmerksamkeit und Unterstützung für ihre wertvolle Arbeit am Gemeindewohl gelten.
  • Fortführung Auf Basis solider Haushaltspolitik wollen wir Neues entwickeln, Bewährtes sichern und zusammen weiterentwickeln. Die zielführende und konsequente Erledigung der Aufgaben sehen wir dabei als unseren dringendsten Auftrag für die kommende Wahlperiode.
  • Verlässlichkeit Seit Jahrzehnten steht die Freie Wählerschaft Kutzenhausen für eine nachhaltige und verlässliche Dorfpolitik. Sie hat das gemeinsame Ziel, die Gemeinde nach vorne zu bringen und die vorhandenen Ressourcen gewinnbringend zu nutzen.

Sieben Fragen an Andreas Weißenbrunner

Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Weißenbrunner: Als Bürgermeister möchte ich wichtige kommunalpolitische Dinge voranbringen und mich als Ideengeber kreativ einbringen. Zudem bin ich gerne in Kontakt mit Menschen. Die Bürgerinnen und Bürger können von mir eine offene und ehrliche Politik erwarten, die alle Menschen und Ortsteile mitnimmt.

Andreas Weißenbrunner ist Kandidat der Freien Wähler in Kutzenhausen für den Bürgermeisterposten.
Bild: Fw

Wo setzen Sie den Rotstift an, um Steuergelder in Ihrer Gemeinde zu sparen?

Weißenbrunner: Durch sinnvolle Ausschöpfung von Fördergeldern. Es muss nicht bei allen Entscheidungsprozessen ein Gutachter zurate gezogen werden, hier sollten sachkundige Einwohner zu Beratungen eingeladen werden. Abschließend sollte eine bedarfsorientierte Priorisierung zukünftiger Investitionen stattfinden.

In welchem Bereich muss Ihrer Meinung nach mehr Geld ausgegeben werden?

Weißenbrunner: Kinderbetreuungszeiten in den Ferien. Organisation einer Seniorenhilfe. Ausweitung und Ergänzung des ÖPNV. Ausbau regenerativer Energien. Ehrenamt weiter unterstützen und finanzielle Zuschüsse beibehalten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Ihrem Ort?

Weißenbrunner: Mein Lieblingsplatz ist in der Natur rund um unsere Gemeinde. Gerade beim abendlichen Spazierengehen, wenn die Sonne hinter den Wäldern verschwindet, ist das ein wunderschöner Anblick.

Wenn Sie die Wahl gewinnen, welche drei Themen wollen Sie als Erstes anpacken?

Weißenbrunner: Aufbau einer nachbarschaftlichen Seniorenhilfe durch Abgreifen von Fördermitteln und mit festen Ansprechpartnern in der Gemeinde. Anschaffung von Hundetoiletten und Mülleimern. Die Stärkung des ÖPNV etwa durch die Anschaffung von gemeindeübergreifenden Mitfahrbänken.

Wenn Sie sich für Kutzenhausen etwas wünschen könnten, was wäre das?

Weißenbrunner: Kutzenhausen soll auch in Zukunft eine Gemeinde zum Wohlfühlen bleiben. Dieses Ziel möchte ich mit den Bürgern gemeinsam als ihr dynamischer, offener und menschlicher Bürgermeister mit transparenten politischen Entscheidungen und möglichst breitem Konsens erreichen.

Wie nutzen Sie die neuen sozialen Medien und was halten Sie davon?

Weißenbrunner: Soziale Medien sind eine direkte und schnelle Kommunikation, die sinnvoll und mit Maß genutzt werden sollte. So können die Mitbürgerinnen und Mitbürger immer auf dem neusten Stand gehalten werden.

Sieben Fragen an Gregor Winkler

Warum wollen Sie Bürgermeister werden?

Gregor Winkler: Es gibt viele Gründe für meine Bürgermeister-Kandidatur. Einer davon ist es, Dinge verändern zu wollen. In einer Zeit geprägt von Umweltveränderungen, demografischem und gesellschaftlichem Wandel ist das mit Sicherheit eine fordernde Aufgabe. Und gerade darin liegt der Reiz.

Gregor Winkler ist Kandidat der Gruppierung Miteinander Umdenken in Kutzenhausen für das Bürgermeisteramt 2020.
Bild: Mu

Wo setzen Sie den Rotstift an, um Steuergelder in Ihrer Gemeinde zu sparen?

Winkler: Rotstift ist nicht das richtige Wort. Man sollte nicht über Streichungen nachdenken. Vielmehr ist wichtig, vorhandene Ressourcen in Kutzenhausen besser auszunutzen sowie Abläufe zu optimieren. Bei Projekten wie zum Beispiel „Bauwerken zur Kinderbetreuung“ kann über Prioritätensetzung und geradliniges Planen viel Geld gespart werden.

In welchen Bereich muss Ihrer Meinung nach mehr ausgegeben werden?

Winkler: Bei der angespannten Finanzlage ist die Frage nach einer Prioritätensetzung von Pflichtaufgaben im Vordergrund. Nachdem die Kosten für Freibadsanierung und Feuerwehrhausneubau mit Bauhof da sind, müssen als erstes die gut erweiterbaren Gebäude für unsere Kinderbetreuung realisiert werden.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Winkler: Die Erlebnisse der Kindheit in Wald und Flur, die vielen abendlichen Diskussionen am Lagerfeuer und in den Vereinen, kirchliche Veranstaltungen und natürlich die schönen Momente mit der Familie, haben viele Orte erst zu dem gemacht, was sie jetzt für mich sind.

Wenn Sie die Wahl gewinnen, welche drei Themen wollen Sie als Erstes anpacken?

Winkler: Eine Klausurtagung, um mit dem gesamten Gemeinderat ein Konzept zu entwickeln, das wir gemeinsam anpacken möchten. Diese Aufgaben können dann zielstrebig und geradlinig durchgeführt werden. Zweitens den weiteren Ausbau der schon guten Kinderbetreuung mit Schwerpunkt auf Gebäuden und drittens muss der kontinuierliche Verbesserungsprozess der Wasserversorgung in den Fokus rücken.

Wenn Sie sich für Kutzenhausen etwas wünschen könnten, was wäre das?

Winkler: Ein gutes Miteinander. Weil nur im Team die Lebensbedingungen verbessert und unsere lebenswerte Gemeinde erhalten und weiterentwickelt werden kann.

Wie nutzen Sie die neuen sozialen Medien und was halten Sie davon?

Winkler: Ich nutze die sozialen Medien nur teilweise, sehe aber durchaus gute Dinge darin. Ich bin der Meinung, dass die besten Kontakte im realen Leben stattfinden. Es sollte wieder mehr miteinander gesprochen und auch diskutiert werden.


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