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Landkreis Augsburg
20.01.2021

Kostenlose FFP2-Masken: Kommunen im Kreis wurden überrascht

Kostenlose FFP2-Schutzmasken gibt es für pflegende Angehörige und Bedürftige im Landkreis Augsburg.
Foto: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolfoto)

Plus Seit Montag sind sie Pflicht: Nun gibt der Freistaat kostenlose FFP2-Masken für pflegende Angehörige aus. Für die Verteilung sind die Kommunen zuständig.

Nach der Verschärfung der Lockdown-Regeln gilt in ganz Bayern im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maskenpflicht. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege stellt pflegenden Angehörigen jeweils drei FFP2-Masken zur Verfügung. Die Verteilung der Masken wird über die Stadt-und Gemeindeverwaltungen im Landkreis koordiniert. Hauptpflegepersonen können die Masken unter Vorlage des Schreibens der Pflegekasse mit Feststellung des Pflegegrades des Pflegebedürftigen bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung der pflegebedürftigen Person abholen.

Zudem können bedürftige Landkreisbürgerinnen und -bürger ab 15 Jahren fünf FFP2-Masken erhalten. Als bedürftig gilt man, wenn man obdachlos ist oder einen der folgenden Nachweise vorlegen kann: Einen aktuellen Bescheid oder eine aktuelle Bescheinigung des Jobcenters über die Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, einen aktuellen Bescheid oder eine aktuelle Bescheinigung des Sozialhilfeträgers über die Gewährung von Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder einen Berechtigtenausweis für die Tafel.

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Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten ihre Masken direkt über die Betreuer der Unterkünfte. Genauere Informationen zum Ablauf der Maskenausgabe in den Kommunen im Landkreis Augsburg erhalten Interessierte direkt bei der entsprechenden Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltung.

Virtuelle Kreisversammlung mit 46 Bürgermeistern soll Fragen klären

"Wir wurden von der Aktion überrascht", erklärt Simon Schropp, Kreisvorsitzender des Gemeindetags und Bürgermeister von Untermeitingen. "Begeistert waren die Kommunen allesamt nicht, wir haben ohnehin schon genügend Aufgaben." Nun soll am Mittwoch, 20. Januar, eine virtuelle Kreisversammlung mit allen 46 Bürgermeistern abgehalten werden. "Wir werden uns darüber abstimmen, wie die Masken verteilt werden sollen." Verschiedene Kommunen hätten schon besondere Orte ausgesucht, beispielsweise derzeit geschlossene Eisstadien oder Büchereien. "In Untermeitingen werde ich die Bücherei gegenüber des Rathauses als Abholstätte nutzen", so Schropp. Dort gebe es einen weitläufigen Flur. Eine Rathausmitarbeiterin werde abgestellt, um die Berechtigung zu prüfen. Eine Abgabestelle außerhalb des Rathauses hält Schropp für wichtig, um die Bedürftigen mit Diskretion zu behandeln.

Insgesamt hielte Schropp es für besser, "bei den Corona-Maßnahmen erst einmal durchzuatmen, statt durchzumarschieren". Ohnehin müssten er und seine Bürgermeister- und Verwaltungskollegen oft schmunzeln, wenn Vorschläge aus Berlin und München kommen, sagt Schropp.

Rathausmitarbeiter stellen die Masken in Gersthofen zu

Die Stadt Gersthofen gibt nach einem Antrag der CSU-Fraktion selbst kostenlose Masken aus. Bereits am Tag des Antragseingangs, vergangenen Freitag, wurde eine Großbestellung FFP2-Masken aufgegeben, sogar ein Lieferant mit Sitz in Gersthofen wurde nach Angaben der Stadtverwaltung gewonnen. Noch in dieser Woche sollen jeweils fünf Masken an alle Gersthofer, welche zum Stichtag 31. Januar 2021 70 Jahre oder älter sind, auf dem direkten Weg in die jeweiligen Briefkästen verteilt werden. Laut Bürgermeister Michael Wörle sind dies rund 3000 Gersthofer. Die Zustellung erfolgt durch circa 15 eigene Mitarbeiter, welche aktuell coronabedingt in ihren eigentlichen Bereichen nicht wie sonst üblich eingesetzt werden können.

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Im Zuge der Maskenverteilung an Bürger werden auch insgesamt 550 Mitarbeiter der Stadt Gersthofen einmalig mit fünf Masken ausgestattet. Zum weiteren Schutz arbeiten die Mitarbeiter der Verwaltung weiterhin im Schichtbetrieb mit umfassenden Homeoffice-Lösungen.

Dass die von der Staatsregierung gelieferten Masken für pflegende Angehörige und für Bedürftige auf Wunsch des Landrats Martin Sailer bei den Kommunen abgeholt werden sollen, stellt Michael Wörle infrage. „In Zeiten eines bundesweiten Lockdowns kann es nicht das Ziel sein, Bürgerinnen und Bürger in Schlangen in einer Behörde warten zu lassen und eine Art Massenveranstaltung zu generieren. Wir haben uns deshalb zum Schutz unserer Mitarbeiter und Bürger gegen die direkte Abholung im Rathaus entschieden, sondern bieten den Empfangsberechtigten eine direkte Zustellung der Masken per Post an." Im Sinne einer Minimierung aller nicht zwingend notwendiger Kontakte gehe die Stadt somit mit gutem Beispiel voran.

Diese Nachweise sind für die FFP2-Masken erforderlich

Um die vom Freistaat zugesagten Masken zu erhalten, müssen Empfangsberechtigte den jeweiligen Nachweis in Kopie an die Stadtverwaltung senden, per Post (Stadt Gersthofen, Maskenverteilung, Rathausplatz 1, 86368 Gersthofen) oder E-Mail k-fall@gersthofen.de. Dann werden die zur Verfügung stehenden Masken innerhalb von wenigen Werktagen versandt.

In Neusäß findet die Ausgabe der FFP2-Schutzmasken für Neusässer Berechtigte ab Mittwoch, 20. Januar, jeweils Dienstag bis Freitag von 13 bis 16 Uhr sowie Samstag von 9 bis 13 Uhr im Jugendkulturhaus Stereoton, Daimlerstraße 3a, statt.

In Stadtbergen gibt es schon einen Plan: "Wir werden ein Fenster im Rathaus öffnen, dort können dann die Berechtigten gegen Nachweis die Masken zu den derzeit üblichen Zeiten abholen", erklärt Bürgermeister Paulus Metz.

In Dinkelscherben können die Masken am Freitag, 22., und Samstag, 23. Januar, jeweils von 9 bis 12 Uhr im Foyer der Reischenausporthalle (Kohlstattstraße 2a, Eingang Köhlerstraße) abgeholt werden.

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