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Versammlung

23.04.2018

Landwirte und Hundebesitzer wollen mehr Rücksicht üben

Die Gemeinde Horgau hat auf öffentlichen Flächen, wie hier am Auerbacher Dorfplatz, Hinweisschilder gegen Hundekot aufgestellt.
Bild: Johann Kohler

In Horgau drehte sich vieles um die Hinterlassenschaften der Zamperl

Wie in ganz Bayern, so auch in Horgau: „Immer mehr Menschen kommen auf den Hund“. Laut Bürgermeister Thomas Hafner gibt es in seiner Gemeinde rund 200 Hundehalter die sich einen bis mehrere Vierbeiner leisten. Leider nehmen auch die Klagen über rücksichtslose Halter immer mehr zu, die ihre Tiere entweder frei laufen lassen oder das Geschäft ihrer Lieblinge auf öffentliche Flächen und auf den Feldern der Landwirte verrichten lassen. Deshalb veranstaltete die Gemeinde auf Wunsch von Landwirten aus Horgauergreut einen „Hundegipfel“, in dem sich die Beteiligten austauschen und Ideen zur Abhilfe entwickeln sollten.

Zuerst schilderten die Landwirte Johannes Holland und Sebastian Rueß das Problem aus der Sicht der Grundbesitzer. Immer wieder befindet sich auf ihren Flächen die Hinterlassenschaft der Hunde. Diese gelangen mit dem Futter zu ihren Kühen, durch die Parasiten entstehen bei den Nutztieren Krankheiten, die bis hin zu Fehlgeburten reichen. Beide Landwirte appellierten, doch die von der Gemeinde bereitgestellten Aufbewahrungsbeutel zu benützen. Diese sollen dann aber wieder an die Hundetoilette zurückgebracht und nicht einfach in der Flur entsorgt werden.

Auch die Hinterlassenschaften auf öffentlichen Plätzen ist ein Problem, wie Gemeindearbeiter Anton Hampp zu berichten wusste. „Es macht keinen Spaß, wenn bei der Pflege der Grünflächen und beim Mähen derselben, einem der Hundekot um die Ohren fliegt“, so Hampp. „Wir wollen keine Konfrontation, sondern nur Rücksicht im Miteinander“, war die Meinung der Grundstücksbesitzer.

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Dieser Meinung schlossen sich die anwesenden 30 der 200 eingeladenen Hundebesitzer in der Mehrzahl an. Auch diese ärgerten sich oft über die Hinterlassenschaften, so berichtete eine Teilnehmerin die täglich mit ihrem kleinen Hund Gassi geht. Sie zählte dieser Tage auf einer Strecke von 600 Metern nicht weniger als 19 große Hundehaufen am Wegesrand. Dies ist ein Zustand, der einfach nicht geht, waren sich alle Anwesenden einig.

Nicht der Kot, sondern die Gefahren durch freilaufende Hunde sprachen die anwesenden Jäger und Jagdpächter an. So bemerkte der Vorsitzende des Bunds der bayerischen Jagdaufseher Hannes Grimm, der im Jagdrevier Auerbach auf die Pirsch geht, von rücksichtslosen Hundebesitzern die ihre Hunde im Wald nicht angeleint ausführen. Die Jäger haben die Aufgabe, die Tiere in der Natur zu hegen und zu pflegen, dies mache ein freilaufender Hund zunichte. „Gerade jetzt, wo Rehe und Hasen ihren Nachwuchs in die Wiesen setzten, ist ein Hund, der nicht an der Leine geführt wird, für die Wildtiere eine tödliche Gefahr.“ Auch in den hiesigen Jagdrevieren gab es in den vergangenen Jahren Jungtiere, die von Hunden gerissen wurden, ergänzte Jagdpächter Martin Platzer. Dies stelle eine grobe Ordnungswidrigkeit dar, denn im Bayerischen Naturschutzgesetz ist klar geregelt, dass beim Spaziergang mit dem Hund nur Wege benützt werden dürfen.

Zum Schluss waren sich alle Versammlungsteilnehmer einig, dass man in Zukunft mehr Rücksicht aufeinander nehmen muss. Damit man auch die rund „zehn Prozent Sünder“, die nicht anwesend waren, davon überzeugen kann, sollen alle vernünftigen Hundehalter und Landwirte diese in Gesprächen vor Ort überzeugen. Auch wenn dann der Ton der Angesprochenen nicht immer den guten Sitten entspricht, seien persönliche Gespräche am wirksamsten. Auch sollen, wenn in Zukunft das Thema wieder eskaliert, solche Gespräche stattfinden. Dies versprach Bürgermeister Thomas Hafner, keine Zusage konnte er jedoch zu einem Antrag eines Hundebesitzers machen, als dieser meinte, die Gemeinde solle eine spezielle Fläche für Hunde bereitstellen, wo diese ihrem Bewegungsdrang ohne Einschränkungen nachgehen können.

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