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Zusmarshausen

11.05.2020

Leiter der Musikschule Zusmarshausen-Horgau hört überraschend auf

Dominik Lehmeier hat die Musikschule Zusmarshausen-Horgau seit 2018 geleitet.
Bild: Marcus Merk

Plus Dominik Lehmeier verlässt die Sing- und Musikschule Zusmarshausen-Horgau zu den Sommerferien. Doch der Musiker hat gute Gründe.

Das kommt für Außenstehende sehr überraschend: Dominik Lehmeier, Leiter der Sing- und Musikschule Zusmarshausen-Horgau, gibt sein Amt in den Sommerferien ab. Wer künftig die 430 Schüler und 15 Kollegen leiten wird, ist noch unklar.

Im August endet die Amtszeit des 35-Jährigen, der im September 2018 von Freystadt nach Bieselbach kam und die Geschicke der Musikschule übernommen hat. In der Zeit haben er und seine Kolleginnen und Kollegen dafür gesorgt, dass die Kinder Instrumente lernen können und Freude an der Musik haben. Er selbst hat die Unterrichtsstunden mit E-Bass und Kontrabass vielfältig bereichert.

Anfang in der Musikschule Zusmarshausen-Horgau war stressig

Dass er zu Beginn seiner Arbeit im Schuljahr 2018/19 noch an einem berufsbegleitenden Lehrgang beim Verband deutscher Musikschulen teilnahm, habe ihn anfangs ziemlich in Atem gehalten, erzählt er. Immer wieder musste er zu diesen Terminen. „Aber der Aufwand hat sich gelohnt.“

Auch wenn die Corona-Krise alle und alles ausgebremst hatte, so konnte der Musikschulleiter einen digitalen Fortschritt an der Sing- und Musikschule feststellen. „Lehrerkonferenz online abzuhalten, hat viele Vorteile“, sagt er. „Man gewinnt dabei sehr viel Zeit.“

Ab Montag beginnt in der Musikschule der Einzelunterricht mit großen Sicherheitsvorkehrungen. „Man glaubt gar nicht, was allein schon in den Vorbereitungen an Arbeit steckt.“ 85 Prozent des Unterrichts könne man damit abdecken.

Ein wenig wehmütig blickt der aus Postbauer-Heng-Gebürtige schon auf die Zeit in der Sing- und Musikschule Zusmarshausen-Horgau zurück. Es sei zwar eine arbeitsreiche, aber dennoch schöne Zeit gewesen, in der er viel mitgestalten konnte, so Lehmeier. Nebenbei hat der sympathische Musiker die Zusammenarbeit mit der örtlichen Blasmusik gefördert und vertieft. Gerne hätte er noch den Kooperationsvertrag zum Abschluss gebracht und wäre mit den Bläserklassen an den Start gegangen. Eine Herzensangelegenheit war ihm die Jugendarbeit.

Dominik Lehmeier zieht es zurück in die Heimat

Jetzt geht der leidenschaftliche Musiker zurück in seine Heimat. „Ich habe die Möglichkeit bekommen, die Leitung der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg zu übernehmen. Das ist für mich karrieretechnisch ein riesengroßer Schritt.“ Dort könne er Musik studieren und sogar einen staatlichen Abschluss machen, um anschließend als Musiker oder Musikpädagoge arbeiten zu dürfen. Er selbst habe auch eine Berufsfachschule in Regensburg besucht. „Außerdem bin ich dort nur 40 Kilometer von meiner alten Heimat entfernt, deswegen haben meine Frau und ich uns zu diesen Schritt entschieden“, erzählt er und strahlt. Man sieht ihm an, dass er sich auf diese neue Herausforderung freut. Trotzdem wird Lehmeier die Natur, die schöne Landschaft und die Menschen dort, wo er jetzt noch wohnt, schon ein bisschen vermissen. Er und seine Frau haben sich in Bieselbach sehr wohlgefühlt.

Seine Mutter jedenfalls ist glücklich, wenn er wieder nach Sulzbach kommt. Auf das „Fränkische Schäufele“ (gebratene Schweineschulter) und das fränkische Bier freut sich der gesellige Sulzbacher und Vollblutmusiker ganz besonders. Von 2015 bis 2018 hatte der Musiker auf dem Oktoberfest im Augustinerzelt seine Auftritte. In der Jazz-Szene ist er ohnehin zu Hause. Mit seiner Band Bayerisch Blau wird er weiterhin auf Tour gehen.

Er war immer mit dabei

Die Ankündigung von Dominik Lehmeier, die Leitung abzugeben, traf die beiden Bürgermeister Thomas Hafner aus Horgau und Bernhard Uhl aus Zusmarshausen schon überraschend. Beide zeigen jedoch Verständnis für seine Entscheidung, gönnen ihm den beruflichen Aufstieg und die Rückkehr in seine Heimat. „Dominik Lehmeier hat nicht nur sehr gute Arbeit geleistet, er war fachlich und menschlich sehr kompetent“, lobt Thomas Hafner. Und Bernhard Uhl meint: „Ich bin stolz, dass er bei uns Musikschulleiter war.“ Er sei immer da gewesen, wenn die Gemeine ihn gebraucht habe. Uhl erinnert sich: „Er war dabei, als in einem großen Korso die Kindergartenkinder in das neue große Haus gezogen sind. Mit dabei waren die Musikkapelle Gabelbach und Dominik Lehmeier. Er ging vorneweg und hatte mit der Trommel den Takt angeben.“

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