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Landkreis Augsburg

04.12.2017

Lichter, Lametta und Leckereien

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8 Bilder
Das Gersthofer Wintermärchen auf dem Rathausplatz erstrahlt besonders in allen Farben. Die Neuausrichtung des Weihnachtsmarktes scheint sich auszuzahlen, denn die Besucher sind begeistert.
Bild: Marcus Merk

Bei Glühwein, Punsch und guten Gesprächen stimmen sich die Menschen auf die stade Zeit ein. Ein Rundgang über mehrere Weihnachtsmärkte mit vielen netten Begegnungen.

Als Nikolaus verkleidet schlendert Diözesanreferent Peter Scherer über den beschaulichen Weihnachtsmarkt in Stadtbergen. Jedes Jahr kommt er in Rauschbart, Robe und einem Sack voller Schokolade auf den Markt, um Süßigkeiten an Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu verteilen. „Die kleineren haben doch immer etwas Respekt vor dem Nikolaus, gewöhnen sich aber mit der Zeit und kommen dann doch, um sich eine Kleinigkeit abzuholen“, erklärt er. Mit Kindern, die nicht mehr so richtig an den Nikolaus glauben, spreche er gerne über die historische Persönlichkeit und erkläre ihnen, warum der Nikolaus Geschenke verteilt, so Scherer.

Nur noch der Schnee fehlt

Auch Jasmin Marienfeld hat sich gerade aus dem Säckchen des Nikolaus bedient. Sie guckt zwar etwas verschüchtert, lässt sich dann aber doch mit Peter Scherer fotografieren. An einem kleinen Tischchen daneben steht Vater Thomas Marienfeld mit dem Rest der Familie und Freunden zusammen. Vor ihm eine dampfende Tasse Glühwein. „Das ist der erste diese Jahr, jetzt kommt die Weihnachtsstimmung auf“, scherzt er. Jetzt fehlt ihm eigentlich nur noch der Schnee.

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Der „Stadtberger Adventszauber“ wird vor allem von den lokalen Vereinen und Institutionen gestaltet. Pfarrei, Parkschule, Wasserwacht sind nur ein paar Beispiele. Am Stand des Schützenvereins fällt Angelika Heisele mit ihrem weihnachtlichen Hut voller Lametta und Christbaumkugeln sofort auf. Zusammen mit Astrid Heisele hat sie einen Samstag lang über 500 Pralinen gebacken. Die Leckerbissen heißen „Der Schuss ins Blaue, er rote Zehner oder die bunte Diabolos.“ Glühwein und zwei Pralinen gibt es für drei Euro. Gegen die Kälte „trinken wir selbst ein bisschen Glühwein und essen Pralinen“, scherzt Heisele.

Was bleibt ist die Kälte

Kalt ist es auch auf dem Neusässer Weihnachtsmarkt. Das bekommen vor allem die Musiker der Blaskapelle zu spüren. „Zuerst friert das Horn ein, dann die Tuba und dann die Posaune. Am Ende sind nur noch die Trompeten übrig“, erklärt Dirigent Markus Donderer und lacht. Er ist mit den Musikern des „Spätzünder Ensembles“ der Stadtkapelle Neusäß unterwegs. Gegen die Kälte helfe nur „warm anziehen, Punsch trinken und Spaß dabei haben“, betont er.

Claudia Schmid, die mit ihrer Familie aus Horgau gekommen ist, steht etwas abseits und lauscht der Musik. „Kälte, Musik, Punsch, Bratwurst, jetzt kommt wirklich Weihnachtsstimmung auf“, sagt sie. Am Neusässer Markt gefällt ihr besonders, dass er ruhig und überschaubar ist, genauso wie der Markt im benachbarten Steppach.

Überschaubar ist auch der Weihnachtsmarkt in Anhausen. Viele Menschen sind auf den Platz vor dem Feuerwehrhaus gekommen. Jörg Zimmermann hat eine dampfende Tasse vor sich stehen. „Die Atmosphäre hier ist einfach schön“, betont er. Für ihn geht jetzt die Weihnachtszeit los. Er kommt jedes Jahr, auch um die lokalen Vereine zu unterstützen, die den Markt gestaltet haben.

Ein Beispiel ist der Stand der Krabbelgruppe Anhausen. Hier gibt es Liköre, Plätzchen, Weihnachtsschmuck und vieles mehr zu kaufen. „Die Mütter haben genäht, gebastelt, gebacken“, erklärt Sabina Rößle. Zusammen mit Gabi Endraß steht sie jetzt zwei Stunden am Stand, bevor sie von anderen Müttern abgelöst werden. So sei die Kälte auch erträglich, sagt Endraß.

Gersthofens Neustart kommt an

Auch die Gablinger Dorfweihnacht auf dem Pfarrer-Ledermann-Platz ist sehr gut besucht. Alle Tische sind besetzt und überall stehen Grüppchen und unterhalten sich. „Das ist einfach der örtliche Weihnachtsmarkt, man kennt sich und kann sich austauschen“, erklärt Angelika Brunner. Auch sie finde es schön, dass man auf dem Markt die lokalen Vereine unterstützen könne. „Über eine Arbeitsgemeinschaft wird der gesamte Erlös geteilt“, erklärt sie. Für Wolfgang Müller, der neben ihr steht, ist die Dorfweihnacht der Anfang der Weihnachtsstimmung und der Auftakt der Adventszeit. Die beiden Prosten sich mit ihren Dampfenden Tassen zu. Ein Schluck Glühwein auf die „Stade Zeit“. Wie in Gablingen konnten sich auch die Besucher der Weihnachtsmärkte in Deuringen und Zusmarshausen schon mal Geschenke wie einen schönen Ring oder eine Kette kaufen und sich mit einer dampfenden Tasse auf die Weihnachtszeit einstimmen.

Das machen auch Jürgen Pilz und Stephanie Wissmann auf dem Gersthofer Rathausplatz beim Wintermärchen. „Heuer gefällt es uns besonders gut, weil viel verschiedenes geboten ist“, erklärt Jürgen Pilz. Die sechsjährige Eileen steht daneben, lacht und sagt: „Ich will noch auf die Eisfläche.“ Dort zieht bereits Sophie mit ihrer Mama Yvonne Tschischka ihre Kreise. Papa Michael wartet an der Bande und blickt in die vielen Buden. „So schön wie dieses Mal war es hier noch nicht“, sagt er. Der Neustart in Gersthofen kommt offensichtlich an.

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