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Bauen

09.02.2018

Lieber nicht so hoch

Investoren wollen Grundstücke gut ausnutzen. Der Trend geht nach oben. Doch das passt nicht überall in Neusäß

Wieder einmal ging es im Neusässer Planungs- und Umweltausschuss im Grunde um das eine Thema: Wie kann die Stadt ihre wertvollen Grundstücke vor allem in den Stadtteilen Westheim und Steppach bestmöglich ausnutzen, ohne den Charakter der bestehenden Siedlungen zu stark zu verändern? Aufhänger war in der jüngsten Sitzung ein Projekt, mit dem sich sowohl der Planungs- als auch der Bauausschuss bereits befasst hatten. An prominenter Stelle soll in der Ulmer Straße in Steppach ein einstöckiges Geschäftsgebäude durch ein Haus mit 13 Wohnungen und Platz für Gastronomie im Souterrain ersetzt werden. Bislang sind in dem weitläufigen Gebäudeteil unter anderem ein italienisches Feinkostgeschäft, eine Videothek und eine Bar untergebracht. Ein angegliedertes vierstöckiges Wohngebäude soll erhalten bleiben. Der Nachfolgebau soll nach dem Willen des Bauherrn zwei Stockwerke, ein ausgebautes Dachgeschoss und ein Untergeschoss erhalten, das zur Ulmer Straße hin beispielsweise für Gastronomie geeignet ist. Außerdem ist im hinteren Bereich des Grundstücks ein Doppelhaus mit zwei Stockwerken geplant. Im Grunde genommen, so Bürgermeister Richard Greiner, sei es gut, wenn sich an dieser Stelle etwas tue. Eine alte Fehlentwicklung könnte damit qualitativ korrigiert werden. Weil die Gebäude jedoch in jenem Teil von Steppach liegen, in dem alte und neuere Bebauung aufeinanderstoßen und zudem am Hang liegen, wirkt das Gebäude zu massiv in seiner Umgebung, ebenso das Doppelhaus. Bis auf Stadtrat Joachim Wilhelm (Freie Wähler) waren sich die Ausschussmitglieder darin einig. „Das Gebäude ist einfach ein Stockwerk zu hoch“, fasste Zweiter Bürgermeister Wilhelm Kugelmann (CSU) zusammen. So sieht das auch das Stadtplanungsbüro Opla, dem die Verwaltung den Bauantrag vorgelegt hatte. Das Büro könnte sich als Kompromiss ein Flachdach vorstellen. Oder ein zweigeteiltes Satteldach, wie Stadträtin Hildegard Langenecker (SPD) vorschlug. Nun soll die Verwaltung mit dem Investor weiter verhandeln.

Mit dem Antrag auf Bebauung eines Hinterliegergrundstücks in der Hindenburgstraße hatte sich ebenfalls der Bauausschuss bereits befasst. Dieser war gegen die Nachverdichtung an dieser Stelle. Aus sanierungsrechtlicher Sicht im Rahmen der „Neuen Mitte Westheim“ hatte der Planungsausschuss hingegen keine Einwände gegen das Projekt. Weil auf den teilweise recht großen Grundstücken zwischen der Hindenburg- und der Dr.-Rost-Straße aber derartige Anträge auch in Zukunft zu erwarten seien, hat sich der Planungsausschuss nun für eine städtebauliche Bestandsaufnahme und Analyse für die weitere Entwicklung entschieden.

Ebenfalls um das Maß der gewünschten Nachverdichtung ging es bei einem Bauantrag, der die Alfred-Schaffer-Straße betrifft. Dort soll zum ersten Mal auf einem tiefen Grundstück ein zweites Gebäude entstehen. Der Bauausschuss wollte dazu zunächst den Planungsausschuss hören. Das gesamte Gebiet soll nun im Zusammenhang mit der Neuplanung der Stadtmitte betrachtet werden. Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. (jah)

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