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Nordendorf

08.04.2021

Locker durch den Lockdown: Eine Bank ist nicht nur zum Ausruhen da

Eine Bank ist nicht nur zum Ausruhen da. Sandra Wille kennt jede Menge Übungen, wie man sich daran auch sportlich betätigen kann.
Foto: Marcus Merk

Plus Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen das Spazierengehen und Joggen entdeckt. Sandra Wille aus Nordendorf zeigt, was man dabei für die Fitness tun kann.

Sie sehen aus wie stachelige Essiggurken und geben seltsame Geräusche von sich - Togu Brasil heißen diese mit Sand und Luft gefüllten Teile, die Sandra Wille zu einer Sportstunde an der frischen Luft mitgebracht hat. Spazierengehen und Joggen sind die Sportarten, die während der unzähligen Corona-Lockdowns angesichts geschlossener Sportvereine und Fitnessstudios viele Menschen für sich entdeckt haben. "Man kann da aber noch mehr draus machen", lacht die gelernte Orthopädie-Schuhtechnikerin, die sich 2014 mit dem Sportstudio Bewegungs-Wille in Nordendorf selbstständig gemacht hat.

Das Wochenende verspricht nach der ungemütlichen Rückkehr des Winters wieder Frühlingsgefühle. "Also nichts wie raus in die Natur und beim Spaziergang oder der Joggingrunde die eine oder andere Zusatzübung einbauen. An der frischen Luft macht Sport noch viel mehr Spaß", empfiehlt Sandra Wille. Dazu hat sie in den Taschen ihres Hoodies noch einige weitere Utensilien versteckt, mit denen man eine Laufrunde bereichern kann.

Locker durch den Lockdown / Sandra Wille, Fitness im Freien /
Foto: Marcus Merk

Sandra Wille aus Nordendorf empfiehlt Kraftübungen am Brückengeländer

Unmittelbar neben ihrem Haus liegt der Nordendorfer Sportplatz und hinter diesem ein kleiner Badesee. Diesen umrundet sie immer, wenn sie mit ihren Damen zum Mama-Training aufbricht. Die Kleinen werden dabei im Kinderwagen mitgeschoben. Eine kleine Brücke bildet die erste Station. Sandra Wille packt ein elastisches Thera-Band aus "Da hat heutzutage fast jeder zu Hause", glaubt sie und hängt es am Geländer ein. Dann wird es mit gestreckten Armen zum Körper her in die Länge gezogen. "Das Gleiche geht auch andersherum", sagt Sandra Wille und packt das Band rückwärts.

Nun wird der Ellenbogen im rechten Winkel gebeugt und so am Band gezogen. "Das beansprucht eine ganz andere Körperpartie", lacht Wille und empfiehlt jeweils 25 Wiederholungen. Zum Trainieren der Beine wird das Band mit einem Küchenclip verkürzt, wieder am Geländer befestigt, bevor man mit einem Bein hineinschlüpft. Nun stellt man sich auf die andere Seite des Geländers und zieht das gestreckte Bein an das Standbein heran.

Locker durch den Lockdown / Sandra Wille, Fitness im Freien /
Foto: Marcus Merk

Weiter geht der sportliche Spaziergang durch die Nordendorfer Seenplatte. Dass eine Bank nicht nur zum Ausruhen da ist, zeigt die 36-Jährige, die früher Fußball gespielt hat, an einem lauschigen Plätzchen, das ziemlich im Verborgenen liegt. Als Erstes wird der Trizeps, auch Winkearm genannt, trainiert. Dazu stützt man sich mit beiden Armen auf der Bank auf und bewegt den Körper auf und ab. Dasselbe macht man dann im Liegestütz. "Je tiefer die Ablage, umso schwerer", erklärt Sandra Wille die Übungen, die auch im Rehasport Anwendung finden. "Wer es leichter will, kann sich auch an der Lehne abstützen."

Sportgeräte zum Selbermachen: Einfach Plastikflaschen mit Sand füllen

Auf einem Steg, der weit in den kleinen, idyllisch gelegenen See hineinreicht, erfährt man endlich, was es mit den Togu Brasils auf sich hat. Eigentlich hätte man diese Dinger schon während des gesamtes Laufes in den Händen halten und rhythmisch hin und her bewegen sollen. Dadurch entwickeln sie eine Eigendynamik, die tief in die Muskulatur hineinwirkt.

Locker durch den Lockdown: Sandra Wille zeigt Übungen, die man unter dem Joggen oder Spazierengehen einbauen kann.
Video: Oliver Reiser

"Man kann sie auch selbst machen, indem man eine Plastikflasche zur Hälfte mit Sand füllt", rät Sandra Wille. Mit kleinen Hackbewegungen werden nun die Arme bewegt. Seitlich und vor dem Körper. Sieht einfach aus, hat aber Tiefenwirkung. Mit Schwung gehe es in die Kniebeuge, während die Arme nach oben geschwungen werden. Nach vier, fünf Wiederholungen verharrt man in der Hocke. Dann bewegt man die Togu Brazils ganz schnell hin und her. "So lange diese Position halten, bis man nicht mehr kann", lacht sie.

Sport beim Spazierengehen: Koordinationsschule an der Treppe

Der Rückweg führt über eine kleine Treppe. Die werden zu Koordinationsübungen genutzt. Zunächst geht es normal hoch, dann wird jede stufe zweimal genommen. Mal mit dem rechten, dann mit dem linken Fuß. Wenn man mit den Armen mitschwingt, kann man die Treppen auch beidbeinig hochspringen.

Die Treppe wird zur Koordinationsübung.
Foto: Marcus Merk

"Zum Abschied noch einen Spurt nach oben", verabschiedet sich Sandra Wille und zieht weiter joggend ihre Kreise. Die eine oder andere Variante funktioniert natürlich auch beim Spaziergang. Hauptsache, man bewegt sich in der freien Natur.

Alle Folgen und Videos von "Locker durch den Lockdown" finden Sie hier: Locker durch den Lockdown: Alle Videos und Übungen

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