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Kreis Augsburg

22.02.2018

Mehr Sicherheit: Polizei will Schilderbrücken für die A8

Auf der B17 südlich von Augsburg sind Tafeln für die dynamische Tempo-Regelung aufgestellt. Demnächst beginnt der Testbetrieb. Eine solche Anlage wird auch für die A8 diskutiert.
Bild: Bernd Hohlen

Die aktuelle Statistik zeigt: Es gibt immer mehr Verletzte auf der A8, was auch am hohen Tempo liegt. Mehr Sicherheit bringen könnten elektronische Displays.

Die Anzahl der Unfälle ist unverändert hoch: 2017 krachte es fast 900 Mal auf der A8 zwischen Adelzhausen und Jettingen-Scheppach. Das geht aus der neuesten Statistik des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord hervor.

Sie zeigt auch eine Tendenz, die der Autobahnpolizei in Gersthofen Sorge bereitet: Seit 2008 gab es immer mehr Verletzte, vor allem bei Geschwindigkeiten über 130 Stundenkilometer. "Die Qualität der Unfälle hat sich im Vergleich zu früher durch das Tempo verändert", sagt Inspektionsleiter Josef Sitterer.

Das heißt: Wenn es kracht, sind die Folgen heftiger – für Mensch und Maschine. Einziger Lichtblick: Gegenüber dem Vorjahr mit drei Toten gab es 2017 nur ein Todesopfer zu beklagen.

Tempolimit 120: 40 Prozent weniger Verletzte

Als die A8 vor zehn Jahren noch nicht ausgebaut war und noch Tempo 120 als Höchstgeschwindigkeit galt, gab es rund 40 Prozent weniger Verletzte. Mit den Bauarbeiten zwischen Augsburg und Ulm schnellten die Unfallzahlen in die Höhe – über 1000 Mal krachte es 2010, mit deutlich mehr Verletzten.

Mehr als im ersten Jahr der Mega-Baustelle gab es seit der Fertigstellung nur noch 2016. Josef Sitterer und sein Stellvertreter Richard Thoma haben allerdings keine Erklärung, warum damals 349 Menschen verletzt wurden. "Ein statistischer Ausreißer", vermutet Polizeioberrat Ralf Bührle vom Präsidium. Und: Die aktuelle Anzahl der Verletzten bei gleichgebliebener Unfälle-Zahl relativiere den Wert wieder.

Er sei trotzdem hoch. Bührle: "Wir müssen dran bleiben." Das heißt: Die Polizei wird weiter die Geschwindigkeit kontrollieren, den Abstand messen und Prävention betreiben. Zusätzlich unterstützt das Präsidium den Wunsch nach einer sogenannten Verkehrsbeeinflussungsanlage.

Die Grafik zeigt: Vor dem Ausbau der A8 gab es rund 40 Prozent weniger Verletzte. Als 2010 die Bauarbeiten begannen, krachte es über 1000 Mal auf der Autobahn.
Bild: AZ-Infografik

Elektronische Anzeigentafeln drosseln bei Gefahr die Geschwindigkeit

Hinter dem sperrigen Wort stecken elektronische Anzeigen, die mit variablen Anzeigen den Verkehrsfluss regeln und für mehr Sicherheit sorgen. Sie können bei einem Unfall die erlaubte Höchstgeschwindigkeit drosseln oder beispielsweise auf Witterungseinflüsse hinweisen. "So lässt sich der eine oder andere Autofahrer rechtzeitig erreichen", meint Sitterer.

Bestes Beispiel wäre der Wintereinbruch vor zwei Wochen gewesen: Binnen weniger Stunden verwandelte der üppige Schneefall die A8 bei Zusmarshausen in eine gefährliche Rutschbahn. Hinweise auf Schilderbrücken hätten hunderte Autofahrer warnen können. Stattdessen krachte es mehrfach im dichten Verkehr, der Räumdienst steckte im Stau fest und am Berg vor Streitheim blieben Sattelschlepper auf der schneebedeckten Fahrbahn hängen.

Entscheidung über Schilderbrücken fällt in den nächsten Wochen

Ob es die Schilderbrücken in naher Zukunft auf der A8 gibt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Das bayerische Verkehrsministerium hatte im vorigen Jahr Displays für die gesamte A8 zwischen München und Ulm von der Anschlussstelle München-Obermenzing bis zum Autobahnkreuz Ulm/Elchingen für die Fortschreibung des "Projektplans Straßenverkehrstelematik 2020" angemeldet.

Jetzt wird das Nutzen-Kosten-Verhältnis geprüft: Dabei geht es um die Kosteneinsparung durch vermiedene Unfälle und Staus und die Herstellungs- sowie die Betriebskosten. Die Autobahndirektion Südbayern hat ein Büro beauftragt, das die Vergleichszahlen ermittelt und dann auch bewertet. Die Ergebnisse sollen noch im ersten Quartal 2018 vorliegen.

Das war der zum Glück einzige tödliche Unfall auf der Autobahn A8 im Jahr 2017: Ein Trikefahrer starb bei Zusmarshausen.
Bild: Bernd Hohlen (Archivfoto)

Auf der B17 startet demnächst der Testbetrieb von Anzeigetafeln

Dann kann nach Information des Ministeriums im Einvernehmen mit der Bundesbehörde festgelegt werden, wie "telematische Geschwindigkeitsregulierungen" auf der A8 West am besten zu realisieren sind. Dementsprechend werden dann auch die Planungen vorangetrieben.

Längst abgeschlossen sind diese im Süden von Augsburg: Auf der viel befahrenen B17 stehen die Schilderbrücken bereits. Sie sind aber noch nicht in Betrieb. Wenn die Elektronik fertig installiert ist, beginnt in einigen Wochen zuerst ein Testbetrieb.

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