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Adelsried

21.04.2020

Mit Sport und Gymnastik 100 Jahre alt: Wilhelmine Geiger feiert Geburtstag

Wilhelmine Geiger genießt die sonnigen Tage im Garten. Ihren 100. Sie blickt auf ein bewegtes Leben mit viel Freude zurück.
Bild: Michaela Krämer

Plus Die Adelsriederin Wilhelmine Geiger wird 100. Eine große Party wird es wegen Corona nicht geben. Auf die Frage, wie man so alt wird, hat sie einen einfachen Tipp.

Die Feier ihres 100. Geburtstags hatte sich Wilhelmine Geiger wohl anders vorgestellt. Groß feiern kann sie ihren heutigen Geburtstag wegen der Corona-Bestimmungen nicht. Die Stimmung trübt das aber nicht. Wilhelmine Geiger kann auf ein langes und glückliches Leben zurückblicken. Was ist ihr Geheimnis?

Gefragt nach ihrem Rezept für ein langes Leben, antwortet die älteste Bürgerin von Adelsried: „Einfach nicht sterben“, und lacht. Das Geheimnis verrät sie aber dann doch: Nicht aufregen, zufrieden sein und Freude am Leben haben. Fit geblieben ist sie durch Sport. Regelmäßig hat sie im Verein Gymnastik gemacht. Heute noch erfreut sie sich einer stabilen Gesundheit. Apropos Gesundheit: Viermal im Jahr sei Wilhelmine Geiger zur Blutabnahme gegangen, erinnert sich ihre Tochter. Nach den Laborergebnissen hat sie sich allerdings nie erkundigt. „Der Arzt ruft schon an, wenn was nicht in Ordnung wäre.“

Sie war 19, als der Zweite Weltkrieg begann

Hundert Jahre, das klingt nach einer Ewigkeit. Wer heute seinen Hundertsten feiert, wurde kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs geboren und erlebte den Zweiten Weltkrieg als junger Erwachsener. Sie war 19, als der Zweite Weltkrieg begann. Trotzdem hat sie sich nie unterkriegen lassen. Und auch von ihrer Kindheit schwärmt sie heute noch. „Von früh bis spät haben wir als Kinder draußen gespielt. Uns war nie langweilig. Es müssen nicht immer große Dinge sein, auch Kleinigkeiten können etwas bewirken und sehr schön sein.“

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Seit 1946 lebt sie in Adelsried und fühlt sich hier sehr wohl. Bis ins hohe Alter hat sie sich regelmäßig zum Kaffeeklatsch mit ihren Freundinnen getroffen. Einmal die Woche ist sie nach Augsburg gefahren. „Mittwoch war Stadttag“, sagt sie. „Sie hat ständig Bettwäsche und Handtücher gekauft“, verrät ihre Tochter. Auch auf schöne Kleidung hat sie immer viel Wert gelegt. Ganz akribisch hat Wilhelmine Geiger früher ein Haushaltsbuch geführt. Und wenn am Monatsende mal 50 Mark übrig geblieben sind, dann hat sie sich damit schöne Dinge gekauft.

Ihren Mann hat sie schon vor 34 Jahren verloren

Gemeinsam mit ihrer Tochter Giselinde Mohr lebt sie in einem großen Haus. „Sie versorgt mich sehr gut“, verrät die Jubilarin. Selber kann sie nicht mehr so viel machen, weil sie Probleme mit den Augen hat. Aber das stört die lebenslustige Hundertjährige nicht. Jeden Morgen steht sie um 7.30 Uhr auf, dann gibt’s Kaffee, den ihre Tochter bringt. Sie liest ihr auch täglich aus der Zeitung vor. „Sie ist an allem interessiert, was in der Welt passiert.“

Ihren Mann hat sie schon vor 34 Jahren verloren. Mit ihm hat die gebürtige Villenbacherin zwei Töchter. Die ältere Tochter ist früh an Krebs verstorben.

Wilhelmine Geiger arbeitete früher in einer Milchsammelstelle, deshalb sei für Hobbys wenig Zeit geblieben, erzählt sie. Sie musste ihre Kinder erziehen, später auf die Enkel aufpassen. „Das hält jung.“ Noch heute erzählt sie gerne, wie die Kinder im Wohnzimmer gespielt haben. „Überall auf dem Boden lagen Spielsachen.“ Das hat sie jedoch nie gestört. „Ich habe abends einen Besen geholt und die Spielsachen einfach unter den Schrank gekehrt.“

Drei Enkelkinder und fünf Urenkel

Noch heute hat Wilhelmine Geiger eine große Bindung zu ihren drei Enkelkindern und mittlerweile fünf Urenkeln. Von ihrer Hausmannskost und ihren Mehlspeisen, wie sie sagt, schwärmt ihr Enkel Heiko Mohr immer noch. Er ist es auch, der ihr von den politischen Geschehnissen in der Gemeinde berichtet, wenn er als Gemeinderat von einer Sitzung nach Hause kommt. „Die Oma will immer wissen, was um sie herum und in der Welt passiert.“ Unvergessen geblieben sind ihr auch die vielen schönen Reisen – nach Norwegen, Italien, Finnland und Frankreich. Nur ein einziges Mal hat sie ihr Mann begleitet. „Er war viel lieber zu Hause.“

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