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Gessertshausen

05.08.2020

Museum Oberschönenfeld: In den Ferien lockt eine Reise in die Vergangenheit

Im Museum in Oberschönenfeld gibt es viel zu erleben. Dort wird nun ein ferienprogramm angeboten.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Plus Das Museum Oberschönenfeld bei Gessertshausen vermittelt Familien schöne Erlebnisse auf dem Gelände. Das macht auch unter Corona-Bedingungen Spaß.

Vor dem Besucherzentrum des Museums Oberschönenfeld steht schon ein mit verschiedensten Gegenständen gefüllter Leiterwagen bereit. Mit ihm begeben sich Kinder und ihre Familien auf eine Entdeckungstour durch die Klosteranlage. Das geht, mit einigen Vorkehrungen, auch in Zeiten von Corona. Die Abteilung Museumspädagogik bietet jetzt in den Sommerferien ganz spezielle Führungen an.

Die Familienführungen in Oberschönenfeld können auch mit Maske und Handschuhen Spaß machen. Für Kinder gibt es spezielle Quizfragen.
Bild: Josefine Wunderwald

Bei der interaktiven Führung durchs Museumsgelände dürfen sie selbst den Wagen ziehen. Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Doch zunächst muss die Familie erst einmal Mundschutz und Einweghandschuhe anlegen. „So können wir trotz der Corona-Einschränkungen wieder solche Führungen machen, bei denen die Kinder Dinge in die Hand nehmen und selbst ausprobieren können“, erklärt Anja Weidner, die die Führung leitet.

Museum Oberschönenfeld: Im Corona-Jahr ist vieles anders

Es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass sie wieder eine Besuchergruppe im Klostergelände begrüßen kann. „Ansonsten beginnt die Hochsaison für uns schon im März. Von den Osterferien bis Ende August machen wir normalerweise sehr viele Führungen, unter anderem mit Schulklassen oder Kindergärten“, sagt Weidner. Das ist im „Corona“-Jahr nicht möglich. Erst jetzt zu Beginn der Sommerferien können wieder Führungen für Erwachsene und Kinder in Kleingruppen stattfinden.

Dafür hat das Museum Oberschönenfeld ein Corona-Sonderprogramm entwickelt, in dem unter dem Motto „Tiere“ verschiedene Führungen durch die Ausstellungen des Museums und auf dem Klostergelände angeboten werden. Im Außenbereich dürfen dabei bis zu zehn Personen auf einmal teilnehmen, im Innenbereich beschränkt sich die Teilnehmerzahl auf vier Besucher pro Kleingruppe. „Ich glaube, für Familien ist es schön, für die Sommerferien daheim so ein Programm zu haben“, sagt Anja Weidner.

Familien sind mit dem Leiterwagen in Oberschönenfeld unterwegs

Die Leiterwagenführung gehört zu den Familienangeboten. „Wir werden uns heute auf eine Reise in die Vergangenheit begeben und überlegen, welche Funktion die Gebäude heute haben und wozu sie früher benutzt wurden“, erklärt Anja Weidner zu Beginn der Führung. Es geht gleich los mit dem Besucherzentrum: Die Museumsexpertin reicht einem der Kinder als Hinweis auf die frühere Funktion des Gebäudes einen mit Schafswolle gefüllten Beutel. Die dreijährige Anna zieht daraus eine kleine Schafsfigur. Die Kinder raten richtig: „Früher war das heutige Besucherzentrum ein Schafstall. Darin wohnten 200 Schafe, noch 1000 weitere lebten auf dem Außengelände“, erzählt Anja Weidner.

„Zum Fressen gern? Tiere und ihre Menschen“ lautet der Titel der Ausstellung im Museum Oberschönenfeld. Sie ist bis 4. Oktober zu sehen.
Bild: Marcus Merk

Die drei Kinder ziehen den gefüllten Leiterwagen weiter bis zum nächsten Gebäude, der Klosterbäckerei. Sie diente früher als Kuhstall. Die Kinder können gut nachempfinden, wie schwer die Arbeit damals für die Klosterschwestern und Bediensteten war. Denn, so erklärt Anja Weidner, „früher musste jeder Wagen hier auf dem Hof mit reiner Muskelkraft gezogen werden!“

Auch das Tor bei der Gaststätte in Oberschönenfeld spielt eine Rolle

Bei der Führung erkundet die Gruppe die gesamte Klosteranlage. Auch am großen Tor neben der heutigen Gaststätte weiß Führerin Weidner etwas zu erzählen: „Früher war das Kloster vollständig von einer Mauer abgeschlossen, wie ein Dorf. Der Torbogen war der einzige Ein- und Ausgang.“ Jetzt dürfen die Kinder, mit Hellebarde und Laterne ausgerüstet, die Rollen der Tag- und Nachtwächter nachspielen.

Zum Abschluss des Rundgangs machen sie noch einmal alle Tierstimmen nach, die damals auf dem Hof des Klosters zu hören waren. „Das war wie ein großer Bauernhof: Es gab neben Kühen, Ochsen und Schafen auch Hühner und Schweine. In der Mitte des Hofs war ein großer Misthaufen“, erzählt Anja Weidner.Nach der Führung können die jungen Teilnehmer noch selbst kreativ werden. Sie gestalten als Erinnerung an ihren Ausflug Postkarten. Die ganze Familie ist von der Führung begeistert: „Ich fand alles cool, aber am besten gefallen hat mir das Tor, an dem früher die Wächter gestanden sind“, sagt der zehnjährige Lukas.

Das Museum Oberschönenfeld hat für Besucher einiges zu bieten - gerade in den Ferien lohnt ein Besuch.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Auch seine Mutter Monika Kahl findet: „Wir waren schon so oft hier, am Spielplatz oder im Biergarten, aber es ist richtig interessant, zu sehen, was für eine Geschichte hinter allen Gebäuden steckt. Das war ein sehr schöner Ausflug mit den Kindern.“

Oberschönenfeld: So können Sie sich zu einer Führung anmelden

  • Bei den Familienführungen in Oberschönenfeld dreht sich alles um Tiere. Drei Themen gibt es zur Auswahl. Führung A: „Leiterwagenführung auf dem Klostergelände“ – Welche Tiere lebten einmal in Oberschönenfeld? (für maximal 10 Personen), Führung B: „Zum Fressen gern? Tiere und ihre Menschen“ – spannende Führung durch die aktuelle Sonderausstellung (für maximal vier Personen) oder Führung C: „Landleben im Wandel“ – von Kühen, Schweinen & Co., Rundgang in der Dauerausstellung (für maximal vier Personen).
  • Im August sind noch Mittwoch, 5. August, Donnerstag, 6. August, Freitag, 7. August, Mittwoch, 12. August, Freitag, 14. August und Donnerstag, 20. August, verfügbar.
  • Jedes der Programme dauert ungefähr 90 Minuten, kostet 20 Euro pauschal und beginnt entweder um 11 Uhr, 14 Uhr oder 15.30 Uhr.
  • Anmeldung ist nötig im Museum Oberschönenfeld, Telefon 08238/30010.

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