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Stadtbergen

08.05.2015

Nach Klage der Nachbarin: Therapiezentrum für Kinder eröffnet

So sieht eine Therapiestunde aus: Wasserhund Öre spielt mit kranken Kindern.
Bild: Marcus Merk

Nach zwei Jahren Bauzeit wird das Therapiezentrum am Stadtberger Ziegelhof für chronisch kranke Kinder eingeweiht. Wie sie für ein paar Stunden ihre Probleme vergessen sollen.

Heute erfüllt sich für Horst Erhardt, den Geschäftsführer des Bunten Kreises, ein Herzenswunsch: Rund zwei Jahre nach dem Spatenstich wird das Therapiezentrum am Stadtberger Ziegelhof mit einer Feierstunde eingeweiht. Erwartet wird unter anderem die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. Mit Erhardt freuen sich rund 130 chronisch kranke Kinder und deren Angehörige: Die kleinen Patienten werden künftig in dem rund sechs Hektar großen Areal in der Nähe des Deuringer Golfplatzes betreut. Und zwar mit Hilfe von Tieren.

Finanziert wurde das fünf Millionen Euro teure Projekt zum Großteil aus Spenden. Neben Geldgebern aus der Wirtschaft engagieren sich auch Stiftungen wie das Leserhilfswerk unserer Zeitung, die Kartei der Not, als Paten. Mithilfe von Tieren sollen die Kinder für ein paar Stunden die Mühen vergessen, die sonst ihren Alltag bestimmen. Im November ist der Betrieb angelaufen und wird seitdem Stück für Stück erweitert.

Auf dem Gelände befinden sich Pferde, Ponys, Alpakas, Hasen und Hunde – sie alle sind speziell für die Therapie mit Kindern trainiert worden. Pro Woche sind bereits 100 Kinder und ihre Eltern zu Gast. Das Ziel klingt laut Erhardt simpel, ist es aber nicht: „Die Kinder erleben hier eine Welt, an der sie sonst nicht teilnehmen können.“

Eine Art Urlaub auf dem Bauernhof

Geplant sind eine Praxis für Ergotherapie und drei Selbstversorgerhäuser, in denen Eltern mit ihren Kindern eine Art Urlaub auf dem Bauernhof verbringen können. Dazu sollen in Zusammenarbeit mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg noch fünf Arbeitsplätze für Behinderte entstehen.

Deren Arbeit soll nicht verwertbar sein, sondern denen, die ihr nachgehen, einen inneren Halt geben. All das, betont Erhardt, hat es in dieser Form und vor allem in dieser Größe noch nicht gegeben – und das machte manches für den Bunten Kreis nicht leichter. Denn es gibt schlichtweg keine Vorbilder für dieses Modellprojekt.

Klage einer Nachbarin wurde abgewiesen

Den letzten Stolperstein vor der Eröffnung entfernte gestern das Verwaltungsgericht Augsburg: Eine Wirtin, deren Pension in der Nachbarschaft des Ziegelhofs gelegen ist, hatte gegen die Baugenehmigung geklagt. Sie befürchtet, von dem Betrieb in ihren Rechten eingeschränkt zu werden. Vor allem der vermeintliche Durchgangsverkehr bereite ihr Sorgen.

Auf dem rund sechs Hektar großen Areal sollen rund 130 chronisch kranke Kinder mithilfe von Tieren ihr Leid für kurze Zeit vergessen.
Bild: Marcus Merk

Bereits vor einem Jahr war die Stadtbergerin mit einer ähnlichen Klage gescheitert. Ihr Antrag auf Berufung dieses Urteils liegt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Ihre Klage, die sich diesmal vor allem gegen den Hochseilgarten richtete, hatte auch gestern wenig Erfolg: Richterin Hildegard Schrieder-Holzner wies auch diese Klage ab. Hinweise darauf, dass durch den Betrieb die Rechte als Nachbarin verletzt worden seien, könne das Gericht nicht ausmachen.

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