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Ernährung

27.08.2019

Nach dem Regen jubeln die Pilzsammler

Über die reiche Pilzbeute im Wald bei Biberbach freut sich Karl Zeisbergers Enkelin Mia.
Bild: Karl Zeisberger

In den Wäldern im Landkreis Augsburg beginnt die Schwammerl-Saison. Ein Experte erklärt, worauf Anfänger achten müssen und wo sie am ehesten fündig werden

Der regenreiche August verspricht Pilzsammlern eine gute Saison, die Wetterverhältnisse waren ideal: Die meisten Pilze wachsen von 20 bis 25 Grad und Regen. Unser Leser Karl Zeisberger hat die Saison bereits eingeläutet und im Wald bei Biberbach die ersten Pilze gefunden. A

uch Josef Thiergärtner ist im Altenmünsterer Waldgebiet fündig geworden. Ein Pilzberater erklärt, was Anfänger bei der Suche beachten und wie man mit den Funden umgehen sollte.

Der Korb von Karl Zeisberger und seiner Enkelin Mia aus Gersthofen ist reichlich gefüllt. Steinpilze, Braunkappen und Hexenröhrlinge sowie ein Schmetterlingsporling finden sich darin. Prächtig sehen sie aus, doch genießbar sind die Pilze nicht immer. Winfried Brandmeier vom Pilzverein Augsburg empfiehlt Anfängern daher, immer mit einer vertrauenswürdigen Person, die sich mit Pilzen gut auskennt, zum Sammeln zu gehen. „Wer in der Familie oder im Bekanntenkreis niemanden hat, kann sich einer Wanderung von einem Pilzverein oder der Volkshochschule anschließen.“ Dabei könnten auch Anfänger Pilzarten relativ gefahrlos bestimmen, sagt Brandmeier.

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Von Smartphone-Apps rät er aber dringend ab, nicht immer seien die Angaben darin zuverlässig. Dazu komme, dass Anfänger ohne geschulte Wahrnehmung die Hinweise falsch zuordnen. Er warnt: „Seit es diese Pilz-Apps gibt, sind die Zahlen der Vergiftungsfälle drastisch gestiegen.“ Pilzsammlern empfiehlt er, ein aktuelles Buch zu nutzen, da einige Pilzarten erst in den vergangenen Jahren heimisch geworden sind.

Für eine reiche Ausbeute hat Brandmeier diese Tipps:

In denWäldern gibt es 2000 verschiedene Arten, von denen einige giftig sein können. Bei der Erkennung spielt der Geruch eine große Rolle. Manchmal muss man einen Pilz kosten, um ihn richtig zu bestimmen. Dabei können Pilzberater helfen. Wichtig ist, den Pilz komplett aus dem Boden zu entnehmen.

Mischwälder eignen sich am besten. Der Waldboden muss feucht sein, moosige Böden sind ein gutes Merkmal dafür, dass in der Nähe Pilze wachsen könnten.

Röhrlinge empfehlen Experten für Anfänger, da sie sehr zahlreich wachsen und relativ einfach zu entdecken sind. Es gibt zwar giftige Arten, aber die sind nicht tödlich.

Eine ewige Streitfrage unter Experten: Schneidet man den Pilz ab, kann Fäulnis eindringen. Dreht man den Pilz aus dem Boden, bleibt ein Loch zurück, über das das Mycel austrocknen kann. Wichtig ist, den Pilz komplett auszugraben, falls er im Nachhinein bestimmt werden soll.

Auf keinen Fall in Plastik einwickeln, sondern luftdurchlässig verpacken. Am besten im klassischen Körbchen oder notfalls in Stoffbeuteln.

Je kürzer die Zeit von der Ernte bis zum Verzehr ist, desto besser. Es hängt aber auch von der Außentemperatur ab. Entweder kann man Pilze in Dörrautomaten trocknen oder – entweder vorgekocht oder roh – einfrieren. Danach müssen die Pilze aber auch unaufgetaut gekocht werden.

Bei Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen oder Schwindel sollten Pilzsammler sofort einen Arzt anrufen, ein Hausmittel gibt es nicht. Der bayernweite Giftnotruf lautet 089/19240 – hilfreich ist es, den Pilz für den Arztbesuch aufzubewahren. (zian mit mells) "Aufgefallen

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