Newsticker

Koalitionsausschuss einigt sich auf milliardenschweres Konjunkturpaket
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Neuer Organist will in Gersthofen Kirchenorchester aufbauen

Gersthofen

29.03.2020

Neuer Organist will in Gersthofen Kirchenorchester aufbauen

Bernhard Biberacher, der neue Kirchenmusiker der Pfarreiengemeinschaft Gersthofen, hat sehr viele Pläne. So möchte er unter anderem einen Kinderchor – die „Jakobusspatzen“ – gründen. Momentan gibt es allerdings wegen der Corona-Krise für ihn nichts zutun, außer zu üben.
Bild: Foto: Marcus Merk

Plus Bernhard Biberacher ist der neue Organist in Gersthofen. Er hat viele Pläne für Chöre und Aufführungen. Momentan beschränkt er sich aber aufs Üben.

Kirche ohne Musik ist unvorstellbar. Und wer meint, dass ein Kirchenmusiker lediglich die Orgel spielt und als Organist fungiert, täuscht sich. Und in Zeiten von Corona wird die Arbeit nicht leichter.

Die Pfarreiengemeinschaft Gersthofen hat seit Ende letzten Jahres mit Bernhard Biberacher einen neuen, sehr erfahrenen Kirchenmusiker. Der in Westheim lebende Gesangspädagoge lebt für die Musik, insbesondere die Oper und Kirchenmusik. Bevor er nach Gersthofen kam, war er von 2005 an in St. Elisabeth in Augsburg hauptberuflich tätig.

Kirchenmusik: Unterschiedliche Angebote für Gersthofen

„Gleich zu Beginn des Jahres habe ich angefangen, unterschiedliche Angebote anzubieten“, erzählt er. Gerade die Nachwuchsarbeit liegt ihm sehr am Herzen. „Ich möchte gerne die Jakobusspatzen aufbauen.“ Ein Kinderchor für junge Sängerinnen und Sänger im Alter von etwa sechs bis zehn Jahren. „Es wäre toll, wenn wir mit zehn Kindern beginnen könnten“, schwärmt der große, schlanke Familienvater, der selbst drei Kinder hat.

Neuer Organist will in Gersthofen  Kirchenorchester aufbauen

„In den letzten Monaten war ich in jeder Grundschulklasse, habe mich vorgestellt und mit den Kindern gesungen.“ Doch diese Aktion habe noch nicht ganz die gewünschte Wirkung gezeigt, um die Gruppen zu füllen, wie beispielsweise die Flötengruppen für Anfänger und Fortgeschrittene.

Für Jugendliche von zehn bis 17 Jahren bietet er im Pfarrzentrum Oscar Romero donnerstags den Jugendchor, die Queen Mary Singers. Zudem haben junge Erwachsene ab 17 die Möglichkeit beim Jungen Chor Gersthofen mitzusingen. Das vielfältige Angebot umfasst natürlich auch den Gesang für Erwachsene und reicht vom Kirchenchor über Vokalensemble und Singkreis (Dreigesang) bis hin zum Kantorendienst und Schola. „Da ich selbst kürzlich begonnen habe, das Eufonium zu spielen, möchte ich gerne eine Bläsergruppe bilden.“

Traum wäre ein Gersthofer Kirchenorchester

„Mein Traum wäre ein eigenes Kirchenorchester“, berichtet der Bassist. Wer Interesse dran oder an den anderen Gruppen hat, kann sich gerne über das Pfarrbüro melden.

„In der Pfarreiengemeinschaft in Gersthofen fühle ich mich sehr gut aufgenommen und freue mich, hier zu sein.“ Lediglich die Orgel in St. Jakobus sei in einem renovierungswürdigen Zustand. Da war der Organist von seiner früheren Stelle in St. Elisabeth natürlich verwöhnt und erleidet somit in St. Jakobus einen deutlichen Rückschritt. Die Orgel in Maria, Königin des Friedens sei jedoch in Ordnung.

Der 1975 geborene Augsburger besuchte das Holbein-Gymnasium und bekam im Alter von neun Jahren Klavierunterricht, später dann auch Orgelunterricht. Nach dem Studium der katholischen Kirchenmusik bei Professor Karl Maureen an der Hochschule für Musik in Augsburg sowie Gesang bei Professor Christian Schmidt-Timmermann und Chorleitung bei Dr. Alfons Brandl arbeitete er nebenberuflich als Kirchenmusiker in Göggingen. 2000 machte Biberacher sein Kirchenmusik-Diplom und war drei Jahre hauptberuflich in Kaufbeuren-Neugablonz. Sein Gesangsstudium absolvierte er bei Hartmut Elbert und Professor Charlotte Lehmann mit Diplom. Mit dem Europäischen Jugendchor hatte er in den 90er Jahren zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. 2004 gab er sein Operndebüt in „Die Hochzeit des Figaro“ der Hochschule für Musik in Würzburg. 2008 hatte er ein Engagement an der Bayerischen Staatsoper München. Biberacher ist Lehrbeauftragter für Gesang an der Universität Augsburg, freier Mitarbeiter im Chor des Westdeutschen Rundfunks in Köln, Ensemblemitglied der Kammeroper Augsburg und Musiklehrer am Gymnasium Königsbrunn.

Üben an der Westheimer Orgel

Aufgrund der Corona-Krise liegt seine Arbeit aktuell nahezu brach. „Ich orgle derzeit nirgends, sondern übe lediglich in der Westheimer Kirche an der Orgel“, erzählt er. Denn bis 19. April sind alle Gottesdienste abgesagt. „Palmsonntag und Ostern gibt es leider nichts zu orgeln“, bedauert er zutiefst. Keine Proben, kein Chor, keine Flötengruppen. Nichts finde derzeit statt. Die geplante Johannespassion mit dem Vokalensemble fiel ebenfalls aus und wird voraussichtlich im nächsten Jahr aufgeführt. „Dafür habe ich sehr viel Zeit zum Üben. So viel Zeit hatte ich zuletzt in meiner Studienzeit.“

Das Pfarrbüro hat aktuell keinen Parteiverkehr. Telefonische Auskunft zu den kirchenmusikalischen Angeboten unter 0821/247660 oder per Email an bernhard.biberacher@bistum-augsburg.de.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren