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  3. Neusäß: Sex in Titania Therme: Richter sperrt junges Pärchen ein

Neusäß
09.06.2015

Sex in Titania Therme: Richter sperrt junges Pärchen ein

Der Eingang zur „Erlebnisgrotte“ in der Titania Therme. Dort hatte ein Pärchen Geschlechtsverkehr. Die jungen Leute wurden jetzt zu Arrest und Arbeitsstunden verurteilt.
Foto: Marcus Merk

Zwei Jugendliche stehen vor Gericht, weil sie Sex im Neusässer Titania haben. Die Bademeister sagen: Das kommt öfter vor. Doch die jungen Angeklagten müssen nun sogar in Arrest.

Daran dürften die Bauherren der Neusässer Titania Therme nicht gedacht haben, als sie die „Erlebnisgrotte“ bauten: Am zweiten Weihnachtsfeiertag des vergangenen Jahres hatte ein betrunkenes Pärchen dort Sex – während des laufenden Badebetriebs am Abend. Als die Bademeister dies bemerkten, forderten sie die 19-Jährige und ihren 18 Jahre alten Freund auf, das Bad zu verlassen. Als diese sich weigerten und ausfällig wurden, wurden sie aus der Therme geworfen und kassierten neben einem Hausverbot auch eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Gestern wurde der Fall nun vor dem Augsburger Amtsgericht verhandelt. Der Prozess geriet zum Desaster für die beiden Angeklagten.

Videokamera zeichnete die Tat auf

Denn daran, die Tat einzuräumen, dachten die beiden nicht – und das auch nicht, obwohl eine Videokamera die Tat aufgezeichnet hatte. Ein Bademeister, der als Zeuge geladen war, erklärte: „Wir müssen diese Videokameras aus Sicherheitsgründen haben, damit wir alle Bereiche unseres Bades im Blick haben.“ Ein entsprechender Hinweis finde sich in der Haus- und Badeordnung. Die Einblicke, die diese Kameras offenbaren, seien aber mitunter pikant: „Es passiert in unserem Bad oft, dass Leute Geschlechtsverkehr haben“, sagte der Bademeister auf Nachfrage. Sein Kollege bestätigte dies: „Es kommt eben auf die Art an, wie das passiert.“ Meistens genüge aber eine Ermahnung, um das Treiben zu beenden. Dass gerade das Teenager-Pärchen eine Anzeige und ein Hausverbot kassierte, sei ein Spezialfall gewesen. „Sie haben uns beschimpft und waren extrem aggressiv. Außerdem waren sie betrunken, es roch nach Marihuana.“ Der 18-Jährige hatte zudem keine Badehose mehr an.

Als sie das Bad nach Ablauf einer Zehn-Minuten-Frist immer noch nicht verlassen hatten, fanden die Angestellten die beiden in einem abgelegenen Eck des Bades, wo es sich das Paar im Liegen gemütlich gemacht hatte. Um sie herum lagen mehrere leere Bier- und Schnapsflaschen. Offenbar waren die Jugendlichen schon seit Stunden damit beschäftigt, sich zu betrinken, sagte der Bademeister: „Schon im Laufe des Nachmittags sind Kinder zu uns gekommen, die uns leere Likörflaschen gebracht haben. Wir haben uns gefragt, woher die stammen.“ Letztlich verständigten die Angestellten des Bades die Polizei und erstatteten Anzeige. Das Ergebnis des Alkoholtests: Der 18-Jährige hatte 1,4 Promille im Blut, seine 19-jährige Freundin rund 1,0 Promille.

18-Jähriger vor Gericht: "Mir ist die Hose heruntergerutscht"

Während der Verhandlung vor dem Augsburger Amtsgericht zeigten sich die beiden ebenso uneinsichtig wie vor einem halben Jahr gegenüber den Angestellten der Therme: Zuerst ließen die Teenager, die auf einen Anwalt verzichteten, die anderen Prozessbeteiligten eine Viertelstunde warten. Auf Nachfrage von Richter Bernhard Kugler erklärte der 18-Jährige lapidar: „Wir haben uns verfahren. Das passiert eben.“

Dass es in der Therme zum Sex gekommen ist, bestritt er: „Mir ist die Hose heruntergerutscht. Sie können mir nicht beweisen, dass es Sex war.“ Von den Bademeistern forderte er, ihm eine halb volle Whiskey-Flasche zurückzugeben: „Sonst zeige ich Sie wegen Diebstahls an.“ Seine Freundin schwieg, bestritt aber ebenfalls den Vorwurf. Nachdem Richter Kugler den jungen Mann mehrfach ermahnt hatte, verfolgte der 18-Jährige den Rest der Verhandlung mit dem Kopf auf der Hand abgestützt.

Selbst als die Prozessbeteiligten sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit die vielsagende Videoaufzeichnung angesehen hatten, gaben beide die Tat nicht zu. Richter Kugler konnte das nicht fassen: „Das war ein Porno, den wir uns da angesehen haben. Die Tat dann auch noch zu bestreiten, ist schier unglaublich.“ In seinem Urteil nach Jugendstrafrecht überbot der Richter sogar noch die Forderung der Staatsanwaltschaft für den 18-Jährigen: Diese hatte zwei Freizeitarreste (gemeinhin als Wochenend-Arrest bezeichnet) und 32 Stunden Hilfsdienste gefordert. Nun muss der 18-Jährige, der wegen Trunkenheit im Verkehr vorbestraft ist, zwei Wochen im Dauerarrest verbringen. Seine Freundin wird für ein Wochenende eingesperrt und muss 32 Stunden Hilfsdienste leisten.

In seiner Urteilsbegründung machte Kugler seinem Ärger über das Verhalten der Jugendlichen Luft: „Ich bin schockiert, wie Sie sich hier verhalten haben. Respektlosigkeit und Unverschämtheit sind noch dezente Formulierungen für Ihr Verhalten.“ Teilweise stand der 18-Jährige davor, noch weitere Strafen zu kassieren: „Ich hatte gute Lust, Sie heute schon drei Tage in den Keller zu stecken“, so Kugler. Dabei hätten die beiden mit Einsicht und Reue eine Strafe abwenden können: „Das Gericht wäre bereit gewesen, das Verfahren einzustellen – wenn Sie gestanden hätten.“

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