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Landkreis Augsburg

18.01.2020

Neusäß macht Dampf fürs dritte Gleis

Nur an einzelnen Haltepunkten gibt es in der Region kurze Abschnitte mit einem dritten Gleis.

Dem Landkreis und den Kommunen an der Bahnlinie geht es zu langsam vorwärts. Warum sich die Gemeindechefs zur Sondersitzung treffen.

Die an der Bahnlinie Augsburg-Dinkelscherben liegenden Kommunen wollen beim dritten Gleis Dampf machen. Bei einer Veranstaltung in der Neusässer Stadthalle wolle man gemeinsam Druck machen, sagt Bürgermeister Richard Greiner. Die Veranstaltung finde in Kooperation mit Landrat Martin Sailer und 13 Kommunen statt.

Der Kampf der Region für ein drittes Gleis auf der Strecke von Augsburg nach Ulm geht schon viele Jahre. Freude herrschte, als es das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan schaffte und dort als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft wurde. Doch schnell machte sich Ernüchterung breit, denn von einem Ausbau ist man meilenweit entfernt.

Markus Baumann ist Leiter des Bahnprojekts und hat auf mehreren Veranstaltungen, darunter auch im Neusässer Stadtrat, das weitere Vorgehen geschildert. Dabei machte er deutlich: Niemand kann sagen, wann wirklich Spatenstich sein wird. Ebenso wenig ist klar, ob Neusäß profitiert und ob der Bahnhof im Zuge des Streckenbaus saniert wird. Der Experte erklärte, dass man erst am Anfang des Projekts stehe. Die „Grundlagenermittlung“ sei abgeschlossen, jetzt gehe es dann mit den „Vorplanungen“ weiter. Der Bundestag wähle dann eine der Varianten aus. Geplant sei, dass die Streckenvarianten Anfang 2025 in die „parlamentarische Befassung“ gehen. Und genau dieser Zeitplan ist es, die im Augsburger Land für Kritik sorgt. Landrat Martin Sailer machte mehrfach deutlich, dass dies alles schneller gehen müsse. „Da müssen wir weiter Druck machen,“ sagte Sailer bei der Nominierung von Richard Greiner als Bürgermeisterkandidat der CSU. Dies soll jetzt mit der gemeinsamen Sondersitzung des Neusässer Stadtrats am Montag, 3. Februar, geschehen. Greiner betont, dass das dritte Gleis weiter das „Kernanliegen“ für die Region sei. Um Leute vom Auto auf die Schiene zu bringen, müsse der Nahverkehr attraktiver gemacht werden. Neben Carsharing, Stellplätzen für Fahrräder oder öffentlichem Busverkehr sei der Zug das wichtigste Verkehrsmittel der Zukunft. Greiner ist überzeugt, dass noch mehr Pendler die Bahnhöfe in Neusäß und Westheim nutzen würden, wenn das Angebot verbessert wäre.

Neusäß macht Dampf fürs dritte Gleis

Stadt Augsburg und IHK setzen auf die Schnellbahnstrecke

Politiker aus Stadt Augsburg und dem Landkreis sind bei diesem Thema uneins. Vertreter der Stadt und der IHK bringen immer wieder einen Neubau einer Schnellbahnstrecke an der Autobahn A 8 ins Spiel. Davon versprechen sie sich Fahrtzeitgewinne und die Sicherheit, dass Augsburg beim Fernverkehr nicht weiter abgehängt werde. Die Vertreter des Kreises pochen auf das, was im Bundesverkehrswegeplan steht: Ein Ausbau der Strecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben, demnach kann es bis Ulm einen Aus- und/oder Neubau geben. Diese Lösung hätte den Charme, dass die Bahnlinie zwischen Augsburg und Dinkelscherben damit auch für den Nahverkehr ausgebaut würde, zudem ist diese Trasse Fakt: Die Bahnstrecke verläuft hier seit gut 160 Jahren. Eine neue Trasse an der Autobahn, gegen die alle Anrainer-Gemeinden vehement protestiert haben, müsste dagegen erst mühsam durchgesetzt werden.

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