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Neusäß

22.06.2018

Neusäß will gegen den Denkmalschutz kämpfen

Die Stadträte  wollen den Abriss und den Neubau durchziehen.
Bild: Marcus Merk

Die geschützte Aussegnungshalle am Steppacher Friedhof soll abgerissen werden. Auch wenn das einen Rechtsstreit bedeutet.

Eine Ortsbegehung brachte die Wende: „Wir haben eingesehen, dass eine Sanierung sinnlos ist“, erklärte Hildegard Langenecker für ihre SPD-Fraktion nach den Beratungen in den Fraktionen erneut im Planungs- und Umweltausschuss. Nach einer Ortsbegehung befasste sich der Ausschuss mit der Frage, ob man die denkmalgeschützte Aussegnungshalle auf dem Friedhof Steppach erhalten und sanieren soll.

Auch die Freien Wähler ließen sich von dem Architekten in der Stadtverwaltung überzeugen, dass es unrealistisch sei, nur die Fassade stehen zu lassen und dahinter einen Anbau zu bauen. „Wir sind dann weiterhin an den Denkmalschutz gebunden und haben immer noch nicht die Funktionalität, die wir brauchen“, erklärte der Fachmann.

Ein Architektenwettbewerb fand bereits statt

Wie mehrfach berichtet, ist die Aussegnungshalle aus der Zeit um 1925 nicht mehr zeitgemäß. Anforderungen an eine neue Halle müssten zumindest ein barrierefreier Zugang, ein wetterfester Unterstand für Trauergäste, sanitäre Einrichtungen und eine Umkleidemöglichkeit für den Geistlichen sein. In einem Architektenwettbewerb wurde die beste Lösung gesucht, den Zuschlag erhielt schließlich Architekt Eberhard Wunderle.

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Doch dann trat der Denkmalschutz auf den Plan: In der Denkmalliste heißt es über die Leichenhalle: „eingeschossiger Walmdachbau mit mittigem Treppengiebel-Zwerchhaus, um 1925“. Der Bau könne als sehr qualitätsvoll bezeichnet werden, ihm komme allein durch seine Entstehungszeit hoher Seltenheitswert zu.

Das Gebäude sollte saniert werden

Das Amt für Denkmalschutz fand deshalb keine Möglichkeit, einen Abriss des Gebäudes zu erlauben. Das Gebäude sollte saniert werden und/oder ein alternativer Standort für einen Neubau gesucht werden. Dies ist aber am Friedhof bei St. Gallus in Steppach in Hanglage nicht möglich.

Nachdem nun seit über vier Jahren über das Problem diskutiert wird und die Aussegnungshalle ja intensiv genutzt wird, sind die Stadträte sich einig: Sie wollen den Abriss und den Neubau durchziehen, auch wenn das einen Rechtsstreit mit der Denkmalschutzbehörde nach sich zieht. Dieser Beschluss fiel im Planungsausschuss einstimmig. (dav)

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