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Neusäss

30.10.2020

Neusässer Rat will keine Mehrfamilienhäuser auf Rota-Gelände in Steppach

Wie darf das Gelände der Firma Rota Druck in Steppach künftig bebaut werden? Darüber gibt es eine Diskussion.
Bild: Marcus Merk

Plus Ein Investor will das Betriebsgelände der Firma Rota-Druck in Steppach mit dreigeschossigen Häusern bebauen. Doch das gefällt den Neusässer Stadträten nicht.

Wie sollen sich die Wohngebiete rund um die Flurstraße in Steppach künftig entwickeln? Über diese Frage machen sich die Stadträte von Neusäß Gedanken. Auslöser dafür sind die Planungen eines Investors, das Gelände der Firma Rota-Druck W. Kieser KG mit Wohnhäusern zu bebauen. Im Kern geht es dabei auch um die Frage, ob dort Mehrfamilienhäuser denkbar sind.

Ingenieurbüro untersuchte Bebauung an der Flurstraße in Steppach

Das Ingenieurbüro Opla war damit beauftragt worden, die bestehende Bebauung östlich (Feldstraße, Kobelstraße et cetera) und westlich (Kreuzäckerstraße et cetera) der Flurstraße zu untersuchen. Die Untersuchung umfasst damit zwei große Wohnquartiere. Werner Dehm stellte den Stadträten im Planungs- und Umweltausschuss die Ergebnisse vor. Im Flächennutzungsplan ist das gesamt Gebiet als Wohnbaufläche eingezeichnet. Einzige Ausnahme ist das Malteser-Begegnungszentrum, das Dehm wegen seines großen Sinnesgartens als grüne Insel für das Gebiet von Steppach bezeichnete. Überhaupt sei überall durch private Gärten, weniger durch Bäume und Sträucher an den Straßen, viel Grün vorhanden.

Das Ingenieurbüro stellte folgende Grundzüge bei der Bebauung des Gebietes fest: 70 Prozent der Häuser haben ein Satteldach, Flachdächer seien so gut wie nicht vorhanden. 91 Prozent der Häuser östlich der Flurstraße haben zwei Geschosse, 58 Prozent im Westen. 88 Prozent der Häuser im Osten zählen nur eine Wohneinheit, 75 Prozent im Westen. Das habe das Ingenieurbüro durch das Erfassen der Klingeln ermittelt, erklärte Dehm. Der Stadtplaner empfahl dem Ausschuss eine "verträgliche, quartiersbewahrende Nachverdichtung" mit geneigten Dächern und maximal zwei Geschossen. Dehm sprach sich dafür aus, das Kieser-Betriebsgelände mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern bebauen zu lassen. Er betont auch, dass sich der Investor eine Bebauung ohne Dachgeschoss als Vollgeschoss bisher nicht vorstellen könne. Dehm: "Er sagt, das ist dann nicht wirtschaftlich, und er will die Dreigeschossigkeit."

Votum aller Fraktionen für Einfamilienhäuser

Doch bei den Stadträten findet dies wenig Anklang. "Nachverdichtung heißt nicht zupflastern um jeden Preis," sagte Inge Steinmetz-Maaz (Freie Wähler). Sie sprach sich für eine moderate Bebauung mit Einfamilienhäusern aus, auch im Hinblick auf die Verkehrsproblematik in diesem Gebiet. Für Margit Kießling von der AfD seien Mehrfamilienhäuser "undenkbar" hier in Steppach. Ihrer Meinung nach müsse die Zweigeschossigkeit bleiben.

Auch Michael Frey (Die Grünen) sprach sich gegen eine dichtere Bebauung aus. In diesem Punkt herrschte Einigkeit durch alle Fraktionen. Wilhelm Kugelmann (CSU) bekräftigte, dass dies zwar wünschenswert sei, aber in unmittelbarer Nähe in Steppach durchaus schon Mehrfamilienhäuser stünden. Kugelmann: "Wir müssen auch schauen: Was ist durchsetzbar?" Bürgermeister Richard Greiner machte den Vorschlag, zuerst noch einmal mit dem Investor zu reden. Sollten diese Gespräche nicht zu einem Ergebnis führen, müsse der Stadtrat weiter handeln und in die Bauleitplanung einsteigen.

Das Gelände der Firma Rota-Druck W. Kieser KG, die bis zum Jahresende aufhören will, spielt noch bei einem anderen Thema eine Rolle. Die Wasserwacht Steppach konnte hier bisher ein Gebäude als Garage, Lager und Einsatzhalle nutzen. Doch bis zum Jahresende muss die Wasserwacht ausziehen und sucht daher eine neue Unterkunft.

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